Abenteuer beim Geocaching: Noch mehr liebste Lost Place-Fotos

Ihr Lieben, es hat mich sehr gefreut, dass der erste Teil der besten Lost Place-Fotos so gut bei euch angekommen ist! Viele von euch finden die verloren Orte genau so spannend wie ich, und mindestens eine Person habe ich sogar zum Geocaching inspiriert – wunderbar!

Heute folgt der zweite Teil, denn beim Durchstöbern der Foto-Archive der letzten Jahre waren mir so viele tolle Bilder untergekommen, dass ich mich beim ersten Artikel einfach nicht entscheiden konnte! Außerdem erzähle ich euch dabei noch ein bisschen mehr über das Cachen auf Lost Places. Übrigens: Alle Bilder kann man anklicken und so in einer größeren Variante bestaunen – das lohnt sich! :-) (Und irgendwann krieg ich das auch mal so hin, dass die Bilder in einer hübschen Box aufgehen, die man wieder wegklicken kann… Irgendwann…)

Machen wir weiter, wo wir aufgehört haben: In Ostdeutschland. Dort gab es eine ganze Serie von Caches in einem stillgelegten Eisenbahn-Ausbesserungswerk.

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Blick in die große Werkshalle

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Unbefugten ist das Drehen verboten.

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Wir sind ein großer Fan von Schildern auf Lost Places. Gefühlt ein Drittel des Foto-Archivs besteht aus Schildern. Ein weiteres Drittel? Schalter. Schilder und Schalter sind unsere Mission, wie es scheint.

Leider waren die Caches hier sehr schlecht gepflegt. Immer wieder fehlten Stationen und waren Hinweise nicht aufzufinden. So haben wir das ganze nach einer Weile eher als Foto-Event gesehen.

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Ein ältlicher Herr schaut uns mahnend an: Kein offenes Feuer!

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Trommelwirbel: Ein Schild! Herr Niemann war wohl in Zimmer 6 der Hahn im Korb.

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Hier kann man sich mal in Ruhe niederlassen und dem Moos auf dem Fußboden beim Wachsen zusehen.

Lost Places sind keine Spielplätze. Das ist wohl jedem klar. Dennoch kam es kurz nach unserem Aufenthalt auf diesem Gelände zu einem schweren Unfall. Ein Geocacher stürzte beim Versuch, einen Kletter-Cache zu heben, von diesem Schornstein 22 Meter in die Tiefe und verletzte sich schwer:

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Das VEB RAW-Gelände und der besagte Schornstein. (Das Foto finde ich trotzdem großartig.)

Hier gerät man leicht in Versuchung, das Geocaching an sich und insbesondere an Lost Places zu “verteufeln”. Ich halte das nicht für sinnvoll. Für die Anzahl der Menschen, die deutschlandweit Geocaching als Hobby betreiben, gibt es ausgesprochen wenig Unfälle. Aus dem letzten Jahr sind mir zwei bekannt, wie viele Verletzte gab es in diesem Zeitraum zum Beispiel unter Bergsteigern? Jeder ist für sein eigenes Handeln verantwortlich und, wie schon oft gesagt: Man muss sich immer selbst sicher fühlen und sich nicht darauf verlassen, dass andere das vor einem ja auch schon gemacht haben. Gewisse Sicherheitsregeln sollte man beachten (das gilt für jeden, der so einen Ort besucht – ob nun zum Cachen, zum Fotografieren oder einfach so). Wir haben auch schon Caches abgebrochen, weil es uns zu gefährlich erschien. Da war uns auch egal, dass der Telefonjoker (ein anderer Cacher, den man anruft, wenn man nicht weiterkommt) sagte “Da bin ich gestern selber noch hochgeklettert, das hält schon.”

Und zur Aussage im verlinkten Zeitungsartikel, das Gelände sei ja umzäunt und der Verunglückte hätte sich “Zutritt verschafft”, möchte ich aus der Reihe ein Foto zeigen, welches nicht zu den tollsten überhaupt gehört, sondern nur illustrieren soll, wie offensichtlich dieses Gelände versperrt war:

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Eingang zum Gelände, von einer ganz normalen Straße aus. Es gibt nicht einmal ein Hinweisschild.

Das Gelände gehörte definitiv nicht zu den gefährlichsten, die wir gesehen haben. Auch wenn ich dort eher nicht auf einen Schornstein geklettert wäre – aber wir sind auch keine Klettercacher!

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Noch ein Blick in die riesige Werkshalle.

Ein weiteres Highlight der vergessenen Orte gehört in die Kategorie dunkel, eng und nichts für schwache Nerven: Bunker! Bunker gibt es fast überall in den verschiedensten Ausmaßen, vom kleinen Ein-Raum-Bunker mitten in der Stadt über fast vergessene, aber heute noch genutzte Anlagen (Hallo, Münster Hauptbahnhof) bis hin zum riesigen unterirdischen Areal für ganze Kompanien von Soldaten.

Leider habe ich nicht so viele gelungene Bunker-Bilder. Das liegt zum einen in der Natur der Sache: Unter der Erde ist es nun einmal stockdunkel, und man müsste für gute Fotos schon einen gewissen Aufwand betreiben. Da wir aber ja nicht zum Fotografieren an sich dort sind, tun wir das normalerweise nicht. Zum anderen sind sehr viele Bunker auch gar nicht so spektakulär, wie sie auf den ersten Blick scheinen. Gerade in der Stadt sind sie auch oftmals “teilzeitbewohnt” von Obdachlosen oder feiernden Jugendlichen, so dass durch die offensichtlichen Gebrauchsspuren jegliche geheimnisvolle Aura verloren geht.

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Ein dunkles Loch im Wald. Würdest du dich trauen?

