Abenteuer beim Geocaching: Lost Places – unsere besten Fotos

Es ist ja mittlerweile bekannt, dass ich ein Faible für Lost Places habe. Beim Geocaching gehören die “verloren Orte”, also leerstehende, verlassene Gebäude oder Gelände, zu meinen absoluten Favoriten. Wo ist denn heute sonst noch das Abenteuer im Leben? Vielleicht kommt es auch durch meine Ruhrgebiets-Herkunft, dass ich in Industriekulissen und ehemaligen Fabriken Schönheit sehe und keinen Schandfleck. Heute möchte ich meine besten Lost Place-Fotos mit euch teilen. Einige davon hat auch der Held gemacht – das kann ich im Nachhinein nicht mehr auseinanderhalten. Es war so oder so schwer genug, aus mehreren Tausend (!) Bildern aus 3 Jahren die Highlights herauszusuchen. Die Bildqualität kann daher schwanken (in 3 Jahren wurden hier mehrere Kameras durchgewunken), aber das sollte der Liebe für die Motive keinen Abbruch tun.

Beim Geocaching im Münsterland ist das immer etwas schwierig. Hier ist es nun mal idyllisch! ;-) Lost Places gibt es hier kaum. Wir müssen da schon immer etwas weiter fahren. Häufig ist man bei Lost Places übrigens eher unvorbereitet. Natürlich weiß man schon aus dem Geocaching-Listing, welche Ausrüstung man unbedingt benötigt und welche Schwierigkeit das Gelände in etwa hat. Aber das genaue Ziel wird häufig nicht offensichtlich genannt – schon allein aus rechtlichen Gründen. Machen wir uns nichts vor, der Geocacher an sich bewegt sich beim “Urban Exploring” nicht immer auf 100% legalem Boden.

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Mitten in Dortmund: Ein Cache mit dem Namen “UTube”. Was würde uns erwarten?

In diesem Fall hatten wir anhand der Cachebeschreibung keine Ahnung, wohin es gehen sollte. In solchen Fällen beginnen die Caches oft einfach ganz woanders und man muss über die ersten ein-zwei Stationen den “Einstieg” zum Lost Place finden. Hier erwartete uns genau das, was der Name “UTube” schon sagte. Eine Röhre. Eine mannshohe Röhre inklusive ganz ordentlicher Steigung darin. Ja, die haben wir durchquert (leider ist so eine Röhre von innen erstaunlich unspektakulär zu fotografieren)!

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Mittlerweile hat die Stadt den Zugang zur Röhre übrigens verschlossen. Lost Places sind häufig ein kurzes Vergnügen.

Es lohnt sich übrigens, an den "verlassenen Orten" ein besonderes Augenmerk auf kleine Details zu legen.

Es lohnt sich übrigens, an den “verlassenen Orten” ein besonderes Augenmerk auf kleine Details zu legen.

Aber auch, wenn die Location an sich schon vorab bekannt ist: Jeder neue Lost Place ist auch ein neues Abenteuer. Ich sehe mir bewusst vorher möglichst wenig Fotos an, damit ich mit frischem Blick an den Ort komme und womöglich noch überrascht werde.

Im Sägewerk im Neusser Hafen habe ich dieses Foto geschossen. Als ich mir später die Bilder auf der Geocaching-Website anschaute, stellte ich fest, dass das Motiv jeder zweite festgehalten hatte. Da ich zuvor keine Bilder gesehen hatte, war ich vor Ort ganz begeistert!

Im Sägewerk im Neusser Hafen habe ich dieses Foto geschossen. Als ich mir später die Bilder auf der Geocaching-Website anschaute, stellte ich fest, dass das Motiv jeder zweite festgehalten hatte. Da ich zuvor keine Bilder gesehen hatte, war ich vor Ort ganz begeistert!

Ganz klar: Lost Place-Caching ist aufregend, abenteuerlich und manchmal absurd. So saß ich schon auf dem Dachboden einer alten, verlassenen Gaststätte, in der noch die gesamte Einrichtung vorhanden war, mitten in der Nacht, und hatte nichts besseres zu tun, als ein Sudoku zu lösen; ich fand schon mitten auf einem stillgelegten Güterbahnhof einen mit Delfinposter und (künstlichem) Blumenstrauß romantisch geschmückten Raum, in dem sich das “Final” befand; und ich bin stand schon auf dem Parkplatz und habe mir mit Mineralwasser das Gesicht gewaschen, weil es zuvor im Bunker dermaßen dreckig gewesen war, dass ich so nicht zum nächsten Ziel, einem Restaurant, aufbrechen wollte.

