12 von 12 im April

Heute habe ich die 12 von 12 mehrfach gedanklich verworfen, wieder aufgenommen und wieder verworfen. Letzten Endes habe ich es aber doch geschafft, 12 Bilder vom 12. April zu machen. Daher zeige ich sie natürlich auch, obwohl sie nicht unbedingt so spannend sind und einen großen Teil des Tages auslassen.

Der Tag begann mit Hausarbeit. Noch vor dem Frühstück habe ich die Spülmaschine ausgeräumt.

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Dann aber Frühstück!

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Und noch etwas Hausarbeit.

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Bis man sich spiegeln konnte (die Punkte sind Macken, keine Flecken)!

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Anschließend sind wir in die Stadt gefahren. Zunächst ein bisschen Shoppen für den Helden…

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…und anschließend einen kleinen Krankenbesuch.

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Es folgt der undokumentierte Teil des Tages: Mit der Nichte und dem Neffen auf dem Spielplatz Abenteuer erleben!

Abends die Enttäuschung…

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Da geht nix bei Instagram! Naja, dann schauen wir eben unsere Serie zu Ende. Ich glaube, ich werde kein Fan von David Lynch. Und ich glaube, wir brauchen mal eine Lösung für die Kabel unter den Regalen. Nur welche?

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Noch später bekam der Held den passenden Tee…

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…und ich ein etwas anderes Getränk und wir läuteten die neue Serie ein. Wer errät, welche?

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So, das waren heute mal wenig Worte, aber ich bin auch schon müde. Mehr 12 von 12 findet ihr wie üblich bei Draußen nur Kännchen!

(April 2012)

Baumhaus bei Nacht

Im Baumhaushotel war ja abends nicht so besonders viel zu tun. Umso besser, dass das Haus einen Balkon besaß, und dass unser Nachbar seine Außenlampe angelassen hatte. So habe ich mich einen Abend lang mal etwas länger mit meiner Kamera beschäftigt.

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Dass
er das Licht angelassen hat, kann ich übrigens gut nachvollziehen. Er musste nämlich zur Befriedigung seiner natürlichen Bedürfnisse jedes Mal die Hängebrücke überqueren.

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So wurde aber auch unser kleines Häuschen schön beleuchtet. Für dieses Bild habe ich unseren kleinen Balkon selbstverständlich verlassen und bin ein wenig die Treppe zum Nachbar-Baumhaus hinauf. Wenn der Nachbar also genau in diesem Moment eines der besagten natürlichen Bedürfnisse verspürt hätte, hätte er sich sicherlich zu Tode erschreckt, weil auf seiner Baumhaustreppe jemand herumlungerte. Die Bilder brauchten ja eine ziemlich lange Belichtungszeit, in der ich stockstill dasaß, um nicht an der Kamera zu wackeln.

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Es kam aber niemand die Treppe hinab, um sich oder mich zu erschrecken, und so konnte ich eine Handvoll Bilder machen, die mir wirklich gut gefallen. Als ich die Bilder im Nachhinein ansah, war ich wirklich überrascht, wie wenig es insgesamt waren. Ich war schließlich wirklich lange draußen und fing irgendwann ganz schön an zu frieren. Aber tatsächlich brauchte ein Foto ja schon mindestens 30 Sekunden, und so läpperte sich die Zeit ziemlich zusammen.

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Ich habe definitiv ein paar Fotografie-Dinge gelernt an diesem Abend. Hoffentlich kann ich sie bald wieder einsetzen und ausbauen!

April

Wie bitte? Schon der dritte April? Wann ist denn das passiert?

Jaja, die Zeit rast, wer kennt das nicht? Im März ist einiges passiert und wie es aussieht, wird der April auch nicht viel ruhiger. Aber vielleicht trotzdem entspannter, denn zu den “Highlights” im März gehörte unter anderem dieses hier:

totalschaden

Ein Trecker ist in unser parkendes Auto gefahren und hat es komplett geschrottet – Totalschaden. Ist ja nicht so, als hätten wir das erst seit einem Dreivierteljahr gehabt. Ihr ahnt, was auf der To-Do-Liste für diesen Monat steht. Wenige Tage später hatte dann übrigens noch mein nigelnagelneues Smartphone einen Unfall. Seither laufe ich mit einem gesprungenen Display im 5 Wochen alten Gerät herum. Aaargh!

Beide Schäden werden zwar von Versicherungen übernommen, aber trotzdem ist es doch einfach unglaublich nervig und ärgerlich. Der Autokauf wirbelt meine anderen Pläne jedenfalls ziemlich durcheinander.