Natürlich gibt es auch Ausnahmen, wie dieser ebenfalls ostdeutsche Bunker. Mitten im Wald befand sich dieses Loch im Boden. Ich sage euch, mein Adrenalinspiegel war an dieser Stelle SEHR hoch. Und das zu Recht. Denn natürlich hätte es uns hier genauso ergehen können wie dem abgestürzten Schornstein-Cacher. Also wurde natürlich alles doppelt und dreifach geprüft und wir agierten sehr, sehr vorsichtig. Alles in allem der einzige Cache, an dem wir jemals bewusst Spuren hinterließen. Wir markierten uns an jeder Abzweigung den Weg, den wir nahmen. Denn dies war ein wirklich ein riesiges, verzweigtes, unterirdisches Teil. Und es hat sich gelohnt! Hier bekommt man einen Eindruck (nicht unser Video):

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Der Held beim Abstieg. Und ein weiterer Grund, aus dem Bunker-Fotos schwierig sind: So unglaublich viel herumfliegender, den Blitz reflektierender Staub.

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Durch kleine, runde Löcher ging es von Raum zu Raum – siehe auch das Video. Die russischen Aufschriften überall zeugen von der Vergangenheit der Bunkeranlage.

Der Bunker ist mittlerweile zu, das Loch im Wald wurde verschweißt. Nur falls jemand auf Ideen kommen sollte. ;-)

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Wenn man solche Schilder sieht, bleibt man selbstverständlich sofort stehen und dreht um.

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Wer hat an der Uhr gedreht?

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He… He du… Willst du vielleicht ein “E” kaufen?

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Eindrucksvolle Halle.

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Na, traust du dich rein?

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Ich liebe die Farben in diesem Bild.

Natürlich sind manche Caches gruseliger als andere. Das kann zum einen an der Story liegen – man kann sich so einen Cache ja im Prinzip wie eine gute, alte Schnitzeljagd vorstellen (was vielleicht meine Vorliebe für das Hobby erklärt, denn früher gab es Schnitzeljagden immer zu meinen Geburtstagen). Das kann man ganz nüchtern machen (“Zähle jetzt die Treppenstufen und gehe dann genau so viele Meter nach links”) oder mit einer Story (“Löse das Rätsel um den geheimnisvollen Schlüssel”). Und Lost Places sind natürlich prädestiniert für Gruselstorys. Das macht so manchen Ort noch unheimlicher, als er es ohnehin schon ist. In der alten Nervenheilanstalt war es auf jeden Fall ziemlich spannend, mitsamt (fiktiven) Blutspuren, alten medizinischen Einrichtungsgegenständen und von innen zerkratzten Türen:

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Die Nervenheilanstalt. Den Cache haben wir allerdings leider nie gefunden.

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Sekt gibt’s hier nicht.

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Verrammelt und verriegelt.

Natürlich gibt es nicht nur Fabriken, Bunker und Krankenhäuser. Eine etwas ausgefallenere Location war ein leerstehendes Theater – großartig und äußerst beeindruckend:

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Wir waren nicht die ersten, die hier waren. Offensichtlich. Schade, vom Glanz vergangener Zeiten ist nur noch wenig zu sehen.

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Aufwärts.

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Leider habe ich trotz Wertmarke keine Getränke mehr bekommen. Der Service war leider eher mangelhaft.

So, das war es fürs erste! Im Urlaub waren wir mal wieder Cachen, aber keinen Lost-Place-Cache, sondern einen Herr der Ringe-Cache im Wald. Spannend: der erste Cache in diesem Wald, der vom zuständigen Revierförster geprüft und genehmigt wurde. Oft gibt es ja Spannungen zwischen Geocachern und Förstern/Jägern. Ich finde es total toll, dass hier zusammengearbeitet wird!

“Ich hab das mal gegooglet”: Was Google über dich weiß

Kürzlich las ich in Miris Jahrbuch diesen Artikel darüber, wie sie immer so viel googlet. Und fühlte mich ertappt. Denn: Das bin ja ich! Ich glaube, in der Top Ten der Sätze, die ich am häufigsten sage, ist “Ich hab das mal gegooglet” ziemlich weit vorn. Noch vor “Boah, jetzt ‘n Stündchen schlafen und dann ins Bett” nach der Mittagspause und knapp hinter “…” Ich google nämlich so ziemlich alles.

Ich google, welche Allergie man nur morgens hat (Hausstaub), ob man auf dem Game Boy seinen Tetris-Highscore speichern kann (nein, zumindest nicht auf meinem) und wie die Sicht in der ersten Reihe des Londoner Queen’s Theatre ist (nicht so super, daher saßen wir dann auch in Reihe 12). Ich google, wie man unförmige Geschenke einpackt (die Lösung findet ihr im Adventskalender), ob man den oder das Tribut zollt (den) und regelmäßig wieder die Öffnungszeiten unseres lokalen Schreibwarengeschäfts.

Wusstet ihr, dass man sich – sofern man ein Google-Konto hat und beim Suchen auch damit angemeldet ist – ansehen kann, wonach man gesucht hat? Unter www.google.de/searchhistory kann ich sehen, dass ich insgesamt (Stand heute) 3884 Google-Anfragen gestellt habe, dass ich freitags am häufigsten google und auf welche Suchergebnisse ich am häufigsten klicke. Das sind übrigens in meinem Fall die Postleitzahlen-Suche, die Kontakt-Seite meines Zahnarztes (ich sollte mir mal die Telefonnummer speichern) und erstaunlicherweise auch die meines Frisörs (von dem habe ich mir übrigens kürzlich tatsächlich die Nummer aufgeschrieben).

Man kann sich seine letzten Bildersuchen (mein Top-Tipp übrigens dieser hier) genauso ansehen wie seine letzten bei Google Maps angezeigten Routen,  und man sieht sämtliche (sämtliche! Ever!) Suchbegriffe sowie die Links, auf die man daraufhin geklickt hat. Ich muss zugeben, diese Datenmenge hat mich ganz schön umgehauen, obwohl ich natürlich weiß, dass Google alles speichert, was man ihm nur gibt. Eigentlich ist es wirklich amüsant, noch mal nachzublättern, was man in den letzten Wochen so alles gegooglet hat. Von “ausgesetztes Kaninchen einfangen” über “DM Foto Entwicklung Dauer” bis hin zu “Wasser im Ohr” (ich erwähnte, dass ich alles google?) kann ich quasi nachlesen, was mich so beschäftigt hat. Erstaunlich.