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Spurensuche in einer alten Ziegelei.

 

Machen Sie es sich gemütlich!

Machen Sie es sich gemütlich!

Lost Places sind übrigens erstaunlich abwechslungsreich. Vom Bunker über die Villa bis hin zur alten Fabrik fällt ja alles in diese Kategorie. Wir haben schon Kasernen, Krankenhäuser, Schulen, Sägewerke, Theater, Bauernhöfe und vieles mehr erforscht. Da wirkt der gewöhnliche Bunker schon fast langweilig.

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Der einladende Eingang zur zugehörigen Villa.

Die Erforschung macht aber in jeder dieser Spielarten einfach riesig Spaß. Und deshalb sind wir vor zwei Jahren zu einem etwas außergewöhnlichen Urlaub aufgebrochen: Zwei Wochen lang sind wir von Lost Place zu Lost Place in Ostdeutschland rund um Dessau gefahren. Dort gibt es nämlich jede Menge davon. Leerstehende “Volkseigene Betriebe”, verlassene Kasernen und Bunker, vergessene Krankenhäuser? Kein Problem.

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Könnte auch als Horrorfilm-Kulisse dienen: die verlassene Lungenheilanstalt.

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Der Satz, den man beim Lost Place-Geocaching vielleicht am häufigsten denkt? “Die Natur holt sich alles zurück.”

"Bitte zur Behandlung in Zimmer 7!"

“Bitte zur Behandlung in Zimmer 7!”

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Die Schönheit des Verfalls. Ich mag das Cachen in der Natur – sehr erholsam – aber dies hier, das ist das Cachen, das ich liebe, und das Abenteuer, das ich suche.

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Top-aktuelle Nachrichten.

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Spuren aus vergangenen Zeiten.

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Seit Jahren ist der riesige Gebäudekomplex verlassen. Dabei muss es mal ein wirklich tolles Gelände gewesen sein, mit wunderschönen Häusern.

Hier hatten die sowjetischen Truppen 1991 ein einfach unfassbar großes Areal zurückgelassen. Einen ehemaligen Militärflugplatz:

Dies war sicher eines der größten Lost Place-Gelände, die wir je besucht haben.

Dies war sicher eines der größten Lost Place-Gelände, die wir je besucht haben.

Das Gelände war nicht einmal abgesperrt, alle Gebäude waren problemlos zugänglich.

Das Gelände war nicht einmal abgesperrt, alle Gebäude waren problemlos zugänglich.

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Immerhin ein Teil des Geländes wird anderweitig genutzt. Der überwiegende Teil ist komplett dem Verfall überlassen.

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In zahlreichen, großen Baracken waren früher die Soldaten untergebracht.

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Die Aussicht aus einer der Baracken.

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Hier wird nicht mehr geflogen, und auch nicht mehr gespielt. Und mittlerweile gibt es auch keine Caches mehr, denn das Gelände ist längst verkauft.

Auch wenn ich Lost Places sehr mag: In Ostdeutschland war es schon fast nicht mehr schön. So viel Leerstand! Das wandelt sich in dem Ausmaß schnell vom morbiden Charme zur Trostlosigkeit. Zum Glück tut sich auch dort einiges. Sehr viele der Caches, die wir vor zwei Jahren gesucht haben, gibt es nicht mehr. Manchmal, weil offizielle Stellen den “Hahn zugedreht” und den Zugang versperrt haben; aber auch oft genug, weil das Gebäude abgerissen, das Gelände anderweitig genutzt wird. Blöd fürs Hobby, aber sicherlich besser für die Region.

In Eisleben waren wir in einem kompletten leerstehenden Krankenhaus:

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Besuchsplanung. Leider war niemand im Schwesternzimmer, um uns Auskunft zu geben.

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“Zur besseren Erholung nutzen Sie bitte auch unseren Klinikgarten.”

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Die Natur. Ihr wisst schon. Sie holt sich alles.

