Kindheitserinnerungen

„Die Nachbarn bauen den Schuppen um“, erwähnten meine Eltern beim letzten Besuch lapidar. Meine Eltern leben in einer Doppelhaushälfte und teilen sich den Garten mit den Nachbarn. Auf unserer Seite des Gartens steht eine Garage, auf der anderen eben ein Schuppen (sagen wir, Gartenhaus, das klingt besser, nur sagen wir es nie). Jedenfalls gehört uns die Garage und den Nachbarn der Schuppen. Nur früher – da war das anders, und erst als die jetzigen Nachbarn vor ca. 10 Jahren eingezogen sind, wurde getauscht.

Meine Eltern und die Nachbarn verstehen sich gut. Daher sind auch immer noch zahlreiche Sachen von uns in besagtem Schuppen. Doch die mussten jetzt raus. Und was war dabei? Mein altes Playmobil und Lego! Ich war hellauf begeistert, als mir das wieder einfiel, und trug meinen Eltern direkt auf, mir das irgendwie zukommen zu lassen.

Heute war es soweit, ich habe mir das Auto von meinen urlaubenden Eltern geliehen und im Kofferraum standen eine Kiste Lego und eine Kiste Playmo – und eine weitere Kiste Playmo noch auf der Rückbank, weil es so viel war!

Playmo

Blick in die Kiste

Wow, ich konnte mich gar nicht an das ganze Zeug erinnern. Richtige Highlights tauchten da auf, an die ich mich überhaupt nicht mehr erinnert hatte! Genau genommen waren in meiner Erinnerung der Zirkus und der Müllwagen die besten Teile. Wie konnte ich so viel vergessen – die Tankstelle, den Schiffbrüchigen (mit Floß!), den Trecker, den Jeep, das großartige Wohnmobil und so vieles mehr! Allerdings hatte es jahrelang, mindestens 15, in offenen Kisten im Schuppen gestanden. Das Lego hatten meine Eltern schon in die Waschmaschine gesteckt, aber ob das Playmobil das auch aushalten würde (oder die Waschmaschine)? Eher nicht. Also, womit beschäftigt man sich, wenn man 27 ist und den Donnerstag Abend noch nichts vorhat?

Playmo

Waschtag!

Ein Riesenspaß, die ganzen Teile wiederzuentdecken, kleine wie große. Der Großteil der Tiere hatte wie üblich diverse Gliedmaßen verloren. Aber das Zeug ist ja auch schon echt alt. Den größten Teil habe ich von meinen älteren Cousins geerbt. Wenn die Jahreszahlen unter den Figuren stimmen, stammt das meiste aus den 70ern – da war ich noch nicht einmal geboren!

Playmo

Die Elefanten haben vorzugsweise ihre Ohren verloren, alle anderen Tiere die Beine.

Ich habe geschrubbt und gespült… Und musste immer wieder lachen. Zum Beispiel, als ich den ersten Playmobil-Koffer öffnete und dort eine komplette Winterausrüstung fand. Mini-Schal, Mini-Mütze, Mini-Schlittschuhe… Im zweiten Koffer befanden sich dann die Mini-Fische (von den Mini-Angeln).

Playmo

Wenn sich der einohrige Elefant von seiner besseren Seite zeigt, kriegt er sogar die Zähne geputzt.

Allerdings war es wirklich viel Zeug. Alles habe ich bei weitem nicht geschafft. Dazu war der Abend zu kurz. Ich habe noch mehr als die Hälfte dreckig rumstehen… Und der andere Teil muss jetzt erst mal trocknen (ich trockne ja nicht alles von Hand ab, das dauert ja ewig! …ja, ich hab’s probiert.)!

Playmo

Am schwersten haben es die Giraffen. Die fallen gleich ganz auseinander. Dafür sind sie (ebenso wie die Tiger) noch handbemalt. Das gab es zu meiner Zeit schon nicht mehr.

Zum Schluss war das Wasser dunkelgrau und undurchsichtig, die Wanne sah aus wie Sau. Also noch schnell im Bad saubergemacht, denn ICH will ja schließlich auch noch duschen (aber ich schrubb mich nicht mit der Zahnbürste ab. Naja, zumindest nur die Zähne)!

Playmo

Das Ende vom Lied

Achja. Eine Überraschung sei noch in der Kiste, meinte meine Mutter. Eine, über die ich mich bestimmt freuen würde. Und so kamen zusätzlich zu den Playmobil-Erinnerungen noch zwei weitere hinzu: Heißgeliebt und unvergessen, und außerdem ebenfalls völlig eingesaut, staubig und dreckig – Sandra und Stefan! 😉

Sandra+Stefan

Bevor sie im Keller weggepackt wurden, habe ich ihnen meine liebsten Puppensachen angezogen. Besonders bei Sandra bin ich da heute skeptisch, was meinen damaligen Geschmack betrifft.

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5 Antworten zu “Kindheitserinnerungen

  1. wooah das ist so cool! Mein Freund ist grad für 3 Monate in Amerika.. bei seiner Abschiedsparty hab ich ihm nen riesen Brownie gebacken, den ich mit Cowboy und Indianer Playmobil dekoriert hab. Beim Durchwühlen der Kisten musste ich auch so oft kichern. Da warn auf einmal wieder die ganzen Erinnerungen. Schon faszinierend wie viel Kleinkram da produziert wird gell? Sogar ein Tomahawk, ne Friedenspfeife, ein Tipi Zelt und n Materphal waren dabei! 😀 Am liebsten hätte ich 3 Stunden weitergespielt..

    • Jaa, jeden Kleinkram gab es da. Ich habe einen kleinen Getränkekasten gefunden, mit noch kleineren Flaschen, die hineingehören… Mini-Schulranzen, Mini-Trompeten, Mini-Mützen… Ein Riesenspaß!

  2. ja geil! wir spielen auch noch mit so altem krempel. am liebsten mit dem camping teil und der krankenstatio. leider ist da auch schon vieles nicht mehr komplett und kaputt…
    ja heute bin ich irgendwie kaum zu bremsen…! normalerweise kann der frühe vogel mich mal…

    gglg anke

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