Abenteuer im Baumhaus

Als Kind wünschte ich mir nichts sehnlicher als ein eigenes Baumhaus. Erlebten die Jungen und Mädchen in den Büchern nicht immer die herrlichsten Abenteuer, und begannen diese nicht oft genug in einem Baumhaus?

Tja, ich hatte aber nun mal keines, aber irgendwann, da sollte ich ein Baumhaus im Garten bekommen. Das wurde mir fest von meinen Eltern versprochen! Oder habe ich mir das im Nachhinein nur eingeredet, dass es ein festes Versprechen und nicht nur ein loser Plan war? Fakt ist, es wurde nie etwas daraus, und das betrübte mich sehr. Und immer, wenn sich die Gelegenheit bot, habe ich das Thema auch im Gespräch mit den Eltern angeschnitten und etwas gejammert. 😉

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Also dachten sich meine Eltern, dass ich wenigstens ein bisschen entschädigt werden sollte. Zur Hochzeit bekamen wir ein wunderbares Vogelhäuschen überreicht, was ich an sich schon sehr süß fand – aber am nächsten Tag, als wir die Geschenke auspackten, fanden wir darin auch noch zusätzlich einen Gutschein. Und zwar einen Gutschein für ein Wochenende im Baumhaushotel!

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Ziemlich lange haben wir den Gutschein dann herumliegen gehabt, denn das Baumhaushotel ist äußerst begehrt. Die Wochenenden sind auf Monate hinweg ausgebucht, so dass wir im vergangenen Jahr den Besuch auf 2014 verschoben. Anfang 2014 war dann aber schon wieder alles ausgebucht (ja, ich bin nicht so ein guter Frühbucher…) und so entschieden wir uns, doch ein paar Tage freizunehmen für den Besuch. Die Wahl hatten wir dann noch zwischen März und Oktober!

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Leider schlug das Wetter noch vor unserer Abfahrt um, so dass wir statt Sonnenschein eher einen grauen und stürmischen Wald vorfanden. Die Bäume bewegten sich ganz schön, und ich hatte schon etwas Angst, ob wir vielleicht seekrank werden würden. Wer weiß schon, wie wackelig es ist da oben…

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Unser Baumhaus – das „Freiraum“ – war ein ganz besonderes, man kann nämlich das Bett auf den Balkon schieben und draußen schlafen! (Es war trotzdem noch ein Dach darüber.) Tja, da das Wetter nun nicht mitspielte, hatten wir uns von diesem Gedanken bereits verabschiedet. Als wir nachmittags ankamen, haben wir es nur einmal testweise hinausgeschoben und dort ein Päuschen gemacht. (Der geneigte Instagram-Follower weiß das bereits.)

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Aber dann habe ich die Gästebuch-Einträge unserer Vormieter gelesen, und so gut wie jeder hat geschrieben, dass man uuuunbedingt draußen schlafen soll, und dass sie selbst es bei 2 Grad/0 Grad/Minusgraden auch gemacht hatten und dass es eine super Erfahrung war. Also entschieden wir uns spontan, doch draußen zu schlafen – wir hatten immerhin mindestens 5 Grad. Allerdings probierten wir erst einmal aus, dass man das Bett auch reinschieben kann, während man darinliegt. Für den Fall der Fälle. Dann liegt man sozusagen in der Schublade. 😉

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Als wir uns abends hinlegten, habe ich ganz schön gebibbert. Ich hatte meinen Schlafanzug, eine Jogginghose und einen Kapuzenpulli an, und zusätzlich zur normalen Bettdecke hatten wir noch Wolldecken (die im Baumhaus vorhanden waren) zum Einkuscheln. Aber meine Nasenspitze war eiskalt und ich fror ziemlich. Da ich aber eigentlich fast immer friere, wenn ich mich hinlege (vielleicht eine Kreislauffrage?), dachte ich mir „Da musst du jetzt durch“. Ich setzte die Kapuze auf und mummelte mich soweit ein, dass fast nichts mehr rausschaute. Und als ich dann nachts das erste Mal wach wurde, war mir überhaupt nicht mehr kalt. Es war sogar richtig angenehm. Die frische Luft machte die Nase vollkommen frei, der Wald rauschte ein bisschen vor sich hin (sehen konnte ich ohne Brille ja leider nicht so viel). Und morgens wurden wir von den Vögeln geweckt! Unglaublich, wie laut die sind!