Dafür können wir uns in diesem Jahr immerhin nicht über das Wetter beklagen – alles blüht und grünt um uns herum! Sogar der Brokkoli… ;-)

brokkoli

Jedenfalls, wenn man ihn in der Ecke der Biokiste vergisst und erst nach 14 Tagen wiederentdeckt (es hätte schlimmer kommen können – immerhin war es keine Tomate oder gar der Käse!). ;-)

Der März war jedenfalls im Grundsatz eigentlich sehr schön:

märz

Und ich hoffe, dass der April das auch wird! Im April möchte ich gern…

  • ein neues Auto kaufen
  • eigentlich zu Katha fahren, um den Tabletop-Day zu feiern und Spiele zu spielen – falls da der Autokauf nicht zu sehr dazwischenfunkt :-(
  • Ostern ein paar Tage nach Sylt fahren
  • den ersten Geburtstag vom Patenkind feiern
  • den ersten Hochzeitstag feiern
  • unangenehme Zahnarzt-Termine wahrnehmen
  • die Sonne genießen
  • überlegen, wie ich meinen 30. Geburtstag im Mai feiern werde

(April 2013, April 2012)

Unterwegs im Weserbergland

Wie schon beim Artikel über das Baumhaushotel erwähnt, waren wir dort natürlich auch viel unterwegs. Im Baumhaus selbst konnte man sich ja auch nicht wirklich gut aufhalten. Also haben wir uns die Umgebung angesehen!

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Das Baumhaushotel selbst befindet sich im sogenannten “Erlebniswald”. Dort wird der Wald erklärt mit mehreren Stationen, z.B. welche Tiere dort leben, wie das Wetter beeinflusst wird und so weiter. Für Kinder sicher spannend, leider waren die meisten Stationen geschlossen, da der Wald erst im April so richtig aufmacht. Wir haben dort lediglich den Klimaturm erklommen, die Aussicht genossen, dort keine besonders spektakulären Fotos gemacht (daher gibt es hier auch keines) und einen Cache gefunden. ;-)

spielplatz

Ach ja, da das Baumhaushotel recht leer war (ich glaube, es waren insgesamt nur 3 der Häuser belegt) und auch der Erlebniswald ja noch nicht offiziell Saison hatte, konnte ich auch guten Gewissens den Spielplatz genießen. Es waren ja keine Kinder da, denen ich das Spielgerät weggenommen hätte. Und niemand, der es sehen konnte. Dass ich dieses Bild jetzt im Internet veröffentliche, verleiht diesem Argument eine gewisse Ironie. ;-)

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Die lokale Tierwelt kam uns auch vor die Linse, aber so ein Igel ist ja doch erstaunlich flink – ein besseres Bild habe ich so schnell gar nicht geschafft! Auch die süßen kleinen Vögelchen saßen einfach nicht lange genug still. Pff, eine Model-Karriere liegt denen eindeutig nicht.

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Nach dem Erlebniswald-Erlebnis haben wir ein paar Dosen gesucht. Der geneigte Geocacher wird vermutlich ahnen, wo er auf diesem Foto zugreifen müsste, um ein Logbuch in die Finger zu bekommen. ;-)

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Auf dem Weg entdeckten wir unter anderem dieses futuristische Gebäude (das auch noch mitten in einem Teich steht). Es sah noch viel toller aus als auf dem Bild, da die Sonne sich herrlich darin fing. Da würde ich wohl auch mal ein Wochenende verbringen! Eine kleine, einsame Zeitkapsel, gemütlich wie geschaffen zum Rückzug von der Welt!

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Normalerweise sah die Umgebung aber doch eher so aus, und nicht so modern. Eigentlich eine klassische Caching-Umgebung für uns (das Münsterland sieht ja so viel anders auch nicht aus, nur hat es weniger Berge; und als wir noch in Düsseldorf gewohnt haben, waren wir oft im Bergischen Land unterwegs). Leider lagen aber doch fast nur Tradis rum und keine schönen Multi-Touren.

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Am Nachmittag waren wir dann in der nächstgrößeren Stadt: Uslar. Auch wenn ich vorher noch nie davon gehört hatte, war es ein wirklich niedliches Örtchen, zumindest in der Innenstadt (weiter außerhalb – naja, man muss ja auch nicht alles schön finden). Dort habe ich die göttlichste Torte meines Lebens gegessen – Tiramisu-Torte im örtlichen Eissalon, vom Chef persönlich gebacken und serviert! Natürlich habe ich kein Foto davon (ehrlich gesagt war mein Stück mit Kakao bestäubter Torte auch nicht so fotogen – aber ich habe es auch viel zu schnell verputzt).

