Der Guernseyer Club der Freunde von Literatur und Kartoffelschalenauflauf – Buchtipp

Während eigentlich der Winter ja die Jahreszeit ist, zu der man klischeehaft auf dem Sofa eingekuschelt vor dem prasselnden Kamin Seite um Seite in guten Büchern verschlingt, ist es bei mir eher der Sommer, in dem ich meine Lese-Statistik in die Höhe treibe. Während ich an Regentagen oder bei klirrender Kälte wunderbar Serien schauen oder Xbox spielen kann, genieße ich im Sommer ganze Sonntage auf der Terrasse – natürlich mit Buch. Draußen kann man nun einmal nicht so viele andere Dinge machen, die vom Lesen ablenken. In den letzten Wochen haben mich zwei Bücher besonders gefesselt. Beide sind sehr unterschiedlich, aber beide konnte ich kaum weglegen, weil sie mir so gut gefallen haben! Das erste möchte ich euch heute vorstellen.

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Deine Juliet von Mary Ann Shaffer und Annie Barrows spielt in England direkt nach dem Krieg, im Jahr 1946. Die Nachwirkungen des Krieges sind also immer noch überall spürbar und auch ein großes Thema des Buchs. Der Roman ist komplett als Briefwechsel verfasst – zwar zwischen vielen verschiedenen Personen, aber immer verständlich. Im Mittelpunkt steht Juliet, eine Autorin. Sie lebt in London, gerät aber in einen schriftlichen Kontakt mit einigen Menschen auf Guernsey, die während des Krieges einen Literaturclub gegründet haben – eher zufällig, um den Besatzern zu entgehen, aber bald entdeckten sie alle ihre Liebe zu Büchern. Im Laufe des Buchs schließt Juliet die Inselbewohner um den wortkargen Dawsey ins Herz, besucht die Insel und die Geschichte nimmt ihren Lauf.

Das Buch wirkt auf den ersten Blick dank Cover und Titel recht kitschig – und so ganz von der Hand zu weisen ist das auch nicht, es kommt durchaus eine Liebesgeschichte vor, aber sie spielt nicht die Hauptrolle. Der Originaltitel „The Guernsey Literary and Potato Peel Pie Society“ („Guernseyer Club der Freunde von Literatur und Kartoffelschalenauflauf“) zeigt viel eher den Charakter des Romans, in dem es nicht nur um die Nachkriegs- und Besatzungszeit, sondern auch um die Liebe zu Büchern geht! Es ist eine warmherzige Geschichte mit einer sehr sympathischen, humorvollen und selbstironischen Hauptperson, ohne allzu große Überraschungen und Wendungen, die sich sehr angenehm weglesen lässt. Natürlich wird die Besatzungszeit thematisiert und es sind sicherlich auch einige traurige Stellen vorhanden, aber insgesamt ist es ein positives Buch. Das ist auch der einzige Minuspunkt, den ich verteilen würde: Die Personen sind alle so makellos positiv (oder eben so makellos unsympathisch, als Gegenpol), alle lieben Juliet, Juliet liebt sofort ebenfalls alle, es ist eine heile Welt so kurz nach dem Krieg, wie sie es vermutlich nicht wirklich gewesen sein kann. Die wenigen Störenfriede in der Geschichte werden nur kurz angerissen, damit man sieht, dass es sie auch gibt – aber sie spielen in der Handlung nicht wirklich eine Rolle, genauso wie Probleme schnell aus dem Weg geräumt werden. Nichtsdestotrotz habe ich die Lektüre genossen und auch mir sind die Inselbewohner, Juliet, Sidney und Sophie ans Herz gewachsen – es ist halt keine hohe Literatur, aber da ich über die Besatzungszeit auf den Kanalinseln so gar nichts wusste, war es vielleicht sogar etwas lehrreich und ich hatte auf jeden Fall eine vergnügliche Zeit mit dem Buch!

(Übrigens etwas off-topic, aber oben auf dem Bild sieht man schön das tolle Sonnenglas, das ich bei Frische Brise gewonnen habe! Es macht sich sehr gut auf dem Balkon und auch wenn das Licht zum Lesen nicht ausreicht, ist es sehr gemütlich, wenn man abends noch draußen sitzt.)

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