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Auf diesem Bild sieht man das ausgezogene Bett! Und vielleicht auch den Helden, der – für Fotozwecke – darin liegt! 🙂 Morgens wurde uns das Frühstück zum Haus gebracht und später wieder abgeholt. Perfekt, wir waren sowieso schon wach (die Vögel…) und hungrig! Im Haus selbst hat man übrigens Strom und eine Heizung, aber keinen Wasseranschluss. Es wurde kostenlos stilles Wasser in Flaschen zur Verfügung gestellt (damit haben wir uns abends einen Tee gemacht – mehr Möglichkeiten, irgendetwas zuzubereiten, gab es aber nicht), und am Haus gab es außerdem eine Kompost-Toilette.

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Wenn das Bett nicht auf den Balkon geschoben war, lag man in dieser kuscheligen Nische. Dort haben wir unsere Abende verbracht, mit ziemlich viel Lesen, Tee und Stille. Wirklich viel machen kann man dort nicht. Für ein paar Abende sehr erholsam und schön – viel länger würde ich aber dort nicht bleiben wollen!

Es gibt dort noch viele andere coole Baumhäuser, zum Beispiel unser Nachbar-Baumhaus, bei dem man über die Hängebrücke zur Toilette musste:

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Oder in der etwas größeren Variante: die Burg, bei der ich direkt an Steffi und ihre Jungs denken musste, und Kathas Kinder wären sicher auch dabei!

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Da man sich in unserem kleinen Häuschen wirklich nicht sehr gut aufhalten konnte (kaum waren wir dort, war das Baumhaus auch schon absolut überfüllt mit unseren Sachen, die wir regelmäßig vom Bett auf den Tisch und wieder zurück räumen mussten), waren wir tagsüber die ganze Zeit unterwegs, Cachen und die nächste Stadt erkunden. Davon gibt’s dann beim nächsten Mal Fotos! 🙂

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7 Antworten zu “Abenteuer im Baumhaus

  1. Das finde ich dann doch aber mal eine coole Idee für ein originelles Hochzeitsgeschenk.
    Danke, dass Du so ausführlich berichtest. So ein, zwei Übernachtungen in einem Baumhaus würden mir auch gefallen.
    (Erinnert mich an unsere früheren Tramptouren nach Bulgarien, bei denen wir auch oft auf Feldern, Weiden oder am Strand gepennt haben.)
    Allerdings hätte ich es dann jetzt doch lieber grün oder bunt und mit noch ein paar Graden mehr auf dem Thermometer. Ich merke mir also: Rechtzeitiges Buchen ist angesagt.

  2. Hah! Ich habe grade beim Lesen schon überlegt, ob ich nicht einfach irgendein Wochenende buche – und sei es in zwei Jahren. Das ist ja ein Kindheitstraumklassiker. Und da wir auch nie ein Baumhaus in unserem Winzlingsgarten haben werden und ich auf keinen Fall möchte, dass meine Kinder (so wie du) ihr Trauma erst im Erwachsenenalter aufarbeiten müssen … 🙂
    Super Tipp!

  3. Ach ja… Watt kostet das denn? So ungefähr? Weißt du das? Nicht das ich hinterher ein finanzielles Trauma aufarbeiten muss…

  4. Wow, das klingt richtig cool. Schade, dass ihr mit dem Wetter ein bisschen Pech hattet. Aber dass es mit dem draußen schlafen trotzdem geklappt hat, ist ja schön.
    Liebe Grüße
    Goldengelchen

  5. Wasw für eine tolle Sache! 🙂

  6. das ist wirklich mal was ganz anderes! würde ich auch sofort machen 🙂 echt blöd mit dem wetter, aber dann hattet ihr bestimmt viel zeit zum kuscheln 😉
    lg
    bina

  7. Pingback: Unterwegs im Weserbergland | bunt, gestreift und hüpfig

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