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Da wir glücklicherweise gerade nicht unseren Hund auf dem Fahrrad einem Ball hinterherjagten und dabei Blumen herausrissen, waren wir auch willkommen in Uslar. Ansonsten sollte man sich einen Ausflug dorthin aber vielleicht noch einmal überlegen! ;-)

12tel Blick im März

März! Teilweise schon unglaublich frühlingshaft, an anderen Tagen wieder winterlich kalt. Aber: Das Grün lässt sich blicken! Im 12tel-Blick-Beitrag zeige ich wie üblich ein Motiv, das einmal im Monat aus genau dem gleichen Blickwinkel fotografiert wird. So kann man den Wechsel der Jahreszeiten besonders gut verfolgen!

Mein Motiv zeigt den Ausblick aus dem Bürofenster:

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Und was will man mehr im März als zartes Grün, hellblauen Himmel und das Gefühl, dass es bergauf geht? So kann es ruhig weitergehen. Ich bin gespannt, wann auch die großen Bäume wieder Blätter haben werden und wann der Bewuchs vorn im Bild so groß sein wird, dass man die Plakatwand nicht mehr sehen kann.

Im Vergleich noch mal alle Bilder auf einen Blick (Klick macht jeweils groß):

01-Januar-30prozentoriginal-text02-Februar-30prozent-original-text03-März-30prozentoriginal-text

Tabea sammelt die 12tel-Blicke und hier findet ihr noch viel mehr Teilnehmer!

Abenteuer im Baumhaus

Als Kind wünschte ich mir nichts sehnlicher als ein eigenes Baumhaus. Erlebten die Jungen und Mädchen in den Büchern nicht immer die herrlichsten Abenteuer, und begannen diese nicht oft genug in einem Baumhaus?

Tja, ich hatte aber nun mal keines, aber irgendwann, da sollte ich ein Baumhaus im Garten bekommen. Das wurde mir fest von meinen Eltern versprochen! Oder habe ich mir das im Nachhinein nur eingeredet, dass es ein festes Versprechen und nicht nur ein loser Plan war? Fakt ist, es wurde nie etwas daraus, und das betrübte mich sehr. Und immer, wenn sich die Gelegenheit bot, habe ich das Thema auch im Gespräch mit den Eltern angeschnitten und etwas gejammert. ;-)

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Also dachten sich meine Eltern, dass ich wenigstens ein bisschen entschädigt werden sollte. Zur Hochzeit bekamen wir ein wunderbares Vogelhäuschen überreicht, was ich an sich schon sehr süß fand – aber am nächsten Tag, als wir die Geschenke auspackten, fanden wir darin auch noch zusätzlich einen Gutschein. Und zwar einen Gutschein für ein Wochenende im Baumhaushotel!

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Ziemlich lange haben wir den Gutschein dann herumliegen gehabt, denn das Baumhaushotel ist äußerst begehrt. Die Wochenenden sind auf Monate hinweg ausgebucht, so dass wir im vergangenen Jahr den Besuch auf 2014 verschoben. Anfang 2014 war dann aber schon wieder alles ausgebucht (ja, ich bin nicht so ein guter Frühbucher…) und so entschieden wir uns, doch ein paar Tage freizunehmen für den Besuch. Die Wahl hatten wir dann noch zwischen März und Oktober!

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Leider schlug das Wetter noch vor unserer Abfahrt um, so dass wir statt Sonnenschein eher einen grauen und stürmischen Wald vorfanden. Die Bäume bewegten sich ganz schön, und ich hatte schon etwas Angst, ob wir vielleicht seekrank werden würden. Wer weiß schon, wie wackelig es ist da oben…

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Unser Baumhaus – das “Freiraum” – war ein ganz besonderes, man kann nämlich das Bett auf den Balkon schieben und draußen schlafen! (Es war trotzdem noch ein Dach darüber.) Tja, da das Wetter nun nicht mitspielte, hatten wir uns von diesem Gedanken bereits verabschiedet. Als wir nachmittags ankamen, haben wir es nur einmal testweise hinausgeschoben und dort ein Päuschen gemacht. (Der geneigte Instagram-Follower weiß das bereits.)

