Buchempfehlung: Der gute Dieb

Im Urlaub habe ich unter anderem den RomanDie Straße“ von Cormac McCarthy gelesen. Ein wirklich tolles Buch – aber doch ganz schön düster… So fügte es sich ganz gut, dass mir am Sonntag auf dem Trödelmarkt ein rosa Taschenbuch in die Einkaufstüte gehüpft war, quasi als wahres Konstrastprogramm für nur einen Euro: „Der gute Dieb“ von Matthew Dicks. Diesen Roman hatte ich vor kurzem bei Amazon entdeckt, aber er ist nicht mehr erhältlich (nur noch gebraucht oder für den/das Kindle). Perfekt, würde ich sagen – denn das Buch hat mich begeistert!

Worum es geht? Martin ist Dieb. Aber kein gewöhnlicher! Nein, Martin ist ein besonderer Dieb. Er hat einen festen „Kundenkreis“, und sein Erfolg basiert vor allem darauf, dass diese Kunden gar nicht merken, dass ihnen etwas gestohlen wurde. So nimmt Martin häufig nichts weiter als das vierte Päckcken Butter, die dritte Tube Zahnpasta oder eine halbe Flasche Waschmittel aus dem Vorrat mit. Natürlich nur bei verheirateten, kinderlosen Paaren – denn die denken zumeist, der jeweils andere hätte die Dinge verbraucht. Und mit den gelegentlichen größeren „Projekten“, z.B. nie getragene Ohrringe, deren Verlust niemals bemerkt wird, lässt es sich ganz gut leben von diesem Job. Doch eines Tages gerät Martins Alltag durch eine kleine Unachtsamkeit ganz durcheinander…

Schon die Idee des Buchs fand ich herrlich. Ein Dieb, der unbemerkt die Salatsauce mitnimmt? Wenn ich bedenke, wie viele Packungen Tütensuppe ich manchmal im Schrank habe, kann ich mir gut vorstellen, dass auch ich das nicht merken würde. So habe ich mich beim Lesen häufig beim Gedanken ertappt, wie das wohl wäre, wenn Martin mal zu mir käme (was er selbstverständlich nie tun würde, denn wir sind viel zu unbeständig und somit unberechenbar, schon allein in unseren Arbeitszeiten!). Martin selbst ist sympathisch (wobei ich zugeben muss, manches Mal schüttelt man schon den Kopf über sein etwas zwanghaftes Verhalten) und tatsächlich ein „guter Dieb“ – man hat nie das Gefühl, dass er jemandem schadet und im Laufe der Geschichte wendet sich das Blatt ohnehin noch einmal. Die Story selbst ist erstaunlich glaubwürdig, der Schreibstil dabei locker-unterhaltsam, ohne zwanghaft albern zu sein.

Wirklich: Eine dicke Buchempfehlung von mir an alle, die gern mal einen etwas leichteren Roman verputzen, der aber trotzdem mit einer kreativ-pfiffigen Idee aufzuwarten hat und nicht die hundertste Aufwartung von „Frau verlässt Ehemann, verliebt sich neu und wird erstaunlich selbstständig“ oder ähnlichem ist!

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2 Antworten zu “Buchempfehlung: Der gute Dieb

  1. Kannst du mal bei mir vorbei schauen und mir ne Mail schreiben, bitte.

    Liebe Grüße! Anke

  2. Pingback: Lieblingsbücher 2012 | bunt, gestreift und hüpfig

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