Übrigens kann man seine Google-History löschen und auch verhindern, dass Google neue Suchen speichert. Im Zuge der Datensicherheit habe ich das gleich mal gemacht. Aber das heißt natürlich nicht, dass die Daten nicht trotzdem gespeichert werden. t3n erklärt, wie’s geht und sagt dazu:

Mit den hier aufgezeigten Schritten verhindert ihr, dass Google die Daten aus allen Diensten im Google-Kosmos, zum Beispiel YouTube und Google+, mit eurem Webprotokoll kombiniert und für interne Zwecke verwendet. Leider funktioniert das nur eingeschränkt. Tatsächlich sammelt Google auch dann weiter Daten über euch, wenn das Webprotokoll, wie oben gezeigt, angehalten wurde. Erst nach 18 Monaten anonymisiert Google die zusammengetragenen Daten teilweise und einige Features, wie die personalisierten Suchergebnisse, fallen weg. Lässt man das Webprotokoll hingegen eingeschaltet, speichert und verarbeitet Google eure Daten in nicht anonymisierter Form theoretisch unbegrenzt lange.

Also: Kann man mal machen, denn außer Amüsement in diesem Artikel habe ich die Google-Suchhistory bislang überhaupt nicht genutzt und bin auch erst bei der Recherche für diesen Post darüber gestolpert. (Ja. Ich habe beim Schreiben dieses Artikels “Google History” gegooglet, um euch meine Such-Beispiele geben zu können.)

Ebenfalls in den Einstellungen zu finden: Die interessenbezogenen Google-Anzeigen. Diese versuchen, anhand deiner Surfgewohnheiten deine Interessen herauszufiltern, um dir personalisierte Werbung anzuzeigen. Funktioniert das? Erstaunlich gut. Ich interessiere mich demnach – durchaus korrekt – beispielsweise für Blogging-Ressourcen und -Dienste, Backwaren, Kameraobjektive, Internet-Phänomene und “Haushalt und Inneneinrichtung”. Von 41 vorgeschlagenen Interessen fand ich nur genau drei, denen ich nicht unbedingt zustimmen würde: Wintersport, Hunde und Abendgarderobe. Auch die interessenbezogenen Anzeigen habe ich daher nun erst einmal deaktiviert.

Wenn ihr also gerade sowieso schon in den Google-Einstellungen seid: Es lohnt sich, einfach mal alles durchzuklicken. Jetzt kriege ich zum Beispiel hoffentlich keine nervigen Benachrichtigungen mehr zu Google+, was ich überhaupt nicht nutze (“Kennst du den Helden? Kennst du deinen Vater?” Ja, die kenne ich alle, aber ich muss sie nicht auf Google+ hinzufügen!).

Und? Was sind eure Top-Suchanfragen? ;-)

Zur besseren Hausfrau von A bis Z – Heute: Hausputz und die richtige Lese-Haltung

Fühlt ihr auch schon, wie langsam das Bedürfnis in euch wächst, Kittelschürzen zu tragen? Sehr gut, sehr gut, lasst es ruhig raus! Unser Hausfrauen-Level ist jetzt schon mindestens auf Stufe 7, und heute werden wir mit dem Buchstaben H die achte Stufe erreichen!

Wie schon gesagt: Ich denke, die meisten von euch lesen gern. Achtet dabei unbedingt darauf, dass ihr euch richtig positioniert. Nicht, dass ihr noch unattraktiv wirkt:

Haltung, richtige, beim Lesen: Wenn es auch nicht immer möglich ist, beim Lesen die Beine hochzulegen, ws für die Entspannung des Körpers am besten ist, so muss auf jeden Fall das Buch zum Kopf gehoben werden, um zu vermeiden, dass sich ein Doppelkinn bildet. Ganz falsch ist es, mit vorgebeugtem Oberkörper und krummem Rücken zu lesen. Der Kopf hängt dabei so tief herunter, dass er mit der Hand gestützt werden muss. Das sieht nicht nur hässlich aus, es ist auch ungesund.

Jetzt sind all die Kinderlosen unter uns glücklich – Erwachsene sind nämlich deutlich sauberer, wie es sich herausstellt. Der große Hausputz ist kein Zuckerschlecken! Übernehmt euch nicht, sonst könntet ihr die eure anderen Aufgaben vernachlässigen. Vielleicht holt ihr euch Hilfskräfte dazu (ihr solltet mittlerweile gelernt haben: der Gatte zählt hier nicht!). Ansonsten packt schon mal eurer gesamtes Putzutensilienarsenal aus:

