Das Leben ist jetzt.

Manchmal habe ich das Gefühl, wir warten unser Leben lang. Alles, was wir tun, ist warten: Wenn wir zur Schule gehen, warten wir darauf, endlich den Abschluss zu machen. Wenn wir studieren, warten wir darauf, damit fertig zu werden. Wenn wir dann anfangen zu arbeiten und einen befristeteten Vertrag haben, warten wir darauf, dass die Frist abgelaufen ist. Dann geht es los. Ja, DANN wird alles anders. Dann wird alles gut.

Aber Sinn ergibt das eigentlich nicht, oder? Denn immerhin werde ich jetzt 27 Jahre alt und damit ist schon ungefähr ein Drittel meines Lebens vorbei. Zack-bumm, schon geschehen, während ich noch darauf gewartet habe, dass es richtig losgeht. (Wow – das Drittel schockiert mich jetzt ein bisschen. Leute, rechnet nicht nach!)

Aber wer sagt, dass alles besser, anders, schöner wird, wenn man mit dem nächsten Warten fertig ist? Die Chance ist doch sehr groß, dass man dann weiter wartet. Auf die perfekte Gelegenheit. Darauf, dass genau der richtige Zeitpunkt kommt. Dann schreibt man To-Do-Listen fürs Leben und hat gar nicht so sehr den Plan, die wirklich umzusetzen. Beziehungsweise, umsetzen will man die Dinge schon – später. Wenn alles optimal ist dafür. Wenn man mehr Geld verdient. Mehr Zeit hat. Aber das Leben ist JETZT. Die Zeit tickt. Vielleicht überfährt mich morgen ein Auto?

Vielleicht sollte ich mir eins hinter die Ohren schreiben: Perfekte Zeitpunkte gibt es nicht. Der perfekte Zeitpunkt, etwas zu tun, was man wirklich tun will, ist: so bald es möglich ist. Und damit meine ich nicht „Sobald alle Umstände wirklich perfekt und ideal sind“, sondern „Sobald ich gerade mal wieder Lust darauf habe“.

Tja, nur das mit dem Kinderkriegen. Damit… Warte ich noch. Wenigstens bis einer von uns eine feste Stelle hat. Achja, und der Held muss natürlich auch mitmachen wollen. 😉 Denn die Vernunft komplett ausschalten will ich ja doch nicht. Obwohl es mir von mehreren Stellen (unter anderem von der Schwiegermama in spe!) schon ans Herz gelegt wurde. Es funktioniert ja sicher immer irgendwie.

Naja. Im Grunde geht es mir hier auch gar nicht so ums Handeln, sondern um die Grundhaltung. Ich höre jetzt auf zu warten. Ja, ich lebe in einer Fernbeziehung – jetzt. Das ist kein „Warten auf die Zeit, in der es wieder anders sein wird“, sondern das ist mein Leben. Jetzt. Hier und heute. Ich denke, ich mache schon das Beste daraus, und darauf bin ich auch ein bisschen stolz. Es wird sicher irgendwann wieder anders. Aber das ist nicht mein Hauptziel im Leben: Darauf hinarbeiten, dass es immer besser wird. Es ärgert mich sogar immer ziemlich, wenn alles immer größer, schneller, lukrativer werden soll. Wenn etwas gut ist, ist es doch gut. Von daher: Carpe diem. 🙂 Lebe im Hier und Jetzt. Und genieße jeden einzelnen Moment davon, so gut es geht.

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2 Antworten zu “Das Leben ist jetzt.

  1. Pingback: So schnell kann’s gehen! | bunt, gestreift und hüpfig

  2. Sehr sehr schöne Worte und so wahr!

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