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Viele Orte sahen grusliger aus, aber das Krankenhaus war echt unheimlich. Der Wind pfiff durch das Gebäude und schlug mal hier, mal dort eine Tür zu. Wir waren ganz allein in dem riesigen Gebäude und ich habe sicherlich den einen oder anderen Geist gesehen. Nichts für schwache Nerven!

Und weil ich mich wie gesagt nur sehr, sehr schwer für meine Lieblingsbilder entscheiden konnte, habe ich noch genug Fotos für einen zweiten Post! Yeah, mehr Lost Places! Es ist fast so schön, in den Erinnerungen zu schwelgen, wie selbst wieder Cachen zu gehen! Seid ihr auch im Innersten eures Herzens auch Abenteurer, oder findet ihr alte Gemäuer (wenn es nicht gerade Burgen und Schlösser sind) langweilig oder sogar hässlich? Habt ihr Geheimtipps, die ich unbedingt noch besuchen muss?

12tel Blick im August

Irgendwie war es im August mit dem Sommer vorbei, oder? Wir waren zwar noch das eine oder andere Mal im Freibad schwimmen, aber schon Mitte des Monats fanden wir uns bei einer Wassertemperatur von 18 Grad (und einer Außentemperatur von 16 Grad) sehr tapfer. Nicht umsonst habe ich schon die Herbst-Liste geschrieben!

Der August-Blick fällt da nicht aus der Reihe. Graue Wolken türmen sich über den glücklicherweise noch wunderbar grünen Bäumen, später (pünktlich zum Feierabend) hat es noch geregnet. Einen der vielen dramatischen Himmel, die ich in den letzten Wochen gesehen habe, habe ich leider nicht erwischt. So ist das halt, wenn man sich an Termine halten muss möchte.

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Den Radfahrer habe ich übrigens ganz bewusst mit ins Foto genommen. In Münster lässt man sich eben von schlechtem Wetter nicht unterkriegen und durch den grauen Himmel fand ich einen weiteren Blickfang im Bild gar nicht schlecht. Dass er eine Jacke trägt, die farblich zum Wetter passt, ist Zufall! ;-)

Alle Monate im Überblick:

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Mehr 12tel Blicke gibt es wie immer bei Tabea!

Zur besseren Hausfrau von A bis Z – Heute: Babyausstattung, Cocktailparty und mehr

Willkommen zurück in unserem kleinen Hausfrauen-Kurs! Habt ihr mittlerweile schon verinnerlicht, euer Haar mindestens 20 Mal in alle Richtungen zu bürsten, bevor ihr schlafengeht; und hat euch der Gatte endlich einmal beim Kohle schleppen geholfen, während ihr im Gegenzug immer hübsch adrett zum Frühstück erschienen seid? Dann seid ihr jetzt bereit für die nächste, eher kurze Lektion. Wir fassen heute B und C zusammen.

Schwanger, anyone? Denkt nur immer daran: Rot kommt nicht in Frage! Und eigentlich ist jetzt, wo man schon frühzeitig erkennen kann, ob mal einen kleinen Fußballer oder eine niedliche Ballerina bekommt, auch Gelb oder Grün keine Option mehr. Rosa und Hellblau it is:

Babyausstattung. Schon lange bevor der kleine Erdenbürger das Licht der Welt erblickt, sorgt die junge Mutter für die Ausstattung, die bis zum siebenten Monat der Schwangerschaft fertig sein sollte. Das ist der Zeitpunkt, von dem an bereits mit der Geburt des Kindes gerechnet werden muss. Ob die werdende Mutter alles selbst näht, strickt, häkelt, was natürlich eine große Freude wäre, hängt von ihrem Befinden und der ihr zur Verfügung stehenden Zeit ab. Zukünftige Großmütter und Tanten werden ebenso wie Freundinnen gern das eine oder andere Stück beisteuern. Ob der Ausputz rosa oder hellblau zu halten ist, bringt häufig Kopfzerbrechen mit sich; denn bisher ist’s ja noch nicht möglich, vor der Geburt festzustellen, ob Mädel oder Bub. Die ganz Vorsichtigen wählen eine neutrale Farbe, also Gelb oder Grün.