Hausputz, großer, rationalisiert und dadurch leichter. Ob der große Hausputz im Frühjahr (also nach der Heizperiode) oder im Herbst (vor dem Kälteeinbruch) durchgeführt wird, vielleicht gar zweimal im Jahr, hängt von der Größe des Haushaltes ab und auch davon, wie die Räume gebraucht werden. Erwachsene verursachen wenigr Staub und nutzen die Böden nicht so ab wie Kinder. – Je nachdem ob Hilfskräfte zur Verfügung stehen oder ob die Hausfrau alles allein bewältigen muss, den Hausputz auf mehrere Tage verteilen. Es wäre ganz falscher Ehrgeiz, alles in kürzester Zeit schaffen zu wollen. Kinder und Mann würden unter diesem Blitzeinsatz leiden, die Hausfrau danach “am Boden zerstört” sein. In der Woche vor dem eigentlichen Hausputz Schränke und Schubladen ausräumen und auswischen. Was nicht mehr gebraucht wird, wegwerfen und die Fächer gut geordnet wieder einräumen. Bücherschrank oder -regale ausräumen, Bücher absaugen, ebenso die Polstermöbel. Bücher wieder aufstellen. Möbel mit Möbelpolitur bearbeiten, Türklinkeln polieren. Spiegel und Bilder säubern, Betten und Matratzen lüften und absaugen, Kissenbezüge und Decken waschen. Nun ist schon vieles geschafft. Wenn Vorhänge und Gardinen aus Chemiefaserstoffen gearbeitet sind, können sie erst am gleichen Tage gewaschen werden, an dem das betreffende Zimmer geputzt wird, denn sie müssen ja feucht aufgehängt werden. Die anderen Gardinen (Vorhänge) vorher waschen, bügeln oder spannen, und so aufbewahren, dass sie nicht knittern. Hier hilft am besten die Spezialwäscherei, die dann zum gewünschten Termin die “Sauberen” liefert. Am Abend vor dem “großen Tag” alles restlos vorbereiten: Staubsauger, Teppichklopfer, Eimer, Besen, Mop, Schrubber, Staublappen, Putzlappen, Fensterleder, Bodenwachs, Stahlwolle und Stahlspäne fürs Parkett, falls dieses nicht versiegelt ist, Spezialmittel zur Möbelpflege, für Badewanne, Waschbecken, WC, Pinsel zum Abstauben, Schlüssel für Doppelfenster, außerdem alte Tücher oder Plastikdecken zum verhängen von bereits gesäuberten Regalen (Bücher) und Polstermöbeln. Gute Stehleiter nicht vergessen! Zum Hausputz bindet sich die Hausfrau die Haare ein, zieht eine Kittelschürze mit Taschen (für Staubtücher usw.) an und krallt die Fingernägel in ein Stück Seife, damit sich der Schmutz nicht an den feinen Nagelhäutchen festsetzt, sehr praktisch sind aber auch Gummihandschuhe. (…)

Ich hoffe nun, ihr glaubt nicht, damit sei es getan? Natürlich muss nicht nur einmal im Jahr geputzt werden. Es ist viel schlimmer: Täglich gibt es etwas zu tun! Aber vielleicht schlagt ihr zwischendurch noch mal bei E wie Entspannung nach. Nicht, dass ihr am Dienstag versucht, das ganze Wohnzimmer auf einmal zu putzen, und plötzlich seid ihr am Abend, wenn der Gatte heimkommt, erschöpft:

Hausputz, täglicher: Einmal in der Woche werden alle Räume etwas gründlicher gepflegt. Die Fensterbretter werden dabei feucht abgewischt, die Fußböden gewachst. Für die Hausfrau ist es eine große Erleichterung, wenn sie sich die anfallenden Arbeiten ihren Kräften entsprechend über die Wochentage verteilt. Sie hat ja auch Verpflichtungen ihrer Familie gegenüber. Eine von der Hausarbeit “erledigte” Mutter und Frau kann niemals die Atmosphäre um sich verbreiten, die für ein harmonisches Familienleben notwendig ist. Hausfrauen, denkt daran!

Ja, denkt daran (das Zitat klingt so dazugedichtet, aber das ist es definitiv nicht!), liebe Leserinnen! Die Hausaufgabe diese Woche: Beim Lesen kein Doppelkinn bilden. Dafür doppelt so viel lesen. Der Hausputz kann dann ausfallen. Man muss sich seine Kräfte einteilen! Nächste Woche an dieser Stelle: der richtige Umgang mit Jugendlichen, und die passende Kleidung für die Hausfrau.

12 von 12 im September 2014

Ein kurzer Urlaubsgruß von mir! Wir genießen unsere freien Tage und netterweise spielt auch das Wetter mit. Da poste ich doch besonders gern die 12 von 12!

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Vor allem, wenn das schöne Wetter bedeutet: Frühstück mit Seeblick auf der Außenterrasse!

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Wenn dann noch ein gutes Buch dabei ist, ist doch schon mal viel gewonnen.

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Heute wollen wir im Wald einen Cache suchen. In der Cache-Beschreibung steht, dass wir einen halben Liter kochendes Wasser benötigen, “im Behälter, der auf zauberhafte Weise warm hält” – nun denn! Erst beim Bearbeiten der Fotos habe ich mein zufälliges “Selfie” bemerkt – sonst hätte ich freundlicher geschaut. ;-)

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Also, auf geht es über die Golden-Gate-Bridge des Niederrheins in Richtung Reichswald!

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Auf dem Parkplatz werden noch fix die Schuhe getauscht…

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…und dann geht es auf in den Wald.

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Dort finden wir heute ein Buch, das uns die Geschichte des Caches näherbringt…

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…sowie die Schlafstätte ganz bezaubernder kleiner Hobbits, die uns einige wichtige Zahlen verraten.

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Zwischendurch wird ein bisschen gerätselt…

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…und das heiße Wasser benötigen wir tatsächlich auch!

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Schließlich ist der Cache gefunden und wir begeben uns (nachdem wir uns umgezogen und von Waldspuren befreit haben) in unsere Lieblings-Pizzeria im Dorf. Okay, zugegebenermaßen ist es die einzige Pizzeria im Dorf. Dennoch schmeckt die Pizza dort einfach unglaublich gut!

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Und jetzt genießen wir unseren Feierabend auf dem Sofa!

Mehr 12 von 12 gibt es wie immer bei Caro!

(2013, 2012, 2011)

Links und rechts vom Blog #3

Unser Urlaub steht kurz vor der Tür! Heute geht es auf zum Arbeitsendspurt. Aber natürlich lasse ich euch nicht einfach so zurück! Da ich keine Zeit für ausgiebige Texte und spannende Geschichten habe, lasse ich heute wieder einmal einfach andere sprechen:

Mark Manson ist 30 Jahre alt, Amerikaner und veröffentlicht auf seiner Website viele wunderbare “Coaching-Texte” (in Ermangelung eines besseren Worts und nicht abfällig gemeint). So hat er zu seinem 30. Geburtstag er seine älteren Leser gefragt, welche Lektionen sie in ihren 30ern gelernt hatten (mein Favorit ist Punkt 8). Jüngere Leser lesen vielleicht zunächst “10 Life Lessons I learned from surviving my 20s” (einer Liste, der ich vorbehaltlos zustimmen kann, insbesondere der Feststellung im letzten Punkt).

