Zur besseren Hausfrau von A bis Z – Heute: Gäste, Geschenke und Geschirrspülautomaten

Ich bin mir ziemlich sicher, dass ich ein Ratgeberbuch wie „Das 1×1 des guten Haushalts“ tatsächlich genutzt hätte, wenn ich vor 50 Jahren gelebt hätte. Nicht umsonst ist einer meiner am häufigsten verwendeten Sätze: „Ich hab das mal gegooglet“. Und ich google sicherlich einiges, was ich auch in dem Buch finden könnte. Wie hätte ich vor 50 Jahren gewusst, womit man welche Flecken entfernt, was ich verschenken soll oder wie ich einen Kindergeburtstag zu veranstalten habe? Im Grunde ist das Buch nichts anderes als das Google der 1960er Jahre!

Ich finde es übrigens super, wie toll ihr mitmacht. Katha hat zum Beispiel ein Bild gepostet, wie sie die letztwöchige Hausaufgabe umsetzt. Das ist natürlich gern gesehen und gibt Bonuspunkte! 😉 Heute wenden wir uns in unserem kleinen Hausfrauen-Seminar den Buchstaben F und G zu.

Eine halbe Stunde sollte man den Kindern schon widmen. Aber mal ehrlich, am Abend muss man ja schließlich auch mal seine Ruhe haben:

Feierabendgestaltung mit größeren Kindern: Die beste Zeit ist ein halbes Stündchen anschließend ans Abendessen. Dann kommen die Kinder noch rechtzeitig ins Bett, Vater hat noch genügend Zeit für sein Hobby, und die Hausfrau nimmt sich nach der genossenen Atemause gern eine Flick- oder Handarbeit vor, falls sie nicht lieber liest oder Briefschulden erledigt.
Es gibt verschiedene Möglichkeiten diese Entspannungszeiten so zu gestalten, dass die Kinder, aber auch die Erwachsenen damit zufrieden sind. An einem Abend werden Schallplatten gehört, die der Jugend Spaß machen, am nächsten Abend wählen die Eltern aus, was ihnen gefällt. Außer dem beliebten Rommé gibt es noch viele lustige Gesellschaftsspiele, alles Belehrende sollte am Abend gemieden werden.
Der Hauptgrund des gemeinsamen Feierabends ist: Aufregungen, vielleicht auch Spannungen des Tages zu vergessen und damit die Grundlage für einen guten Schlaf zu schaffen.

Die Frage, die sich mir hier stellte, war: Zählt der Gatte als Hilfskraft? Aber ich Dummerchen konnte mir die Antwort eigentlich ziemlich schnell selbst geben. Die zweite Frage war schon etwas schwieriger: Was sind eigentlich Fischmarinaden?