Ich weiß, dass ihr alle Bücher zu schätzen wisst. Aber wisst ihr auch, wie sie gepflegt werden? Es ist eigentlich ganz einfach:

Bücher verleihen jedem Raum Leben und Wärme. Sie legen Zeugnis ab vom Geschmack, von den geheimen Wünschen, von den Interessen des Besitzers. Bücherfreunde stellen ihre Bücher frei in offene Regale, also gewissermaßen griffbereit. Hausfrauen sehen die Bücher lieber in einem Schrank hinter Glas, wo sie vor Staub geschützt sind. Natürlich bereitet das Sauberhalten eines Bücherregals mehr Arbeit, aber mit einem guten Staubsauger ist das Reinigen wirklich kein Problem. Beim Großputz werden die Bücher – ob offen oder hinter Glas stehend – sowieso einzeln herausgenommen und dadurch entstaubt, dass die Buchdecke fest gegen die Seiten geschlagen werden. Für broschierte Bücher ist diese Behandlung zu “hart”. Diese Bücher sind geschlossen gegeneinander zu schlagen.

Die meisten von uns können sich durchaus noch – vielleicht mit etwas gutem Willen – zu den “jungen Leuten” zählen. Ein Glück, denn so können wir auf den gedeckten Tisch erst einmal verzichten – diese Lektion kommt schließlich erst unter G wie Gäste und T wie Tisch!

Cocktailparty. Zu dieser zwanglosen Geselligkeit wird zur Cocktailstunde, zwischen 18 und 20 Uhr, eingeladen. Zu Mixgetränken (Cocktails) – für die motorisierten Gäste sollte auch an alkoholfreie gedacht werden – gibt es kleine, pikante Appetithappen und Käsegebäck. Diese neue Form der Einladung wird besonders von jungen Leuten bevorzugt. Man braucht keinen gedeckten Tisch, aber etwas Platz für ein Tänzchen.

Also, Hausaufgabe für die nächste Woche: Zur Cocktailparty laden, das Tanzbein schwingen und die Bücher abstauben. Die Schwangeren unter uns können vielleicht auch ein hellblaues oder rosafarbenes Mützchen stricken. Auf keinen Fall ein rotes! Nächste Woche beschäftigen wir uns mit der richtigen Küchenausstattung, Einzugspartys und – auch das ist wichtig! – der korrekten Art zu entspannen.

Wenn der frische Herbstwind weht

Sieben Grad in der Früh. Die Heizung springt schon an. Abends vor dem Fernseher gibt es Tee aus der guten Kanne. Ich habe das Bedürfnis nach Eintöpfen und Pfannkuchen, und ich habe auch tatsächlich schon mit dem Gedanken geliebäugelt, den Kamin anzuwerfen.

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Kurzum: Der Kalender mag noch August anzeigen, aber der Herbst klopft schon an die Tür! Ich bin zwar immer ein Freund des Sommers, aber der Herbst kann auch eine wunderbare Jahreszeit sein. Vor allem, da ich jetzt endlich eine neue (quietschgelbe!) Regenhose habe, so dass mir das Herbstwetter gar nichts mehr anhaben kann!

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Ich freue mich also nun auf den Wechsel der Jahreszeit, und dieser Post von Nicole hat mich inspiriert, eine kleine Liste zu schreiben. Denn der Herbst hat auch so viele wunderschöne Seiten:

  • endlich wieder die Lieblingspullis aus dem Schrank suchen und die dicken Schuhe anziehen
  • es gibt nichts Schöneres, als sich durch die verschiedensten Teesorten zu probieren
  • das Knistern des Laubs, wenn man mit dem Fahrrad hindurchfährt
  • die wunderschönen Herbstfarben, in die sich die Bäume verfärben
  • Geocaching im Herbst: keine nervigen Mücken oder Zecken, man kann zeitig los für Nachtcaches, vieles ist besser zu sehen und Herbsttage im Wald sind einfach schön
  • die Vorfreude auf einem Besuch auf dem Kürbisfeld
  • durch die Luft zieht der Geruch von Kaminfeuer – ich liebe es!
  • Kerzenlicht und Kaminwärme
  • nach Hause kommen, sich aus der Jacke schälen und es einfach warm und gemütlich haben
  • ohne schlechtes Gewissen abends aufs Sofa kuscheln und fernsehen
  • Linsensuppe, Erbsensuppe, Kartoffelsuppe, … mit Würstchen!
  • in Pfützen springen und natürlich meine tolle, neue, gelbe Regenhose tragen
  • das Licht! Keine Jahreszeit hat so schönes Licht wie der Herbst, finde ich.
  • unser jährlicher Herbst-Urlaub im Ferienhaus
  • Federweißer! Eine Wikipedia-Recherche hat mir soeben beigebracht, dass Federweißer und Federroter in Österreich “Sturm” heißen. Perfekt, oder?
  • ein Tag in der Sauna

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Bis es soweit ist, dass der Herbst endgültig Einzug hält, genieße ich noch ein bisschen die wunderschönen Herbstbilder auf Pinterest. Allein die Farbwelt macht mich glücklich! Worauf freut ihr euch im Herbst? Oder trauert ihr noch dem Sommer hinterher?