Den Blog von Frau Haessy habe ich erst erschreckend spät entdeckt. Dabei schreibt sie ganz wunderbar und ich musste mich erst mal laut lachend und kopfnickend durch ihr halbes Archiv wühlen, nachdem ich auf die Seite gestoßen war. Besonders wiedergefunden habe ich mich in diesem Text (zum Glück ist unser Urlaub noch relativ am Anfang des Monats). Und bei diesem Artikel musste ich daran denken, wie wir neulich zu dritt einen Pizzadienst auswählen wollten. Hüstel.

Ich glaube, ich habe im Leben noch nicht die “Zeit” gelesen. (Darf man das zugeben?) Aber glücklicherweise gibt es die Seite “Zeit der Leser” auch als Blog. Für eine kleine Portion Glück: Leser schreiben, was ihr Leben reicher macht, zeigen alte Erinnerungen oder teilen ihre “Wort-Schätze”. Es gibt auch ein Buch dazu, welches unbedingt auf meiner Wunschliste steht!

Kennt ihr schon den Blog von Streifenliebe? Nicole schreibt unter anderem die großartige Serie “Bugfixing” – um sie selbst zu zitieren: “Die Lebensqualität steigern, indem ich alte, verstaubte Denk- und Verhaltensmuster (Stichwort BUGS) loslasse und durch neue, positivere ersetze.” Illustriert mit absolut niedlichen Sketchnotes (kleinen Zeichnungen), die mich immer neidisch machen, weil ich auch gern so zeichnen könnte. Lese-Empfehlung!

Und abschließend: Zu einem der besten deutschsprachigen Lieder der letzten Zeit gibt es jetzt auch ein Video. Das ist zwar nicht so ganz mein Fall (ich bin irgendwie kein Fan von Videos, die jede Zeile des Textes unbedingt visualisieren müssen – aber das ist Geschmackssache), aber ich nehme es gern zum Anlass, euch das Lied noch mal zu zeigen. Ich möchte dabei immer am liebsten alle Fenster aufreißen und es ganz, ganz laut aufdrehen. Nur eine (weitere) Hoffnung bleibt nach dem Ansehen des Videos: Dass auch der Tag kommen wird, an dem beim Fußballspielen im Park ganz selbstverständlich auch Mädchen mitmachen:


So, jetzt seid ihr hoffentlich für meinen Urlaub lesetechnisch ausgestattet! Wobei ich mich, siehe Link 2, sicherlich melden werde. Schließlich fallen unter anderem die 12 von 12 in die Urlaubswoche!

Zur besseren Hausfrau von A bis Z – Heute: Gäste, Geschenke und Geschirrspülautomaten

Ich bin mir ziemlich sicher, dass ich ein Ratgeberbuch wie “Das 1×1 des guten Haushalts” tatsächlich genutzt hätte, wenn ich vor 50 Jahren gelebt hätte. Nicht umsonst ist einer meiner am häufigsten verwendeten Sätze: “Ich hab das mal gegooglet”. Und ich google sicherlich einiges, was ich auch in dem Buch finden könnte. Wie hätte ich vor 50 Jahren gewusst, womit man welche Flecken entfernt, was ich verschenken soll oder wie ich einen Kindergeburtstag zu veranstalten habe? Im Grunde ist das Buch nichts anderes als das Google der 1960er Jahre!

Ich finde es übrigens super, wie toll ihr mitmacht. Katha hat zum Beispiel ein Bild gepostet, wie sie die letztwöchige Hausaufgabe umsetzt. Das ist natürlich gern gesehen und gibt Bonuspunkte! ;-) Heute wenden wir uns in unserem kleinen Hausfrauen-Seminar den Buchstaben F und G zu.

Eine halbe Stunde sollte man den Kindern schon widmen. Aber mal ehrlich, am Abend muss man ja schließlich auch mal seine Ruhe haben:

Feierabendgestaltung mit größeren Kindern: Die beste Zeit ist ein halbes Stündchen anschließend ans Abendessen. Dann kommen die Kinder noch rechtzeitig ins Bett, Vater hat noch genügend Zeit für sein Hobby, und die Hausfrau nimmt sich nach der genossenen Atemause gern eine Flick- oder Handarbeit vor, falls sie nicht lieber liest oder Briefschulden erledigt.
Es gibt verschiedene Möglichkeiten diese Entspannungszeiten so zu gestalten, dass die Kinder, aber auch die Erwachsenen damit zufrieden sind. An einem Abend werden Schallplatten gehört, die der Jugend Spaß machen, am nächsten Abend wählen die Eltern aus, was ihnen gefällt. Außer dem beliebten Rommé gibt es noch viele lustige Gesellschaftsspiele, alles Belehrende sollte am Abend gemieden werden.
Der Hauptgrund des gemeinsamen Feierabends ist: Aufregungen, vielleicht auch Spannungen des Tages zu vergessen und damit die Grundlage für einen guten Schlaf zu schaffen.

Die Frage, die sich mir hier stellte, war: Zählt der Gatte als Hilfskraft? Aber ich Dummerchen konnte mir die Antwort eigentlich ziemlich schnell selbst geben. Die zweite Frage war schon etwas schwieriger: Was sind eigentlich Fischmarinaden?

