Gedanken zum Bloggen

Kaum bin ich berühmt, schon fällt mir nichts mehr zu schreiben ein. Schon fast wieder eine Woche ohne Posting, au wei! Das kann man sich als Promi-Blogger ja kaum erlauben! 😉 Nun ja, ich gehörte noch nie zu den Fans des Schreiben um des Schreibens willen, und ich nehme auch an zu wenigen regelmäßigen Blog-Aktionen teil, um damit groß Inhalte zu liefern. Mich stresst manchmal ja schon das monatliche 12 von 12, da schaffe ich sicher nicht wöchentlich den Foto-Frage-Freitag (oder heißt er Frage-Foto-Freitag? Seht ihr, nicht mal das kann ich mir merken!), so gerne ich mir den und andere Regelmäßigkeiten in anderen Blogs ansehe. Lieber ungezwungen und dafür etwas seltener.

Außerdem habe ich zur Feier des Zeitungsartikels mit dem Blog auch der „Facebook-Meute“ geoutet und seither sprechen mich erstaunlich viele Freunde, Familienmitglieder und Bekannte auf den Blog an. Alle Reaktionen waren bisher positiv, aber es ist irgendwie doch noch sehr ungewohnt – schließlich habe ich den allergrößten Teil meines Blogs quasi inkognito geschrieben und jetzt fühlt es sich ein bisschen so an, als hätte man mein Tagebuch gelesen. Man will etwas erzählen und die Freunde wissen es schon – ach ja, da habe ich ja schon drüber geschrieben. Meine Mutter fragt, ob das Radio im Auto wieder geht, dabei hatte ich ihr noch gar nicht berichtet, dass es gesperrt ist. Dieses Wissen verwirrt mich oft noch enorm! 😉

Natürlich fragt man sich jetzt auch gleich noch mal so sehr, worüber man eigentlich schreiben will. Dabei habe ich vorher ja auch nichts Geheimes gepostet. Ich stelle aber fest – und frage mich, ob das wohl allen Menschen so geht? – dass ich so viele verschiedene Seiten habe und irgendwie auch Rollen besetze, je nachdem, mit wem ich gerade zusammen bin. Bei meinen Eltern bin ich anders als bei meinen Kollegen, und mit meinen Freunden rede ich über deren Dinge als mit meiner Tante. „Hi there“ an dieser Stelle an euch alle. 😀 Ich findest toll, dass ihr hier mitlest. Aber hier ist eben die Blog-Persönlichkeit, die noch mal ganz anders ist.

Nicht, dass wir uns falsch verstehen: Das bin alles ich, und ich verstelle mich auf keiner dieser Seiten. Ich denke, dass ist alles ganz normal. Aber genau so, wie ich bei Mails an den ehemaligen Deutschlehrer immer noch ganz besonders penibel auf die Rechtschreibung achte, denke ich auch hier natürlich plötzlich viel mehr darüber nach, wer diesen Text lesen wird. Und was er darüber denken wird. Dabei wird ja keiner gezwungen, hier zu lesen, und sich meine diebische Freude über geekige T-Shirts, meine stümperhaften oder erfolgreichen Bastelaktivitäten oder einfach meine häufig doch einfach stinknormalen tagebuchartigen Beiträge reinzuziehen. Und im Gegenteil sollte mich der Zuspruch nicht nur durch den Artikel, sondern eben auch durch die neuen Leser doch eigentlich ermutigen und nicht verunsichern.

Das soll’s dann für heute auch gewesen sein, grüblerische Geistesergüsse um halb 2 nachts auf dem Sofa (mit dem geliebten Tablet). So schlimm kann es alles nicht sein, denn mir sind beim Schreiben schon wieder 3 neue Artikelthemen eingefallen. 😉 Wer sich von meinen neuen Lesern also nicht weiter für meine Kochrezepte, Geek-Gedanken oder Näherfolge interessiert, braucht nicht mehr mitzulesen. Macht ja nix: Ich mochte euch vorher, ich mag euch immer noch (und es ist ja nicht so, als würde ich mitbekommen, wer hier liest). 😉 Alle anderen dürfen selbstverständlich gerne auch mal einen Kommentar hinterlassen unter diesem oder einem anderen Artikel. Falls ihr neu in der Bloggerwelt seid, lasst euch gesagt sein: Das ist die Nahrung, von der wir Blogger leben. Kommentare zum Frühstück, Mittagessen und Abendbrot. Nur dafür habe ich eigentlich meinen Blog der Allgemeinheit präsentiert. Fishing for compliments comments.