Der Guernseyer Club der Freunde von Literatur und Kartoffelschalenauflauf – Buchtipp

Während eigentlich der Winter ja die Jahreszeit ist, zu der man klischeehaft auf dem Sofa eingekuschelt vor dem prasselnden Kamin Seite um Seite in guten Büchern verschlingt, ist es bei mir eher der Sommer, in dem ich meine Lese-Statistik in die Höhe treibe. Während ich an Regentagen oder bei klirrender Kälte wunderbar Serien schauen oder Xbox spielen kann, genieße ich im Sommer ganze Sonntage auf der Terrasse – natürlich mit Buch. Draußen kann man nun einmal nicht so viele andere Dinge machen, die vom Lesen ablenken. In den letzten Wochen haben mich zwei Bücher besonders gefesselt. Beide sind sehr unterschiedlich, aber beide konnte ich kaum weglegen, weil sie mir so gut gefallen haben! Das erste möchte ich euch heute vorstellen.

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Deine Juliet von Mary Ann Shaffer und Annie Barrows spielt in England direkt nach dem Krieg, im Jahr 1946. Die Nachwirkungen des Krieges sind also immer noch überall spürbar und auch ein großes Thema des Buchs. Der Roman ist komplett als Briefwechsel verfasst – zwar zwischen vielen verschiedenen Personen, aber immer verständlich. Im Mittelpunkt steht Juliet, eine Autorin. Sie lebt in London, gerät aber in einen schriftlichen Kontakt mit einigen Menschen auf Guernsey, die während des Krieges einen Literaturclub gegründet haben – eher zufällig, um den Besatzern zu entgehen, aber bald entdeckten sie alle ihre Liebe zu Büchern. Im Laufe des Buchs schließt Juliet die Inselbewohner um den wortkargen Dawsey ins Herz, besucht die Insel und die Geschichte nimmt ihren Lauf.

Das Buch wirkt auf den ersten Blick dank Cover und Titel recht kitschig – und so ganz von der Hand zu weisen ist das auch nicht, es kommt durchaus eine Liebesgeschichte vor, aber sie spielt nicht die Hauptrolle. Der Originaltitel “The Guernsey Literary and Potato Peel Pie Society” (“Guernseyer Club der Freunde von Literatur und Kartoffelschalenauflauf”) zeigt viel eher den Charakter des Romans, in dem es nicht nur um die Nachkriegs- und Besatzungszeit, sondern auch um die Liebe zu Büchern geht! Es ist eine warmherzige Geschichte mit einer sehr sympathischen, humorvollen und selbstironischen Hauptperson, ohne allzu große Überraschungen und Wendungen, die sich sehr angenehm weglesen lässt. Natürlich wird die Besatzungszeit thematisiert und es sind sicherlich auch einige traurige Stellen vorhanden, aber insgesamt ist es ein positives Buch. Das ist auch der einzige Minuspunkt, den ich verteilen würde: Die Personen sind alle so makellos positiv (oder eben so makellos unsympathisch, als Gegenpol), alle lieben Juliet, Juliet liebt sofort ebenfalls alle, es ist eine heile Welt so kurz nach dem Krieg, wie sie es vermutlich nicht wirklich gewesen sein kann. Die wenigen Störenfriede in der Geschichte werden nur kurz angerissen, damit man sieht, dass es sie auch gibt – aber sie spielen in der Handlung nicht wirklich eine Rolle, genauso wie Probleme schnell aus dem Weg geräumt werden. Nichtsdestotrotz habe ich die Lektüre genossen und auch mir sind die Inselbewohner, Juliet, Sidney und Sophie ans Herz gewachsen – es ist halt keine hohe Literatur, aber da ich über die Besatzungszeit auf den Kanalinseln so gar nichts wusste, war es vielleicht sogar etwas lehrreich und ich hatte auf jeden Fall eine vergnügliche Zeit mit dem Buch!