Gäste zum Familienfest sind herzlich willkommen, wenn die Hausfrau beizeiten Vorsorge getroffen hat, dass alles klappt. Die erste Frage, die zu beantworten ist: Wieviel Gäste können bequem untergebracht werden? Die zweite Frage: Ist eine Hilfskraft vorhanden, die kochen kann? Sind diese beiden Fragen gewissenhaft beantwortet, dann kann geplant werden. Muss die Hausfrau die Küchenarbeit selbst übernehmen, wird zur Kaffeetafel eingeladen. Sie bietet Gelegenheit, die Gäste auch an mehrere Tische zu setzen. Der Kuchen kann schon vorher gebacken oder bestellt werden; dann gilt es nur noch, alles festlich zu schmücken. Einen Vorteil bietet die Placierung an verschiedenen Tischen auch noch: Das Kaffeegeschirr braucht nicht für alle Gäste übereinzustimmen. In die Tischmitte kommt ein farblich geschmackvoll zusammengestelltes Blumenarrangement, auf oder neben die Kuchenteller die Servietten. – Nehmen an einem Familienfest (Taufe oder Geburtstag) nur wenige Gäste teil und ist eine Haushaltshilfe vorhande, die in der Küche nach dem Rechten sehen kann, dann ist eine festliche Mittagstafel das richtig. Außer dem Hauptgericht hat die Hausfrau Suppe oder Vorspeise und einen leckeren Nachtisch vorbereitet. Mit Hilfe von Tiefkühlkost ist alles kein Problem mehr. Das Gedeck für jeden Gast besteht aus einem flachen Teller, auf den der Suppenteller (die Suppentasse) oder der kleine Teller für die Vorspeise gestellt wird. Links neben dem Essteller steht der Teller für die Süßspeise. Beiderseits des flachen Tellers sind die Bestecke gelegt, und zwar in der Reihenfolge ihrer Benutzung von außen nach innen. Über dem Teller liegen – mit dem Stiel nach rechts – Suppen- und Dessertlöffel. Die Gläser finden ihren Platz rechts über dem Teller. Auch hier, wie bei der Kaffeetafel, sind die Servietten gefaltet, und die Tischmitte ziert eine Schale mit niedrigen Bumen, damit sie nicht die Aussicht auf das Gegenüber verdeckt. – Die meiste Vorbereitungszeit fordert das “Kalte Büffet”, das aber trotzdem sehr beliebt ist. Es wirkt festlich wie ein großes Abendessen, es können aber mehr Gäste bewirtet werden, ohne unter Raumnot leiden zu müssen. Die Gäste bedienen sich selbst, leckere Salate, kaltes Geflügel, Aufschnitt, Fischmarinaden und Käse stehen bereit, ebenso Brot und Butter, Süßspeisen und Früchte, natürlich auch Getränke, wobei alkoholfreie für die motorisierten Gäste nicht vergessen werden dürfen. Bestecke, Teller und Gläser stehen auf einem kleinen Tischchen daneben, zusammen mit Gewürzen und Papierservietten. Auch bei den Vorbereitungen für das “Kalte Büffet” wird sich die kluge Hausfrau der Tiefkühlkost – vielleicht sogar aus eigenem Vorrat (siehe Tiefkühlkost und Tiefkühlschränke) – bedienen.

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Nachdem wir schon geklärt haben, was mit den größeren Kindern anzufangen ist (siehe oben), will manchmal natürlich auch der kleinere Nachwuchs beschäftigt werden. Umso mehr, wenn ein Geburtstag ins Haus steht! Ich weiß ja, einige von euch planen schon die dollsten Kinderpartys, aber macht ihr das auch wirklich richtig?! Ich warte zum Beispiel noch auf die erste Luftschnapp-Polonaise meines Lebens:

Geburtstagsfest für die Kleinen zwischen drei und sechs Jahren bedarf einer vernünftigen Zeiteinteilung, wenn alles wie am Schnürchen laufen soll. Sechs kleine Geburtstagsgäste sind ausreichend, wenn Mutti alles allein bewältigen muss; sind größere Geschwister vorhanden, kann die Zahl auf zehn erhöht werden. Die Mütter der kleinen Gäste sind unerwünscht! Ein zweistündiges Fest ist für alle Beteiligten das beste. Zweimal je 45 Minuten zum Spielen, dazwischen eine halbstündige Schmauspause, bei der natürlich nur das gegeben wird, was nicht schmiert und die kleinen Mägen nicht zu sehr belastet. Buttercremetorten sind also ebenso fehl am Platz wie Süßspeisen mit Schlagsahne. In der kalten Jahreszeit ist Kakao das richtige Getränk, an heißen Tagen sollte außer Limonade auch kalter Pfefferminz- oder Lindenblütentee mit Zitrone bereitgestellt werden, um durstige Kehlen zu erfrischen. Ein schöner Gugelhupf, Marmorkuchen oder auch ein leckerer Quarkkuchen sind bei Kindern stets willkommen. Zum Abschluss des Festes kann es auch noch Würstchen mit Weißbrot geben; dazu werden weder Messer noch Gabeln gebraucht, dafür aber umso mehr Papierservietten! Um Spieleifer und Spannung zu steigern, kleine Preise bereithalten. Luftballons, Sandförmchen, Würfel, Autos, Püppchen kosten wenig und machen den Kindern, die eine Vorliebe für Miniaturausgaben haben, viel Freude. Steht ein Garten zur Verfügung und ist gutes Wetter, lässt sich die kleine Rasselbande leicht beschäftigen; im Zimmer muss zwischen den einzelnen Spielen eine kleine “Luftschnapp-Polonaise” eingeschoben werden. Dabei fassen sich alle Kinder an der Hand. Mutti führt die “Schlange” an und geht nun langsam durch das Zimmer, erst im Kreis, dann auf den Korridor und wieder zurück ins Zimmer; dabei wird ein kleines Liedchen gesungen. Aber auch die Polonaise darf nicht zu lang ausgedehnt werden; kleine Kinder haben keine große Ausdauer, sondern wollen immer wieder etwas Neues erleben. Wichtig ist’s, die kleine Geburtstagsfeier so rechtzeitig zu beenden, dass die Gäste nicht mehr da sind, wenn Vati heimkommt. Nach einem anstrengenden Arbeitstag ist er dem Ansturm vieler kleiner Kinder sicher nicht mehr gewachsen! Anregungen für Spiele: Siehe Kinderspiele.