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14 Antworten zu “Gedanken zum Bloggen

  1. Vor ein paar Tagen hab ich darüber mit einer anderen Blog-Prominenz drüber geredet. Darüber, dass die Leser meinen einen zu kennen, wenn sie auf einen treffen (er ist nen ganzes Stück prominenter… *g*), dass man mit dem Partner abspricht oder absprechen muss worüber man schreibt. Wie das ist, wenn die verhassten alten Mitschüler den Blog plötzlich lesen und man es weiß. Denn solange man es nicht weiß ist es ja nicht so schlimm. Was ist, wenn der Ex aus einem anderen Leben plötzlich private Dinge lesen kann, obwohl man nicht will, dass der weiß, dass man krank ist… oder eben verheiratet, Dr. Who Freak oder weiß der Geier.
    Diese innere Diskussion mit der Anonymität (Hätte ich wirklich mit Name/Foto bloggen sollen? Hätte ich das bekannt machen sollen? Hätte ich?) wird man wohl immer wieder führen. Bei jeder neuen Stufe. Beim Übergang von 10 auf 50 Leser und bei 50 auf 100… und bei 1000 hat man sicher erst mal das Gefühl nackt draußen rum zu laufen 😀

    Aber da du ja großartig bist, musst du dich nicht verstecken. 😉

    Die unterschiedlichen Rollen sind natürlich spannend… und vllt. bringt das ja auch mehr positives als negatives. Meinen Vater bei Facebook haben ist z.B. total verstörend… aber es bringt eine total neue Art der Kommunikation, wenn er plötzlich anfängt Bilder zu kommentieren (nur dafür nutze ich Facebook) und früher Bescheid weiß als ich es ihm erzählen konnte…

    • Danke für den Mittelsatz! 😀 Ansonsten, ja, ich weiß auch nicht, wie ich es fände, wenn Leute, die ich doof finde, hier mitlesen würden (tun sie ja vielleicht sogar, wer weiß). Aber gut, da muss ich jetzt eben zusehen, dass ich nichts schreibe, was höchst privat ist, und das habe ich ja eigentlich vorher schon halbwegs so gehalten!

  2. hach, du sprichst mir aus dem herzen 🙂
    ich habe meinen blog in meinem freundeskreis nie verheimlicht, aber auch nicht besonders erwähnt, weil es irgendwie doof klingt, wenn man sagt „ich blogge“, obwohl es mein hobby ist. andere spielen tennis, ich blogge eben.
    aber immer wenn dann doch mal jemand meinen blog „entdeckt“ und sachen weiss, die ich demjenigen noch gar nicht erzählt hatte, dann ist das komisch 🙂
    daher kann ich dich total verstehen :))
    lg,
    bina

    p.s. sorry, für meine rechtschreibung, kommafehler und die durchgehende kleinschreibung. wenn du meinen blog liest, dann müssen dir deine augen ja richtig weh tun *g* ;)))

    • Ach Blödsinn, ich schreibe auch oft genug so. 😉 Sonst würde ich ja bei dir nicht lesen, oder? Was ich nur gar nicht gut lesen kann, ist abWechSelnDe gRoß- und KleInSchreibUng. Das kann ich auch irgendwie so absolut nicht nachvollziehen… 😉

  3. Aus meinem Familien und Bekannten-(Arbeitskollegen etc.)-kreis lesen garnicht so viele meinen Blog oder wissen auch garnicht, daß es mich da gibt. Als ich vor einiger Zeit bei Facebook (oder war es Sevenload) angesprochen wurde „Ach da bist du ja auch“, da war ich zunächst auch überrascht. Aber wer sich in die Öffentlichkeit begibt, muß damit rechnen und ich würde nie etwas schreiben, das jemanden kränkt, beleidigt oder peinlich berührt. Der Schuß könnte immer nach hinten losgehen. Ansonsten wer mitlesen will solls tun, der Rest soll’s lassen.

