Vom Umgang mit Testberichten

Ich blogge wieder mehr. Ich  möchte sogar noch mehr bloggen, als ich es im Moment schon mache. Ich sprudle gerade förmlich vor Ideen. Woher auch immer die kommen mögen? Jedenfalls hat das Bloggen in Kombination mit dem eine Woche zu früh überwiesenen Gehalt (das möchte jetzt dringend unter Leute!) heute eine Investition erfordert und ich habe mir eine neue, schnuckelige kleine Digitalkamera bestellt.

Dringend nötig war das, denn meine alte ist schon länger außer Dienst gestellt. An sich eine ganz gute, hatte sie einfach ihr Verfallsdatum überschritten. Selbst wenn mich 5 Megapixel noch zufriedengestellt hätten – und die Bilder waren eigentlich gar nicht so schlecht – so war es doch eher hinderlich, dass nach bereits 3-4 Fotos der Akku leer war. Nee, so geht das nicht. Die Kamera vom Helden kann ich mir ja auch nicht immer ausleihen, also war nun eine neue angesagt!

Ich kaufe nicht gern technische Geräte. Na gut, ich kaufe sie gern – aber ich hasse es, sie auszusuchen. Mein Held kann sich tagelang damit beschäftigen, Testberichte zu lesen und zu vergleichen. Er hat definitiv die besten Akkus, das beste Akku-Ladegerät, das perfekte GPS-Gerät, das optimale Handy in seiner Preisklasse und selbstverständlich ist er über den aktuellen Stand der Taschenlampenentwicklung stets auf dem Laufenden (ja – das ist eine Wissenschaft für sich, und ob man jetzt die LED Lenser oder die Fenix nimmt, ist eine Entscheidung von ungeheurer Tragweite).

Ich nicht. Ich hasse nichts mehr als Testberichte, jedenfalls bei Technik. Das höchste der Gefühle sind die Rezensionen bei Amazon. Da versteh ich wenigstens die Sternchen. Aber bei den Kameras haben selbst die Amazon-Bewertungen mich abgeschreckt. So viel Fachsprache! 😉 Ich will doch nur nette Bilder zum netten Preis! Was ich definitiv nicht lesen will ist „Naja, mehr kann man in dieser Preisklasse eben nicht erwarten.“ Ich wette, das würden einige noch bei einer 500-Euro-Kamera schreiben, weil die 1000-Euro-Kamera natürlich viiiiel besser ist. Aber das ist doch Äpfel mit Birnen vergleichen! Und überhaupt, wenn der eine Testbericht mir abrät, was soll ich denn dann stattdessen wählen? Zum Glück hab ich ja einen netten Helden, und der hat sich dann tatsächlich gestern damit herumgeschlagen, für mich eine Kamera zu suchen. Zwei hat er vorgeschlagen und ich habe die bessere (und teurere) genommen. Ist aber wirklich nichts dolles: Eine Praktica Luxmedia 12-Z4.

Zum Vergleich die Geschichte, wie ich mein neues Handy ausgesucht habe:

  • Ich brauche Briefmarken und muss zur Post. Da kann ich ja direkt Büchereibücher mitnehmen.
  • Die Post ist am Hauptbahnhof. Da kann ich ja mit den Büchern direkt zur Stadtteilbibliothek fahren, da ist es netter als in der Hauptstelle.
  • Die Stadtteilbibliothek hat noch eine Stunde Mittagspause. Wäre ich mal in die Hauptstelle gefahren…
  • Neben der Stadtteilbibliothek (wie oft kann man eigentlich in einem Artikel das Wort „Stadtteilbibliothek“ tippen, ohne einen Krampf in den Fingern zu kriegen?) ist das Einkaufszentrum. Na, gucken wir halt noch ein Stündchen Schaufenster.
  • Oh, der große rote Elektronikmarkt hat heute Wiedereröffnung nach Renovierung. Gehen wir mal schauen!
  • Huch, hier ist ja ein Handy im Angebot. Das ist ja niedlich. Und günstig. Und ich brauche eh ein neues.
  • Gekauft!

Echt jetzt – mein Held hat mich fast für verrückt erklärt. Ohne einen einzigen Testbericht… Tz!

(Ich lese ganz gerne die Öko Test. Aber ich fürchte, das zählt nicht…)

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Eine Antwort zu “Vom Umgang mit Testberichten

  1. Pingback: Mein Kamera-Schicksal | bunt, gestreift und hüpfig

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