Wo wir gerade beim Thema sind: Nicht nur zu Geburtstagen, auch an vielen anderen Terminen sind Geschenke angesagt. Mit den heutigen Amazon-Wunschzetteln haben wir es schon etwas komfortabler als früher. Aber sollte der Beschenkte einen solchen nicht haben, kann man ja immer noch aus der folgenden Liste auswählen (vielleicht kann man das auch als Drohung verwenden gegenüber Menschen, die sich partout nichts wünschen mögen):

Geschenke zu Familienfesten (Taufe, Konfirmation, Kommunion, Verlobung, Hochzeit) sollen erfreuen und “Einzelgänger” sein. Um die Gefahr auszuschalten, dass ein Geschenk in drei- oder vierfacher Ausführung überreicht wird, ist es ein hübscher Brauch, dass Mutter oder Schwester eine Liste mit den Wünschen zusammenstellt (besonders wichtig bei jungen Paaren, die einen neuen Hausstand gründen wollen). Diese Liste zirkuliert im Verwandten- und Bekanntenkreis, und jeder kreuzt das an, was er zu schenken beabsichtigt. – Größere Geschenke werden schon einige Tage vor dem eigentlichen Festtag geschickt. Die Geschäfte übernehmen dies gern, auch in schöner Geschenkverpackung. Die Schenkenden bitten um Entfernung des Preisschildes und legen ein Kärtchen in weißem Umschlag bei. Am Festtag werden alle Geschenke hübsch aufgebaut, auch die kleinste Gabe darf dabei nicht vergessen werden. Nicht die Kostbarkeit eines Geschenks ist entscheidend, sondern der Geist, aus dem es gegeben wird.
Geschenke sollten dem Schenkenden ebensoviel Freude bereiten wie dem Beschenkten. Geschenke, die aus Berechnung gemacht werden, also um Rückgeschenke zu erhalten, sind unaufrichtig. Dies erkannte bereis 1962 Christoph Lehmann, der unter anderem schrieb: “Man schenkt keinem Wurst, man weiß dann, dass er eine Sau werd schlachten.” Auch “Rundreisegeschenke” sollten nicht auf den Weg gebracht werden. Wie peinlich, wenn das Geschenk dem ersten Geber anderswo wieder unter die Augen kommt. Verpflichtende Geschenke sind ebenfalls zu streichen. Ein Herr wird deshalb einer befreundeten Dame keine Wäsche, Strümpfe oder andere Kleidungsstücke schenken. Hier sind Bumen, Konfekt , Schallplatten oder Bücher besser am Platz. Das richtige auszuwählen wird nicht schwerfallen, da der Geschmack bekannt sein dürfte.

Vorschläge:
Für die Hausfrau: Vasen, Taschentücher, Cocktailschürze, Nähkasten, Saftservice, Konfekt, Briefpapier, Bücher
Für den Hausherren: Zubehör fürs Auto, Zigarettenkasten, Bücher, Weinkühler, Aktenmappe, Korkenzieher, Handwerksschrank, Schallplatten
Für den jungen Herrn: Schallplatten, Fotozubehör, Fotoalbum oder Diarahmen, Bücher, Krawatten
Für die junge Dame: Maniküreetui, Seidenschal, Handtasche, Schallplatten, Bücher
Für die Kinder: Warmhalteteller, Sparbüchsen, Roller, Dreirad, Laubsägegarnitur, Kinderbücher
Fürs Baby: Spieltiere aus Gummi, Würfelpyramide aus Plastig, Rassel, Löffel und Essensschieber, Spielhöschen

Wenn die Gäste dann weg sind und alle Partys vorbei, ist die fleißige Hausfrau froh, wenn sie das gesamte Geschirr nicht von Hand spülen muss. Den Gatten tangiert das eher peripher:

Geschirrspülautomaten. Ob sich die Anschaffung eines Geschirrspülautomaten lohnt, kann nur die Hausfrau entscheiden, die sich täglich mit der etwas lästigen Arbeit des Geschirrspülens beschäftigen muss. Den Hausherrn interessiert die Angelegenheit nur am Rande; falls er nicht täglich bei der etwas unbeliebten Küchenarbeit mithilft. (…)

Die 50 Jahre alten Tipps zur Auswahl des richtigen Geschirrspülers erspare ich euch mal, da voraussichtlich nicht mehr wirklich relevant. ;-) So, Hausaufgabe für die kommende Woche: Fischmarinade probieren. Danach vielleicht eine kleine Luftschnapp-Polonaise. Sofern ihr einen Geschirrspülautomaten habt. Solltet ihr ohne ein solches Gerät leben müssen, habt ihr frei. Das tägliche Spülen ist schon Stress genug. Nächstes Mal geht es um die richtige Haltung beim Lesen und ums Thema Hausputz!

Buchtipp: Little Brother von Cory Doctorow

Wie schon angedeutet: Nach dem vorherigen Buch war die heutige Lektüre ein ziemliches Kontrastprogramm!  In “Little Brother” von Cory Doctorow geht es um den 17jährigen Marcus, der in einem Amerika der nicht allzu fernen Zukunft zur Schule geht. Sein Alltag ist bereits ziemlich überwacht, doch er ist sehr geschickt darin, die Kameras und Überwachungsprogramme auf dem Schulcomputer zu umgehen. Eines Tages wird ein schrecklicher Terroranschlag auf seine Heimatstadt San Francisco verübt – und durch Zufall gerät er ins Visier der “Homeland Security” und findet sich blitzschnell im Gefängnis wieder. Als er nach langen Tagen mit quälenden Verhören nahe an der Folter endlich wieder frei ist, beschließt er, die neuen Sicherheits- und Überwachungsmaßnahmen, die als “Schutz” nach dem Anschlag eingeführt wurden, aktiv zu bekämpfen…

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Auf den Autoren kam ich, da er in “Ready Player One”, welches ich hier einmal vorgestellt habe, erwähnt wurde. Der Kanadier Cory Doctorow schreibt Science-Fiction-Bücher, dieses gehört eigentlich ins Young Adult-Genre, aber das ist ja heutzutage keine Schande mehr, so etwas auch als Erwachsene zu lesen. ;-) Außerdem setzt er sich sehr für die Netzfreiheit, Datenschutz und eine Liberalisierung des Urheberrechts ein und veröffentlicht alle seine Bücher unter Creative Commons-Lizenz. Wenn ihr also Interesse habt, könnt ihr das Buch (und alle anderen von ihm) auf seiner Website kostenlos für euren E-Reader herunterladen – natürlich nur auf Englisch. (Auf Deutsch kann man das Buch ebenfalls herunterladen, und zwar hier.) Seine Gründe dafür erklärt er folgendermaßen:

“But ebook publishers don’t respect copyright law, and they don’t believe in your right to own property. Instead, they say that when you “buy” an ebook, you’re really only licensing that book, and that copyright law is superseded by the thousands of farcical, abusive words in the license agreement you click through on the way to sealing the deal. (Of course, the button on their website says, “Buy this book” and they talk about “Ebook sales” at conferences — no one says, “License this book for your Kindle” or “Total licenses of ebooks are up from 0.00001% of all publishing to 0.0001% of all publishing, a 100-fold increase!”)