    LG
    Michael

  4. Kommentar? Kannste haben *päng*. Leider komme ich nicht so oft dazu, meistens lese ich am Telefon und da ist kommentieren die Pest. Ansonsten: Deine Überlegungen zum Bloggen sind glaube ich genau die Gründe, warum ich etwas paranoid bin, dass mein Blog auffliegen könnte. Dann müsste ich ja doch immer nachdenken, wer das jetzt liest & wie die Herrschaften das dann jetzt so auffassen. Nicht dass man sich verstellt, aber normalerweise hat man ja nicht alle auf einem Haufen und kann den „Content“ entsprechend der „Zielgruppe“ (eigene Mutter, Schwiegermutter, Kollegen, Freunde, etc.pp.) aufbereiten. Tja. Du bist jetzt berühmt (fehlt nur noch das „reich“ dazu, es wäre Dir vergönnt , ) & kriegst das sicher ganz gut hin!
    Grüße
    Nike

    • Reich, hach das wäre doch schön 😉

      Ja genau, das mit dem Content aufbereiten, das trifft es ziemlich gut. Man legt die Betonung irgendwie anders, den Schwerpunkt, je nachdem, mit wem man redet…

  5. Das mit dem „Content“ und der „Zielgruppe“ ist der Gedankengang, den ich nicht so auf die Reihe bekommen habe. Danke 😀

  6. Ich verstehe Deine Gedanken so gut! Ich blogge ja auch inkognito, was mehrere Gründe hat, wobei einer der Hauptgründe tatsächlich ist/war dass ich mir keine Gedanken darüber machen wollte ob das, was ich im Blog schreibe / zeige von Leuten gelesen wird, die mich auch im echten Leben kennen. Naja, mittlerweile kennen einige aus meinem privaten Umfeld meinen Blog und da ich ja nicht wirklich viel privates ausplaudere, ist das auch okay so. Aber ich mache mir schon Gedanken darüber wie ich das in der Zukunft handhaben will, denn eigentlich ist dieses „unerkannt“ bleiben nicht wirklich das was mich glücklich macht, auf der anderen Seite finde ich es gerade wegen meiner Kinder schwierig hier eine passende Balance zu finden.

    Alles Liebe von
    Kristin aka Frau Süd

    • Bei Kindern fände ich es auch noch mal schwieriger… Wobei ich gern Blogs mit Kinder-Content lese, aber je nachdem, welche Storys da geteilt werden, können die Kinder natürlich später mal darunter leiden. Ich glaube, ich würde einen halb-anonymisierten Weg gehen – evtl. Fotos zeigen, aber definitiv keine Namen nennen.

  7. Die Berühmtheit bloggt – hach. *lach*
    Da ich auch im Verwandten- und Bekanntenkreis nie einen Hehl darum gemacht habe, dass ich blogge, stellen sich für mich viele Fragen nicht. Aber es ist immer wieder komisch, wenn die eigene Tante (natürlich nicht die Lieblingstante, sondern die andere) einen dann auf der Familienfeier anspricht und Dinge aus dem Blog benennt. Komisch ists und bleibt es wohl: Leserschaft kann man sich nicht aussuchen, ich pers. will es auch gar nicht.
    Und mach bloß weiter hier so wie du es vorher auch gemacht hast.
    Lieben Gruß aus dem Umland

    • Hi Eva, danke für den Zuspruch, natürlich mache ich weiter wie bisher. 🙂 Dazu macht es mir auch viel zu viel Spaß. Diese ganzen Überlegungen haben mich nur ziemlich überrascht und wie ich sehe, beschäftigt das ja auch noch einige andere! Interessant, eure Meinungen dazu zu lesen!

  8. Amen, Sister! 🙂 So, so, so gut in Worte gefasst!
    Ich erlebe das auch, dass mir Freunde sagen, dass ich ja auf dem Blog ganz anders bin, als im echten Leben. Das fühlt sich zwar manchmal erst komisch an, aber inzwischen weiß ich es zu schätzen, denn diese Leute lernen so noch eine Seite von mir kennen, die ihnen vorher anscheinend entgangen ist. Soviel zur Bloggerpersönlichkeit…
    Also, ich bin ganz schwer dafür, dass du genauso weitermachst 🙂 Ich find’s nämlich gut!

    • Ganz genau, eigentlich können alle nur davon profitieren. Ich habe nur halt „Angst“, dass die Leute es komisch finden, was ich so schreibe und wofür ich mich interessiere. Tja, aber wenn wir ehrlich sind, wären sie dann ja selbst Schuld. Man sollte vielleicht weniger darauf achten, was die Leute von einem denken!

Schreib mir was! Dann freu ich mich!

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