7 Wochen ohne: Shopping

Das Fasten und ich, wir haben unsere ganz eigene Geschichte. Ein paar Mal habe ich auf Süßigkeiten und Kuchen verzichtet. Dann hatte ich die Nase voll, und ich habe aufs Verzichten verzichtet. Dieses Jahr hatte ich aber mal wieder das Bedürfnis, zu fasten. Verzichten will ich dabei nicht auf Süßkram, auf Kaffee, auf Fertigpizza (all das sind Dinge, nach denen ich momentan sowieso kein Bedürfnis habe, dank entzündeter Weisheitszahn-Nachwirkungen) – sondern aufs Shoppen.

Wir sind im November in unsere Wohnung eingezogen. Jetzt sind die Regale voll. Und wenn ich voll sage, dann meine ich voll. So voll, dass ich den Helden strafend anschaue, wenn er ein Buch kauft. Oder mich selbst, wenn eine DVD mal wieder im Angebot war.

Beim Kisten auspacken fing es schon an. Eigentlich waren da schon alle Regale überfüllt. „Man hat ja so viel Kram“, seufzten wir und unsere Eltern dann und dabei entging uns völlig der Gedanke, wo dieser Kram eigentlich herkommt. Denn wir konsumieren und konsumieren und konsumieren, wir jagen Schnäppchen und wir wollen besitzen. Der Held ist da noch fast schlimmer als ich, er muss immer alles besitzen. Das Buch, das er schon kennt, den Film, den er so toll fand, das zwanzigste XBox-Spiel, für das er keine Zeit hat. Einfach, um es ins Regal zu stellen. Ich bin da etwas entspannter und großer Bibliotheks- oder Lovefilm-Freund – aber trotzdem kaufe ich ohne Ende.

In letzter Zeit hat das echt Überhand genommen. Seit wir Amazon Prime-Mitglieder sind, kann man ja sogar mehrmals am Tag dort bestellen (so geschehen zum Beispiel beim Amazon-Adventskalender, bei dem man ja immer schnell zuschlagen musste). In der Weihnachtszeit hatte man ja wenigstens noch eine Ausrede, inzwischen ist es nur noch ein vollkommen unreflektiertes „Will ich haben – kaufe ich“. Oder ein noch viel unreflektierteres „Ist im Angebot – kaufe ich“. Das kann’s doch nicht sein?

Daher jetzt: Konsumfasten, für den Helden und mich (er macht freiwillig mit!). Schon am ersten Tag ertappte ich mich, wie ich morgens auf meiner Lieblingsschnäppchenseite einen Link anklickte und in einem Klamottenladen, bei dem es jede Menge Rabatt gab, stöberte. „Oh, das T-Shirt wäre was für den Helden“ und „Die Jeans könnte evtl. passen“. Ohne groß Nachzudenken. Schnell mir selbst auf die Finger gehauen!

Als „Therapie“ habe ich eben mal ausgerechnet, was ich letztes Jahr allein bei Amazon gelassen habe. Ähem. Genug. 😉 Und ich habe ja nicht nur dort bestellt. Mal sehen, ob die Konsumpause beim Helden und mir etwas anstoßen kann. Wieder etwas bewusster einzukaufen, würde nicht nur unserem Konto und unserem Zuhause gut tun. Sondern wäre sicherlich auch gut für die Wertschätzung der Dinge, die wir haben.

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12 Antworten zu “7 Wochen ohne: Shopping

  1. Fällt Dir vielleicht leichter, wenn Du Dir die ARD Reportage über Amazon-Leiharbeiter ansiehst?! 😉
    http://www.ardmediathek.de/das-erste/reportage-dokumentation/ausgeliefert-leiharbeiter-bei-amazon?documentId=13402260

    • Achja, die wollte ich doch auch noch erwähnen im Post. 😉 Hab ich glatt vergessen, der Artikel ist eh schon so lang geworden.

      Aber so schwer fällt es mir gar nicht, ich bin eher erschrocke, wie automatisiert das alles abläuft mit dem Shoppen. Vor allem eben online, man merkt ja gar nicht mehr so richtig, dass man wirklich Geld ausgibt. Gerade bei Shops, wo man öfter kauft, reichen ja 2 Klicks und die Dinge kommen nach Hause. Dass man sie auch bezahlt, hmm naja, das fällt irgendwie so ein bisschen hinten über…

  2. Toller Ansatz und sehr mutig! Ich drücke dir die Daumen dass ihr zwei durchhaltet! 🙂

  3. Sehr gute Idee! Ähnliche Gedanken mache ich mir in letzter Zeit auch, und wenn ich auch höchstwahrscheinlich nicht ganz verzichten werde, nehme ich mir wenigstens vor, mehr nachzudenken, bevor ich etwas kaufe!
    LG, Steffi

  4. Das ist schön!
    Ich habe bisher noch nie gefastet, doch in diesem Jahr habe ich meinen Kindern gesagt: „In diesem Jahr fasten wir auch! Wir werden nicht shoppen!“ Wenn sie jetzt was sehen, was sie sich kaufen wollen – dann sollen sie es aufschreiben. Mal gucken, ob sie es in 7 Wochen immer noch haben wollen.
    Aber was mache ich gestern in der Apotheke? Kaufe mir ein Körperöl von Vichy. Für 16 Euro. Ist das jetzt Konsum oder Notwendigkeit?
    Es liegen einige harte Wochen vor uns 🙂

    Den Bericht auf ARD habe ich auch gesehen. Ich für meinen Teil werde ab jetzt versuchen, zum örtlichen Buchhändler zu fahren! Aber auch erst in 7 Wochen wieder ….

    Lieben Gruß & ein schönes Wochenende!
    Denise

    p.s. Du hattest Recht mit der Kiwi! Schmeckt nicht in Milch …. Genau wie Ananas 😉

  5. yeah, sehr gut.. 🙂 ich wünsch dir und deinem liebsten viel erfolg und bin gespannt, was du berichten wirst.. ich hab ja auch so ein kleines projekt am laufen und ich muss sagen – es klappt bis jetzt hervorragend.. 🙂
    liebe grüße nach münster, gesa

  6. Die Idee ist klasse. Ehrlich gesagt habe ich seit Mittwoch schon ein komisches Gefühl gehabt auf so gar nichts verzichten zu wollen in den nächsten 40 Tagen. Von daher würde ich mich deiner Idee gerne anschließen.

    Grüße

  7. Oh ja, hier ein Angebot, da ein Schnapper… momentan versuche ich auch, mich etwas zu zügeln. Jedenfalls bzgl. Kleidung. Mein Kleiderschrank ist eh so voll! Und ich will doch mal mit dem selbst Kleidung nähen beginnen. Drücke euch die Daumen, dass ihr durchhaltet!
    Viele Grüße, Goldengelchen

  8. Gute Idee! Ich faste nicht und habe das auch noch nie gemacht – auch wenn mich die vielen Berichten in den letzten 2 Jahren gekitzelt haben, es mal zu versuchen.

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