(Übrigens etwas off-topic, aber oben auf dem Bild sieht man schön das tolle Sonnenglas, das ich bei Frische Brise gewonnen habe! Es macht sich sehr gut auf dem Balkon und auch wenn das Licht zum Lesen nicht ausreicht, ist es sehr gemütlich, wenn man abends noch draußen sitzt.)

Zur besseren Hausfrau von A bis Z – Heute: Der Einstieg mit Abendkosmetik, täglichen Arbeiten & Co.

Kürzlich bin ich ja 30 geworden. Verheiratet bin ich auch. Ich lebe seit mittlerweile 11 Jahren nicht mehr bei meinen Eltern, wasche meine Wäsche selbst und fast jeden Tag gibt es etwas frisch gekochtes in unserem Hause. Aber bin ich auch eine gute Hausfrau?

Nein, sicherlich nicht! Jedenfalls nicht, wenn es nach diesem Büchlein geht, das über familiäre Umwege zu mir gefunden hat: Das 1×1 des guten Haushalts – Tausend Tips von A-Z aus dem Jahr 1966! Und weil ich befürchte, dass auch im Haushalt der meisten meiner Leserinnen der “unentbehrliche Ratgeber für die moderne Hausfrau” fehlt, werden wir jetzt gemeinsam lernen, eine gute Hausfrau und Gattin zu sein. Von A wie Abendkosmetik bis Z wie Zeiteinteilung im Haushalt geht es in einem etwa 3 Monate andauernden Kurs rund um die Themen Ordnung, gut gedeckte Tische oder die tägliche Wohnungspflege. So werden wir es sicherlich gemeinsam schaffen, uns von einer modernen, unordentlichen, gestressten und wenig organisierten Frau des Jahres 2014 in eine tüchtige, auf alle Situationen vorbereitete, ordentliche Hausfrau des Jahres 1966 zu verwandeln! Die Teilnahme am Kurs lohnt sich selbstverständlich: Nicht nur, dass euer Haushalt und euer Gatte (oder euer zukünftiger Gatte, oder eure Gattin, wir sind ja trotz allem modern) profitieren werdet – am Ende gibt es unter allen Teilnehmerinnen der Abschlussprüfung auch etwas zu gewinnen!

Und weil ich euch leider nicht sämtliche Tipps mitteilen kann, zögert nicht, zu fragen, sollten bei euch noch Fragen zur Pflege von Badekappen, der richtigen Besenstiel-Länge für eure Körpergröße oder der Aufbewahrung von Fischvollkonserven aufkommen!

Wir beginnen unseren kleinen Kurs natürlich mit dem A!

Wie häufig bürstet ihr euer Haar am Abend? Lasst euch gesagt sein: Es ist mit Sicherheit nicht oft genug:

Abendkosmetik vor dem Schlafengehen ist ebenso wichtig wie das Zähneputzen, damit sich die gereinigte Haut während der Nacht ausreichend von den Anstrengungen erholen kann. Auf jeden Hauttyp einzugehen, ist unmöglich. Bei normaler Haut (in abweichendem Fall muss eine Kosmetikerin zu Rate gezogen werden) Gesicht, Hals und Ohrläppchen mit Gesichtsmilch, Reinigungscreme oder Reinigungsöl bedecken. Beim Brustansatz beginnend, über das Kinn hin bis zu den Haarwurzeln vorsichtig mit den Fingerspitzen reiben. Um dem Reinigungsmittel die richtige Wirkung zu verschaffen, muss es Zeit haben. Inzwischen werden die Haare gebürstet, und zwar zwanzigmal nach vorn, zwanzigmal zur Seite und zwanzigmal nach hinten. Der Kopfhaut tut die Massage gut, und aus den Haaren wird der Staub herausgebürstet. Dann geht es mit der Haut weiter. Unter sanftem Druck das Reinigungsmittel entfernen. Das Gesicht anschließend mit lauwarmem Wasser abduschen, leicht abtupfen; nicht reiben! Das Gesicht sollte möglichst nicht mit Seife gewaschen werden. Zum Abschluss der abendlichen Hautbehandlung ist als “Nahrung” eine Nährcreme aufzutragen. Hierzu den Mund öffnen wie zum “A”-Sagen, nur so ist zu vermeiden, dass die Haut ausgedehnt oder gezerrt wird. Mit zwei Fingerspitzen und kleinen kreisenden Bewegungen die Creme verreiben, dabei vom Kinn aus zu den Ohren und von der Stirnmitte zu den Schläfen vorgehen.