Gäste zum Familienfest sind herzlich willkommen, wenn die Hausfrau beizeiten Vorsorge getroffen hat, dass alles klappt. Die erste Frage, die zu beantworten ist: Wieviel Gäste können bequem untergebracht werden? Die zweite Frage: Ist eine Hilfskraft vorhanden, die kochen kann? Sind diese beiden Fragen gewissenhaft beantwortet, dann kann geplant werden. Muss die Hausfrau die Küchenarbeit selbst übernehmen, wird zur Kaffeetafel eingeladen. Sie bietet Gelegenheit, die Gäste auch an mehrere Tische zu setzen. Der Kuchen kann schon vorher gebacken oder bestellt werden; dann gilt es nur noch, alles festlich zu schmücken. Einen Vorteil bietet die Placierung an verschiedenen Tischen auch noch: Das Kaffeegeschirr braucht nicht für alle Gäste übereinzustimmen. In die Tischmitte kommt ein farblich geschmackvoll zusammengestelltes Blumenarrangement, auf oder neben die Kuchenteller die Servietten. – Nehmen an einem Familienfest (Taufe oder Geburtstag) nur wenige Gäste teil und ist eine Haushaltshilfe vorhande, die in der Küche nach dem Rechten sehen kann, dann ist eine festliche Mittagstafel das richtig. Außer dem Hauptgericht hat die Hausfrau Suppe oder Vorspeise und einen leckeren Nachtisch vorbereitet. Mit Hilfe von Tiefkühlkost ist alles kein Problem mehr. Das Gedeck für jeden Gast besteht aus einem flachen Teller, auf den der Suppenteller (die Suppentasse) oder der kleine Teller für die Vorspeise gestellt wird. Links neben dem Essteller steht der Teller für die Süßspeise. Beiderseits des flachen Tellers sind die Bestecke gelegt, und zwar in der Reihenfolge ihrer Benutzung von außen nach innen. Über dem Teller liegen – mit dem Stiel nach rechts – Suppen- und Dessertlöffel. Die Gläser finden ihren Platz rechts über dem Teller. Auch hier, wie bei der Kaffeetafel, sind die Servietten gefaltet, und die Tischmitte ziert eine Schale mit niedrigen Bumen, damit sie nicht die Aussicht auf das Gegenüber verdeckt. – Die meiste Vorbereitungszeit fordert das „Kalte Büffet“, das aber trotzdem sehr beliebt ist. Es wirkt festlich wie ein großes Abendessen, es können aber mehr Gäste bewirtet werden, ohne unter Raumnot leiden zu müssen. Die Gäste bedienen sich selbst, leckere Salate, kaltes Geflügel, Aufschnitt, Fischmarinaden und Käse stehen bereit, ebenso Brot und Butter, Süßspeisen und Früchte, natürlich auch Getränke, wobei alkoholfreie für die motorisierten Gäste nicht vergessen werden dürfen. Bestecke, Teller und Gläser stehen auf einem kleinen Tischchen daneben, zusammen mit Gewürzen und Papierservietten. Auch bei den Vorbereitungen für das „Kalte Büffet“ wird sich die kluge Hausfrau der Tiefkühlkost – vielleicht sogar aus eigenem Vorrat (siehe Tiefkühlkost und Tiefkühlschränke) – bedienen.

kaffeetafel-60er-jahre

Nachdem wir schon geklärt haben, was mit den größeren Kindern anzufangen ist (siehe oben), will manchmal natürlich auch der kleinere Nachwuchs beschäftigt werden. Umso mehr, wenn ein Geburtstag ins Haus steht! Ich weiß ja, einige von euch planen schon die dollsten Kinderpartys, aber macht ihr das auch wirklich richtig?! Ich warte zum Beispiel noch auf die erste Luftschnapp-Polonaise meines Lebens:

Geburtstagsfest für die Kleinen zwischen drei und sechs Jahren bedarf einer vernünftigen Zeiteinteilung, wenn alles wie am Schnürchen laufen soll. Sechs kleine Geburtstagsgäste sind ausreichend, wenn Mutti alles allein bewältigen muss; sind größere Geschwister vorhanden, kann die Zahl auf zehn erhöht werden. Die Mütter der kleinen Gäste sind unerwünscht! Ein zweistündiges Fest ist für alle Beteiligten das beste. Zweimal je 45 Minuten zum Spielen, dazwischen eine halbstündige Schmauspause, bei der natürlich nur das gegeben wird, was nicht schmiert und die kleinen Mägen nicht zu sehr belastet. Buttercremetorten sind also ebenso fehl am Platz wie Süßspeisen mit Schlagsahne. In der kalten Jahreszeit ist Kakao das richtige Getränk, an heißen Tagen sollte außer Limonade auch kalter Pfefferminz- oder Lindenblütentee mit Zitrone bereitgestellt werden, um durstige Kehlen zu erfrischen. Ein schöner Gugelhupf, Marmorkuchen oder auch ein leckerer Quarkkuchen sind bei Kindern stets willkommen. Zum Abschluss des Festes kann es auch noch Würstchen mit Weißbrot geben; dazu werden weder Messer noch Gabeln gebraucht, dafür aber umso mehr Papierservietten! Um Spieleifer und Spannung zu steigern, kleine Preise bereithalten. Luftballons, Sandförmchen, Würfel, Autos, Püppchen kosten wenig und machen den Kindern, die eine Vorliebe für Miniaturausgaben haben, viel Freude. Steht ein Garten zur Verfügung und ist gutes Wetter, lässt sich die kleine Rasselbande leicht beschäftigen; im Zimmer muss zwischen den einzelnen Spielen eine kleine „Luftschnapp-Polonaise“ eingeschoben werden. Dabei fassen sich alle Kinder an der Hand. Mutti führt die „Schlange“ an und geht nun langsam durch das Zimmer, erst im Kreis, dann auf den Korridor und wieder zurück ins Zimmer; dabei wird ein kleines Liedchen gesungen. Aber auch die Polonaise darf nicht zu lang ausgedehnt werden; kleine Kinder haben keine große Ausdauer, sondern wollen immer wieder etwas Neues erleben. Wichtig ist’s, die kleine Geburtstagsfeier so rechtzeitig zu beenden, dass die Gäste nicht mehr da sind, wenn Vati heimkommt. Nach einem anstrengenden Arbeitstag ist er dem Ansturm vieler kleiner Kinder sicher nicht mehr gewachsen! Anregungen für Spiele: Siehe Kinderspiele.

Wo wir gerade beim Thema sind: Nicht nur zu Geburtstagen, auch an vielen anderen Terminen sind Geschenke angesagt. Mit den heutigen Amazon-Wunschzetteln haben wir es schon etwas komfortabler als früher. Aber sollte der Beschenkte einen solchen nicht haben, kann man ja immer noch aus der folgenden Liste auswählen (vielleicht kann man das auch als Drohung verwenden gegenüber Menschen, die sich partout nichts wünschen mögen):

Geschenke zu Familienfesten (Taufe, Konfirmation, Kommunion, Verlobung, Hochzeit) sollen erfreuen und „Einzelgänger“ sein. Um die Gefahr auszuschalten, dass ein Geschenk in drei- oder vierfacher Ausführung überreicht wird, ist es ein hübscher Brauch, dass Mutter oder Schwester eine Liste mit den Wünschen zusammenstellt (besonders wichtig bei jungen Paaren, die einen neuen Hausstand gründen wollen). Diese Liste zirkuliert im Verwandten- und Bekanntenkreis, und jeder kreuzt das an, was er zu schenken beabsichtigt. – Größere Geschenke werden schon einige Tage vor dem eigentlichen Festtag geschickt. Die Geschäfte übernehmen dies gern, auch in schöner Geschenkverpackung. Die Schenkenden bitten um Entfernung des Preisschildes und legen ein Kärtchen in weißem Umschlag bei. Am Festtag werden alle Geschenke hübsch aufgebaut, auch die kleinste Gabe darf dabei nicht vergessen werden. Nicht die Kostbarkeit eines Geschenks ist entscheidend, sondern der Geist, aus dem es gegeben wird.
Geschenke sollten dem Schenkenden ebensoviel Freude bereiten wie dem Beschenkten. Geschenke, die aus Berechnung gemacht werden, also um Rückgeschenke zu erhalten, sind unaufrichtig. Dies erkannte bereis 1962 Christoph Lehmann, der unter anderem schrieb: „Man schenkt keinem Wurst, man weiß dann, dass er eine Sau werd schlachten.“ Auch „Rundreisegeschenke“ sollten nicht auf den Weg gebracht werden. Wie peinlich, wenn das Geschenk dem ersten Geber anderswo wieder unter die Augen kommt. Verpflichtende Geschenke sind ebenfalls zu streichen. Ein Herr wird deshalb einer befreundeten Dame keine Wäsche, Strümpfe oder andere Kleidungsstücke schenken. Hier sind Bumen, Konfekt , Schallplatten oder Bücher besser am Platz. Das richtige auszuwählen wird nicht schwerfallen, da der Geschmack bekannt sein dürfte.