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Aber dann habe ich die Gästebuch-Einträge unserer Vormieter gelesen, und so gut wie jeder hat geschrieben, dass man uuuunbedingt draußen schlafen soll, und dass sie selbst es bei 2 Grad/0 Grad/Minusgraden auch gemacht hatten und dass es eine super Erfahrung war. Also entschieden wir uns spontan, doch draußen zu schlafen – wir hatten immerhin mindestens 5 Grad. Allerdings probierten wir erst einmal aus, dass man das Bett auch reinschieben kann, während man darinliegt. Für den Fall der Fälle. Dann liegt man sozusagen in der Schublade. ;-)

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Als wir uns abends hinlegten, habe ich ganz schön gebibbert. Ich hatte meinen Schlafanzug, eine Jogginghose und einen Kapuzenpulli an, und zusätzlich zur normalen Bettdecke hatten wir noch Wolldecken (die im Baumhaus vorhanden waren) zum Einkuscheln. Aber meine Nasenspitze war eiskalt und ich fror ziemlich. Da ich aber eigentlich fast immer friere, wenn ich mich hinlege (vielleicht eine Kreislauffrage?), dachte ich mir “Da musst du jetzt durch”. Ich setzte die Kapuze auf und mummelte mich soweit ein, dass fast nichts mehr rausschaute. Und als ich dann nachts das erste Mal wach wurde, war mir überhaupt nicht mehr kalt. Es war sogar richtig angenehm. Die frische Luft machte die Nase vollkommen frei, der Wald rauschte ein bisschen vor sich hin (sehen konnte ich ohne Brille ja leider nicht so viel). Und morgens wurden wir von den Vögeln geweckt! Unglaublich, wie laut die sind!

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Auf diesem Bild sieht man das ausgezogene Bett! Und vielleicht auch den Helden, der – für Fotozwecke – darin liegt! :-) Morgens wurde uns das Frühstück zum Haus gebracht und später wieder abgeholt. Perfekt, wir waren sowieso schon wach (die Vögel…) und hungrig! Im Haus selbst hat man übrigens Strom und eine Heizung, aber keinen Wasseranschluss. Es wurde kostenlos stilles Wasser in Flaschen zur Verfügung gestellt (damit haben wir uns abends einen Tee gemacht – mehr Möglichkeiten, irgendetwas zuzubereiten, gab es aber nicht), und am Haus gab es außerdem eine Kompost-Toilette.

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Wenn das Bett nicht auf den Balkon geschoben war, lag man in dieser kuscheligen Nische. Dort haben wir unsere Abende verbracht, mit ziemlich viel Lesen, Tee und Stille. Wirklich viel machen kann man dort nicht. Für ein paar Abende sehr erholsam und schön – viel länger würde ich aber dort nicht bleiben wollen!

Es gibt dort noch viele andere coole Baumhäuser, zum Beispiel unser Nachbar-Baumhaus, bei dem man über die Hängebrücke zur Toilette musste:

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Oder in der etwas größeren Variante: die Burg, bei der ich direkt an Steffi und ihre Jungs denken musste, und Kathas Kinder wären sicher auch dabei!

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Da man sich in unserem kleinen Häuschen wirklich nicht sehr gut aufhalten konnte (kaum waren wir dort, war das Baumhaus auch schon absolut überfüllt mit unseren Sachen, die wir regelmäßig vom Bett auf den Tisch und wieder zurück räumen mussten), waren wir tagsüber die ganze Zeit unterwegs, Cachen und die nächste Stadt erkunden. Davon gibt’s dann beim nächsten Mal Fotos! :-)

short stories 2014: Leidenschaft

“Fotos gehören zu unseren Blogs genauso, wie ein gutes Buch auf einem Nachttisch, wie langes Ausschlafen am Wochenende, wie eine warme Mütze zum eiskalten Winter, wie ein dicker Klecks Nutella auf eine Stulle! Aber: viel wichtiger, interessanter und persönlicher sind die Geschichten, die wir alle zu erzählen haben. Wir, Andrea und ich, möchten beim Bloggen wieder mehr ans Schreiben und Lesen appellieren und nicht nur Bilder-Gucken.”

Das schreibt Bine auf ihrem Blog zur Aktion “short stories”, die sie gemeinsam mit Andrea in die Welt gerufen hat. Na, wenn das mal nicht zu meinem Artikel von neulich passt, in dem ich mir vornahm, mehr zu erzählen und wirklich zu schreiben im Blog. Zum Februar-Thema Freundschaft werde ich bestimmt noch nachträglich etwas schreiben, aber das aktuelle März-Thema lautet Leidenschaft.

Puh, dachte ich beim ersten Lesen. Leidenschaft? Habe ich überhaupt eine Leidenschaft? Ich habe doch so viele Hobbys… Lesen, Bloggen, Nähen, Basteln, Serien, Geocaching, Fotografieren, Musik… Da könnte ich gar keine Leidenschaft benennen! Also fragte ich den Helden, der gerade auf dem Sofa seiner Leidenschaft – dem XBox-Spielen – nachging: “Was meinst du, was ist meine Leidenschaft?” Der Held überlegte … und überlegte … und meinte schließlich: “Ich weiß nicht, du machst so viele Dinge!”