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Wir leben in unsicheren Zeiten! Wer weiß, ob nicht morgen schon der Notfall eintritt – beispielsweise ein Atomkrieg oder der Besuch der Schwiegermutter? Besser, man ist vorbereitet:

Aktion Eichhörnchen. Einen kleinen Lebensmittelvorrat im Haus zu haben, schafft Beruhigung. Wie schnell können dann unerwartete Gäste bewirtet werden, und wie gut ist’s, auf die Vorräte zurückgreifen zu können, wenn die Zeit zum Einkauf nicht mehr ausreicht. Wieviel wichtiger sind aber solche Vorräte in Notzeiten! Deshalb sollte in jedem Haushalt – je nach Personenzahl – ein Vorrat angelegt werden, der allerdings so gelagert werden muss, dass er vor Verderbnis geschützt ist. Wenn vom Vorrat etwas verbraucht ist, gleich wieder ersetzen! – In unruhigen Zeiten ist damit zu rechnen, dass Strom und Gas ausfallen können, deshalb vorwiegend solche Lebensmittel lagern, die man auch kalt verzehren kann. Für die Zusammenstellung der “eisernen Ration” hier ein paar Anregungen:
Fleisch-, Wurst-, Fischkonserven, Schmalz, Pflanzenfett, Öl, Hülsenfrüchte, Haferflocken, Reis, Teigwaren, Zwieback, Dauerkeks, Dosenbrot, Dosenmilch, Milchpulver, Honig, Marmelade, Zucker, Dauerwurst, geräucherter Speck, Kakao, Tee, Pulverkaffee, Gemüse- und Obstkonserven, Trockenobst, Tomatenmark, Dosen- und Würfelsuppen, Schokolade, Fruchtbonbons.

Falls ihr euch gefragt habt, welche Aufgaben eigentlich auf euch als Hausfrau so zukommen – langweilig wird euch sicher nicht. Wählt also eure Zugehfrau sorgfältig aus und wenigstens im Winter kann auch der Gatte einmal eingespannt werden:

Arbeiten, tägliche, die in einem normalen Haushalt (4 Personen) anfallen, umfassen zuerst alle Dinge, die mit der Ernährung der Familie zusammenhängen, also:
Einkaufen, Essenszubereitung, Tisch decken und abräumen, Abwaschen. Es folgen dann die hygienischen Obliegenheiten, wie Betten machen, Zimmer lüften, Schuhe putzen, Staub wischen, Kehren, Staub saugen, Mülleimer leeren. Täglich sind Blumen zu gießen, Schnittblumen mit neuem Wasser zu versorgen, Tiere zu füttern und Hunde “Gässchen” zu führen, Futter besorgen, Vogelbauer und Aquarium zu säubern, Streu zu wechseln.
Wöchentlich sind zu erledigen: Kleinwäsche mit anschließendem Bügeln, Stopfen, Nähen, Küche gründlich säubern, Fußböden wischen, bohnern; Hausordnung beachten.
Und jeden Monat einmal die große Wäsche erledigen, Fensterputzen.
Für den reibungslosen Ablauf all der Arbeiten, die zur Haushaltführung gehören, ist die Hausfrau verantwortlich, das heißt aber nicht, dass sie alle Arbeiten allein ausführen muss. Einmal wöchentlich eine Zugehfrau für mehrere Stunden zur Hilfe zu haben, bedeutet schon eine Erleichterung, aber auch der Hausherr sollte ebenso wie heranwachsende Kinder für manche Hilfeleistung zur Verfügung stehen. Doch dies ohne Murren! Kohlen holen, Asche wegtragen und Schnee schippen sind Arbeiten, die auf jeden Fall vom Mann oder vom großen Sohn erledigt werden sollten; auch wenn sie Schuhe putzen, fällt den Kindern keine Perle aus der Krone! Und wie schnell ist der Abwasch fertig, wenn Mutter und Kinder ihn gemeinsam schaffen. Diese Zeit kann dann gleich zu einem Plauderstündchen verwendet werden, bei dem die Kinder ihre kleinen oder größeren Probleme mit der Mutter besprechen.

