Archiv der Kategorie: Medien

Fortuna und die Medien

Vielleicht mag der eine oder andere Leser es ja schon mitbekommen haben: Ich lebe in Düsseldorf (noch). Was aber ganz sicher jeder Leser mitbekommen hat, weil es heute einfach allgegenwärtig ist: Düsseldorf hat gestern den Aufstieg geschafft. Sort of. Wobei, so richtig merkt man den Medienberichten nicht an, dass es darum geht. Es geht vielmehr um: “Zuschauer-Skandal beim Relegationsspiel“, die “Fußballschande von Düsseldorf” oder – mein Favorit! – ein befürchtetes “Blutbad“.

Kann wirklich jemand, der das Spiel gesehen hat, von einem potenziellen “Blutbad” sprechen?! Ja – da waren Menschen auf dem Spielfeld. Nein – die gehörten da nicht hin. Ja – es war unprofessionell und ja, vermutlich hat die Security versagt. Aber die Dimensionen, in denen das nun von den Medien hochgeschaukelt wird, halte ich persönlich für extrem übertrieben. Ich war nicht im Stadion, aber Kollegen haben mir berichtet, wie die Atmosphäre war. Und dort war klar ersichtlich: Es wurde gefeiert.

Dass Fans nach einem solchen Spiel das Spielfeld stürmen, ist ja nun nicht so ungewöhnlich. Auch nicht, dass sie Rasenstücke mitnehmen oder Teile vom Tornetz (auch wenn ich das persönlich nicht so recht nachvollziehen kann). In diesem Fall waren die Fans fälschlicherweise der Ansicht, dass das Spiel schon vorbei wäre. Verständlich: Auf der Stadionleinwand bleibt die Zeitanzeige nach den regulären 90 Minuten stehen, die Nachspielzeit wird nicht angezeigt. Es herrschte eine extremst emotionale und aufgeladene Stimmung und wenn da mal einer einen Schiri-Pfiff falsch interpretiert, bricht der Damm. Und dann in der Hektik mitzukriegen, dass es doch noch nicht vorbei ist – schwierig. Ich dachte mir auch gestern beim Schauen, dass es ja vermutlich gar nicht mehr so leicht ist, dann schnell wieder vom Platz runterzugehen, wenn die Menge von oben nachrückt. Das dauert – wie jeder weiß, der schon mal in einer Menschenmenge versucht hat, sich gegen den Strom zu bewegen.

Aber wenn man die Medienberichte liest, klingt es, als wären die Fans mit Mistgabeln und Fackeln als wütender Lynchmob auf die Spieler losgegangen. Der Focus titelt “Chaos und Hass begleiten Fortuna Düsseldorf in die Bundesliga”. Chaos, ok, aber Hass? Habe ich da höchstens von den bekloppten Berliner “Fans” gesehen, die ihre eigenen Spieler (!!) mit Böllern beworfen haben. Die Düsseldorfer haben einen Fehler gemacht, aber sie wollten nur feiern. Ihre Mannschaft, den lang ersehnten Aufstieg. Warum sollten sie (vermeintlich) nach diesem Spiel auch randalieren wollen? In einem Forum habe ich etwas von “tragischer Blödheit” der Düsseldorfer Fans gelesen. Das würde ich so unterschreiben.

Übrigens, nur mal zur Relation der Berichterstattung und Diskussionen: Beim Relegationsspiel der 2./3. Liga vorgestern gab es nach dem Spiel durch Randale der Fans mehr als 70 Verletzte, davon 18 Polizisten, außerdem 119 vorübergehende Festnahmen. Falls ihr es nicht mitgekriegt habt, so wie ich: Es spielte der Karlsruher SC gegen Jahn Regensburg.

Hier übrigens noch ein lesenswerter Artikel zum Thema!

Welttag des Buchs

Heute ist Welttag des Buchs – und wie versprochen gibt’s heute Bücher für euch! Eigentlich wollte ich ja jetzt eine tolle Auslosung machen… Aber da ich 5 Bücher verlosen wollte, und sich für die Verlosung 6 Leute eingetragen haben – habe ich beschlossen, dass niemand leer ausgehen muss! Bücher sind noch genug da – und Stoff, um euch etwas zu nähen, ebenfalls. :-D Somit habt ihr alle 6 gewonnen: Maufeline, Steffi von Herzekleid, Denise bzw. Fräulein Ordnung, Hoppelsche von lautundbunt, Patty (ohne Blog?) und bauchundnase! (Und bevor jetzt jemand nachzählt und bemängelt, dass ich Christian nicht aufgeführt habe – der kriegt sein Buch schon aus anderer Quelle! :) )

Bevor ich euch irgendwas schicken kann, brauche ich eure Adressen – und für die kleine Überraschung dazu noch eure Lieblingsfarben! Mailt mir einfach an extrafruity(at)gmx(punkt)de! :)

Besonders habe ich mich übrigens über Pattys Kommentar gefreut: “Hier in unserem Hause erziehen wir gerade einen 12-jährigen Nicht-so-gern-Leser zu einer Leseratte . Die Tinkerfarm-Geschichte ist sicher das richtige Buch für einen Jungen seines Alters ;-)” - genau so ist es doch gedacht gewesen, ich hoffe, dem jungen Mann gefällt das Buch und dir die Überraschung!