I say to hell with them. You bought it, you own it. I believe in copyright law’s guarantee of ownership in your books. (…)

Why am I doing this? Because my problem isn’t piracy, it’s obscurity (thanks, @timoreilly for this awesome aphorism). Because free ebooks sell print books. Because I copied my ass off when I was 17 and grew up to spend practically every discretionary cent I have on books when I became an adult. Because I can’t stop you from sharing it (zeroes and ones aren’t ever going to get harder to copy); and because readers have shared the books they loved forever; so I might as well enlist you to the cause.” (Zitatquelle)

Cory Doctorow

Wie großartig ist dieses Bild? Ich möchte so ein Bild von mir. Ich möchte so ein Zimmer. Und dann so ein Bild. (Quelle)

Sehr sympathisch, oder? Über die Copyright-Frage bei Ebooks haben mein Arbeitskollege schon hitzige Diskussionen am Mittagstisch geführt. Es ist wirklich kein einfaches Thema, und das kostenlose zur Verfügung stellen ist eine Methode, die auf den ersten Blick absurd wirkt. Aber ich glaube, dass es funktionieren kann – sofern man gute Bücher bietet, die sich durch Weitererzählen und Empfehlungen (so wie hier) verbreiten. Bei mir hat es übrigens geklappt: Ich fand das Buch super, und den zweiten Teil werde ich mir nun nicht gratis herunterladen, sondern kaufen – als Hörbuch, das wird nämlich von Wil Wheaton (große Geek-Liebe) gelesen! Das deutsche Hörbuch liest übrigens Oliver Rohrbeck, sicher auch sehr empfehlenswert.

Also, zurück zum Buch: “Little Brother” ist wie gesagt ein Young-Adult-Roman, und so konnte ich mich in den Protagonisten auch nicht mehr zu 100% einfühlen. Über 30 und so, ihr wisst schon. ;-) Sprachlich war das Buch unspektakulär, gelegentlich – bei technischen Details – sind meine Gedanken sogar etwas abgeschweift. Nichtsdestotrotz hat mir die nur so gerade eben fiktive Welt mehr als einmal einen Schauer über den Rücken gejagt, denn: So weit von der Realität entfernt ist dieses Szenario gar nicht. Smartphones, Google, Amazon & Co. wissen mehr über uns als viele unserer Verwandten. Spätestens seit Snowden wissen wir, wie sehr wir überwacht werden. Und ähnlich, wie die Bürger im Buch die “Sicherheitsmaßnahmen” nach den Terroranschlägen sogar begrüßen, kümmern sich auch in der Realität viele Menschen nicht darum, welche Daten sie preisgeben. Oder wie und wo sie überwacht werden. Stichwort: “Ich habe schließlich nichts zu verbergen.” Das Buch zeigt sehr eindringlich, wohin diese Einstellung führen kann.

Nach der Lektüre fühlte ich mich leicht paranoid, obwohl ich bis dahin eher zur “Nichts zu verbergen-Fraktion” gehörte. Am liebsten hätte ich sofort mein Handy verschlüsselt und meinen Facebook-Account gelöscht. Stattdessen habe ich ein Foto mit meinem Android-Handy (= Google) gemacht und es auf Instagram (= Facebook) gepostet. Hüstel. Es ist ja so bequem und unterhaltsam. Aber es geht ja auch gar nicht darum, solche Dienste gar nicht mehr zu nutzen. Es geht darum: Wer nutzt unsere Daten wofür? In den meisten Fällen wissen wir das gar nicht so richtig, oder? Und während ich als öffentlich bloggende Person mich vielleicht nicht wirklich darüber beschweren kann, dass meine Privatsphäre nicht respektiert wird, bestimme ich hier immerhin selbst darüber, was ich preisgebe. Google hingegen kann vermutlich ein relativ akkurates Bild von meinen Geheimnissen zeichnen – angefangen bei Gesundheitsfragen über die nächsten Urlaubsziele oder was ich dem Helden zu Weihnachten schenken möchte. Und warum? Weil ich es preisgebe. Freiwillig. Wer hat diese Informationen noch? Was kann er damit anfangen?

Ein Fazit habe ich offen gestanden jetzt nicht so richtig, lediglich die Empfehlung, das Buch zu lesen und sich seine eigenen Gedanken zu machen. Für Diskussionen in den Kommentaren bin ich außerdem jederzeit offen! Falls ihr euch für Cory Doctorow und seine Ideen interessiert, hier ist vor kurzem ein interessantes Interview (auf deutsch) mit ihm erschienen, in dem er seine Ideen zum Thema Copyright näher erläutert.  Eine gute Einführung zu den Themen, die auch im Buch diskutiert werden, findet ihr im Jetzt-Magazin der Süddeutschen Zeitung. Und falls ihr das Internet – unser digitales Zuhause! – ein bisschen sicherer, freier und offener machen wollt, schaut euch mal diese Seite (auf englisch) an.

Ich habe ja schon länger WhatsApp durch Threema ersetzt – aber das war es auch schon. Mal sehen, ob ich jetzt noch einige andere Maßnahmen ergreifen werde. Wie sieht’s bei euch aus? Macht ihr euch Gedanken zum Thema, oder gehört ihr zur “Ich habe nichts zu verbergen”-Fraktion?