Ja, ich sehe es ein – es ist viel zu tun. Das ist aber keine Entschuldigung, sich zu vernachlässigen. Denn sonst sucht der Mann sich ganz schnell eine Hübschere, Pflegeleichtere, die nicht so viel jammert:

Aussehen, gepflegtes, ist für Berufstätige und Hausfrauen sehr wichtig. Ein ungepflegtes Äußeres kann die Liebe des Mannes ebenso zum Erliegen bringen wie lieblos zubereitete Mahlzeiten. Deshalb am Morgen nicht mit schmuddeligem Morgenrock zum Kaffeetisch kommen, ein sauberes Morgenkleid ist ebenso rasch übergezogen. Wenn die Zeit zum Ordnen der Haare nicht ausreicht, werden sie unter einem zum Turban geschlungenen Tuch versteckt. Und wenn der Mann abends nach Hause kommt, sollte es für die Frau selbstverständlich sein, dass alle Hausarbeiten beendet sind und sie ihn, nett angezogen, freundlich begrüßt. Berichte über Unannehmlichkeiten des Tages, Unarten der Kinder oder hohe Reparaturrechnungen (Telefonrechnungen) haben Zeit, bis der Mann gegessen und sich ausgeruht hat. Natürlich hat auch die Hausfrau und Mutter täglich viel zu bewältigen – noch viel mehr die berufstätige Hausfrau -, und doch sollte sie jeden Tag danach sinnen, ihrem Mann das Leben im Hause so schön wie nur irgend möglich zu gestalten.

Kleiner Disclaimer: Die Rechtschreibung habe ich beim Abtippen willkürlich angepasst, so dass die Texte nun einen wilden Mix aus alter und neuer Rechtschreibung beinhalten. Damit müsst ihr jetzt leben! Jammert’s nur nicht eurem Mann vor, denn solche Banalitäten solltet ihr wirklich von ihm fernhalten. Zumindest direkt nach Feierabend. Und jetzt freut euch auf die nächste Lektion, in der es um Bücherregalpflege und Cocktailpartys gehen wird!

Kreisrund und gepunktet: Ein Platz für Ohrringe

Bevor ich mich dazu entschloss, mir die Haare kurz schneiden zu lassen, habe ich darüber nachgedacht. Lange nachgedacht. SEHR lange nachgedacht. Und festgestellt: Wenn man kurze Haare hat, sieht man einiges mehr. Vor allem von den Ohren.

Nun hatte ich mal ein Ohrloch – das gab es, als ich ungefähr 12 war und es noch cool war, nur einen Ohrring zu tragen. Damals, in den Neunzigern. (Vielleicht war es auch damals schon nicht cool, wer weiß. Ich gehörte nie zu den coolen Kids. Aber mein großer Cousin hatte es auch, von daher fand ich es super.) Das Loch war schon längst wieder zugewachsen (wenn auch immer noch sichtbar) und so beschloss ich, in Vorbereitung auf einen eventuellen Kurzhaarschnitt, mir Ohrlöcher stechen zu lassen.

Langer Rede kurzer Sinn: Seit einigen Monaten bin ich nicht nur im Besitz von Ohrlöchern, sondern auch zahlreichen Ohrsteckern und einigen (viel zu wenigen) Ohrhängern. Die wollen natürlich untergebracht werden! Und weil ich mit meiner Kettenaufbewahrung immer noch sehr zufrieden war und eine Google-Suche wenig Hübsches zum Thema auftat, wurde ich wieder kreativ:

ohrring-aufbewahrung

So einfach und dabei so praktisch! Ich habe den Stoff hinten am Stickrahmen festgeklebt, weil durch das Befestigen und Entfernen der Ohrstecker doch einiges an Druck auf den Stoff kommt. Die Hänger werden an einem Stück Webband aufgehängt. So liegt nicht mehr alles herum (zumindest meistens nicht) und ich sehe auf den ersten Blick, was ich habe. Und wie man sieht ist für zahlreiche Neuanschaffungen auch noch Platz!

ohrringe

Da der Held meine Begeisterung für Ohrschmuck aus ominösen Gründen nicht teilt, ist diese blitzschnell gezauberte Aufbewahrung nur für mich und wandert somit zum RUMS!