Nach dem Lesen der bisherigen Beiträge zum Thema stellte ich fest, dass es vielen so geht. Hobbys, ja, aber Leidenschaft? Nope. Aber während ich so darüber nachdachte, stellte ich fest: Eigentlich versuche ich, alles mit Leidenschaft zu machen. Vor mittlerweile schon 2 Jahren nahm ich mir nämlich etwas vor. Ich war unzufrieden mit meiner Freizeit, obwohl ich doch nur das machte, was mir Spaß machte. Trotzdem fühlte ich mich gestresst – auch dadurch, dass mir eben so viele Sachen Spaß machen. Denn während ich nähte, konnte ich nicht bloggen. Während ich bloggte, konnte ich nicht lesen. Während ich las, konnte ich meine Serie nicht weiterschauen. Und während ich meine Serie weiterschaute, konnte ich mich nicht mit Freunden treffen. Das Gras auf der anderen Seite ist immer grüner.

Ich nahm mir also als guten Vorsatz fürs Jahr 2012 vor, “meine Hobbys positiver zu betrachten“, wie ich es formulierte. Also: Nur das zu tun, worauf ich gerade Lust habe; und dabei kein schlechtes Gewissen haben, weil ich etwas anderes währenddessen nicht tun kann. Und ich muss wirklich feststellen, zwei Jahre später, dass dieser Vorsatz erfolgreich war. Ich achte auf meine Bedürfnisse und mache in meiner Freizeit nur, worauf ich Lust habe (abgesehen selbstverständlich von festen Verabredungen oder anderen Verpflichtungen!). Und das schlechte Gewissen hat sich mit der Zeit – es brauchte etwas Übung – komplett abgestellt.

Tatsache ist, dass man dies auch am Blog und seinen gelegentlichen “Durststrecken” sehen kann. Wenn ich keine Lust habe, dann schreibe ich eben nicht. Der Blog ist meine Leidenschaft, nicht meine Verpflichtung. Weder verdiene ich Geld damit noch schulde ich irgendwem, dass ich schreibe. Genauso kann es vorkommen, dass ich mehrere Abende hintereinander etwas veröffentliche – weil es mir eben gerade wieder Spaß macht.

Das klingt jetzt vielleicht nicht gerade leidenschaftlich, wie ich das hier beschreibe. Vielleicht wirkt es, als ginge es eher darum, etwas nicht zu tun. Aber das stimmt nicht. Dieser Ansatz, in den Dingen, die mir gerade jetzt Spaß machen, aufzugehen, war für mich der Schlüssel zur Leidenschaft – weil ich mich ganz auf eine Sache konzentrieren kann. Yeah, Abende lang die aktuelle Lieblingsserie schauen, Fischstäbchen mit Vanillesauce essen und mit Fez und Fliege ins Kino gehen? Kein Problem! Die sieben Harry Potter-Bände zum sicherlich achten oder neunten Mal lesen, obwohl man Passagen schon auswendig kann? Kein Problem? Das neu entdeckte Album in Dauerschleife zwanzig Mal hintereinander hören? Kein Problem (solange der Held nicht da ist)! Jetzt-unbedingt-sofort-ganz-schnell einen Hoodie nähen? Kein Problem!

“Zeit, die du mit Vergnügen verschwendest, ist nicht verschwendet” – über diesen Spruch bin ich irgendwann in den Weiten von Pinterest gestolpert. Und das war wirklich die Lösung. Anstatt abends brummig ins Bett zu gehen, weil ich schon wieder den ganzen Abend im Internet gesurft habe, anstatt etwas Produktives zu schaffen, denke ich mir: Hast du dabei Spaß gehabt?

Ich plädiere also für mehr Leidenschaft bei allem, was wir tun, und weniger Verbissenheit bei allem, was wir nicht tun. Aus diesem Grund lese ich blöde Bücher nicht mehr zu Ende, zwinge mich nicht dazu, langweilige Serien weiterzuschauen oder lasse nicht alles stehen und liegen, um beim RUMS etwas präsentieren zu können. Alles hat seine Zeit, und hier geht es um meine persönliche Freizeit und nicht darum, eventuell die Ansprüche von anderen zu erfüllen. Und dieser kleine, aber feine Unterschied hat mich in den vergangenen zwei Jahren erheblich glücklicher und leidenschaftlicher werden lassen!