Lesefreunde, Fantasy-Fans, Drachenliebhaber und Bücherwürmer…

…aufgepasst, alle miteinander! Seit gestern habe ich keinen Platz mehr auf meinem Lesesessel – denn dort hat sich ein ganzer Stapel an Büchern breitgemacht:

Wer mich kennt, weiß, dass das kein Zustand ist! Kein Platz im Lesesessel? Aber hallo, dagegen muss dringend etwas getan werden! Zum Glück sind diese Bücher ohnehin zum Verschenken gedacht. Sie kommen nämlich von den “Lesefreunden” zum Welttag des Buches und sollen die Lust am Lesen wecken:

„Lesefreunde“ will Menschen bewegen, ihr Lesevergnügen zu teilen und weiter zu verbreiten. Zugleich soll mit dem Buchgeschenk eine Einladung ausgesprochen werden, das Erlebnis Lesen für sich neu oder wieder zu entdecken. „Lesen ist ein einzigartiges, inspirierendes Erlebnis. Wir wollen Menschen die Lust am Lesen vermitteln. Der Welttag des Buches ist eine ideale Gelegenheit, um den Spaß am Lesen mit anderen zu teilen. Die Aktion ‚Lesefreunde‘ ist damit Teil einer internationalen Lesebewegung, die 2012 auch in den USA und Großbritannien gefeiert wird“, erklärt Dr. Joerg Pfuhl, Vorstandsvorsitzender der Stiftung Lesen.

Und damit auch ihr die Lust am Lesen entdecken, wieder entdecken, weitergeben könnt, verlose ich 5 von meinen Exemplaren hier unter euch! Es handelt sich dabei um das Buch “Die Drachen der Tinkerfarm” von Tad Williams und Deborah Beale. Ich selbst habe es auch noch nicht gelesen (ich hoffe aber, für mich bleibt auch ein Exemplar übrig!), aber von Tad Williams schon einige Bücher, die alle hervorragend waren. Eigentlich ist es ein Jugendbuch. Aber gerade bei Fantasy finde ich das auch für Erwachsene nicht so schlimm. Oder vielleicht wollt ihr es ja auch Sohn/Tochter/Nichte/Neffen mitbringen? Es wäre natürlich extra-toll, wenn damit ein Noch-nicht-Leser glücklich werden könnte. Aber auch Lesefreunden will ich die Chance auf ein Buch nicht verwehren! ;-)

Und damit es auch etwas besonderes wird, soll es nicht beim Buch bleiben: Eine tolle Überraschung wird auch noch beigelegt! Ich nähe euch etwas… Was, das entscheide ich nach der Auslosung, aber lasst doch vielleicht im Kommentar schon mal eure Lieblingsfarben da! :-D

Was müsst ihr tun, um zu gewinnen? Schreibt einfach bis zum Welttag des Buches einen Kommentar zu diesem Beitrag – das ist Montag, der 23. April 2012! Einsendeschluss ist Montag, 16 Uhr. Gerne würde ich etwas zum Thema Lesen in eurem Kommentar lesen: Was ist dein Lieblingsbuch? Liest du überhaupt gern? Was liest du derzeit gerade?

…und jetzt hoffe ich, dass überhaupt jemand mitmacht…

Vom Atmen unter Wasser

Eigentlich konnte Simon seine kleine Schwester Sarah nie wirklich leiden. Sie war halt die nervige kleine Schwester, die er gerne losgeworden wäre – als er 7 und sie 3 Jahre alt waren ebenso wie später als Teenager. Jetzt ist er 20 und sein Wunsch hat sich auf die grausamste Art und Weise erfüllt: Sarah ist im Alter von nur 16 Jahren ermordet worden, nachts, gar nicht weit weg von zuhause, nach einer Party.

Das Buch von Lisa-Marie Dickreiter mit dem wirklich grandiosen Titel “Vom Atmen unter Wasser” erzählt vom Leben der Familie Sarahs ein Jahr nach derenTod. Alle gehen unterschiedlich mit dem Geschehenen um. Simon ist ausgezogen und studiert Medizin, Vater Johannes arbeitet und handelt nach dem Motto “The show must go on” – und Mutter Anne landet nach einem Selbstmordversuch im Krankenhaus. Sie hat Sarahs Tod nicht überwunden, ist sogar in das Zimmer ihrer Tochter gezogen, überall hängen Sarahs Bilder und sie kann sich nicht damit abfinden.