Vorschläge:
Für die Hausfrau: Vasen, Taschentücher, Cocktailschürze, Nähkasten, Saftservice, Konfekt, Briefpapier, Bücher
Für den Hausherren: Zubehör fürs Auto, Zigarettenkasten, Bücher, Weinkühler, Aktenmappe, Korkenzieher, Handwerksschrank, Schallplatten
Für den jungen Herrn: Schallplatten, Fotozubehör, Fotoalbum oder Diarahmen, Bücher, Krawatten
Für die junge Dame: Maniküreetui, Seidenschal, Handtasche, Schallplatten, Bücher
Für die Kinder: Warmhalteteller, Sparbüchsen, Roller, Dreirad, Laubsägegarnitur, Kinderbücher
Fürs Baby: Spieltiere aus Gummi, Würfelpyramide aus Plastig, Rassel, Löffel und Essensschieber, Spielhöschen

Wenn die Gäste dann weg sind und alle Partys vorbei, ist die fleißige Hausfrau froh, wenn sie das gesamte Geschirr nicht von Hand spülen muss. Den Gatten tangiert das eher peripher:

Geschirrspülautomaten. Ob sich die Anschaffung eines Geschirrspülautomaten lohnt, kann nur die Hausfrau entscheiden, die sich täglich mit der etwas lästigen Arbeit des Geschirrspülens beschäftigen muss. Den Hausherrn interessiert die Angelegenheit nur am Rande; falls er nicht täglich bei der etwas unbeliebten Küchenarbeit mithilft. (…)

Die 50 Jahre alten Tipps zur Auswahl des richtigen Geschirrspülers erspare ich euch mal, da voraussichtlich nicht mehr wirklich relevant. 😉 So, Hausaufgabe für die kommende Woche: Fischmarinade probieren. Danach vielleicht eine kleine Luftschnapp-Polonaise. Sofern ihr einen Geschirrspülautomaten habt. Solltet ihr ohne ein solches Gerät leben müssen, habt ihr frei. Das tägliche Spülen ist schon Stress genug. Nächstes Mal geht es um die richtige Haltung beim Lesen und ums Thema Hausputz!

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10 Antworten zu “Zur besseren Hausfrau von A bis Z – Heute: Gäste, Geschenke und Geschirrspülautomaten

  1. Nein, Fischmarinade werde ich nicht probieren, das klingt schon so ih. Also wirklich. Mein Geschirrspüler heißt übrigens Herzmann, funktioniert ganz gut. 😀

  2. Ich hätte mich als Kind auch sehr über einen Warmhalteteller gefreut…? 😀

  3. Luftschnapp-Polonaise…ich glaube, bei dem letzten Kindergeburtstag haben wir alles falsch gemacht…3 Frauen und 6 Kinder und wir hatten alle Hände voll zu tun die Rasselbande zu bändigen *g* Im nächsten Jahr wird das besser, ich bin auf das Gesicht von meinem Patenkind gespannt wenn ich einen Warmhalteteller schenke *g*

    Liebe Grüße, Jessica

  4. Ist es schlimm, wenn ich alle Geschenke, die im Buch empfohlen werden, nicht möchte?! Und: ich spüle für mein Leben gerne, das ist meine Art der Meditation – eine Geschirrspülmaschine kommt mir nicht ins Haus. Bei mir heißt es dann: entweder die oder ich. (Mein Mann weiß das! Sollte er mal eine kaufen, verstehe ich den Wink mit dem RIESEN Zaunpfahl!)

    Dieses Buch verändert mein Leben. Oder sagen wir: meine Selbsteinschätzung. Oweia… :-)))

    Liebe Grüße
    Nicole

  5. Pingback: Zur besseren Hausfrau von A bis Z – Dein Hausfrauendiplom mit Verlosung! | bunt, gestreift und hüpfig

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