Ein Jahr lang hat sie versucht, mit dem Fehlen ihrer Tochter zurechtzukommen. Jetzt will sie es eigentlich gar nicht mehr versuchen. Irgendwie müsse es doch weitergehen, redet Johannes auf sie ein. “Ich will so aber nicht weiterleben!” schreit seine Frau ihn an, sie vergräbt sich in der letzten getragenen Wäsche ihrer Tochter oder redet in Gedanken mit ihr, als sie noch ein kleines Mädchen war. Johannes findet keinen Zugang mehr zu Anne und überlässt es zunehmend Simon, sich um sie zu kümmern.

Das Buch hat mich sehr bewegt und Tränen sind auch geflossen. Kein Wunder, bei der Thematik. Trotzdem kann man es sehr gut lesen, es ist sehr lebensnah geschrieben und man merkt, dass es noch ziemlich neu ist (Leser in 20 Jahren werden sich fragen, wer denn wohl “Pink” ist und ähnliches). Gelegentlich kam ich aber durcheinander, wer gerade mit wem redet – das könnte aber auch Absicht der Autorin gewesen sein. Die Kapitel sind abwechselnd aus Sicht der drei Protagonisten geschrieben und ich muss zugeben, Kapitelüberschriften (wo dann der Name stand) überlese ich häufig.

Auf jeden Fall ist das Buch keine leichte Kost. Dass Eltern ihr Kind verlieren, ist eben wirklich schrecklich und das Leiden der Mutter wird hier wirklich sichtbar gemacht. Ihr beim Zerbrechen zuzusehen, geht wirklich unter die Haut. Simon leidet hauptsächlich unter dem Verhalten seiner Eltern (aber auch er trauert natürlich, aber es ist komplizierter). An einigen Stellen wollte ich ihm zurufen “Nun lass dir das nicht länger gefallen und verschwinde!” Und Johannes will der Situation am liebsten entfliehen, und irgendwie versteht man ihn, aber irgendwie kann man ihn deswegen trotzdem nicht so richtig leiden.

Ich kann das Buch weiterempfehlen. 4 von 5 Sternen vergebe ich wegen einiger sprachlicher Verwirrungen, die ich beim Lesen hatte, und wegen der leichten Distanz, die man trotz allem immer zu den handelnden Personen hat. Man schlüpft nie so ganz rein in die Personen, sondern bleibt immer Zuschauer. Aber ehrlich, sonst wäre das auch wohl nur schwer zu ertragen gewesen.

Dieses Buch möchte ich außerdem im Rahmen der Lesenden Minderheit vorstellen, deren Januar-/Februar-Thema lautet: “Lies ein Buch, welches von einer/m deutschen Schriftsteller/in geschrieben wurde!” Die Linkliste mit weiteren Büchern sollte im Laufe des Tages folgen. Bestimmt wird nach dem Studium davon auch mein Wunschzettel wieder wachsen… ;-)

Übrigens habe ich eben gesehen, dass das Buch in der gebundenen Ausgabe derzeit bei Amazon heruntergesetzt ist und nur 4,99 Euro kostet – wenn das kein Schnäppchen ist, weiß ich auch nicht! :-)

Edit: Hurra, die Liste ist da! Hier gibt’s ab sofort viele Buchtipps, und vielleicht auch Warnungen vor nicht so tollen Büchern? :-)

Sh*t Bloggers Say

Bestimmt habt ihr schon das Video “Sh*t Girls Say” gesehen. Falls nicht, solltet ihr mal, denn es ist echt lustig. In letzter Zeit gab es so einige Nachahmer, die wirklich großartige Videos gemacht haben – sehr lustig fand ich “Sh*t Programmers Say” oder “Sh*t Nobody Says” und es gibt noch unglaublich viele andere, man kann sich bei YouTube sehr unterhaltsam von Video zu Video klicken.

Zeigen wollte ich aber diese beiden: Erst mal “Sh*t Mom Bloggers Say”, allein der Anfang ist super! “Can you take my picture while I bake this bread?” ;-) Leider sehr viele amerikanische Bezüge, aber trotzdem findet man sich durchaus manchmal wieder!


Aber fast noch besser fand ich: “Sh*t Mom Blogger Husbands Say” – von “What’s this PIN thing?” mit dem komplett verwirrten Gesichtsausdruck bis zu “How many more pictures do you have to take for your blog? I’m starving” ist der Typ einfach super. Auch hier, viel Bezug auf amerikanische Blog Conferences etc., aber es lohnt sich trotzdem.