„Ich hab das mal gegooglet“: Was Google über dich weiß

Kürzlich las ich in Miris Jahrbuch diesen Artikel darüber, wie sie immer so viel googlet. Und fühlte mich ertappt. Denn: Das bin ja ich! Ich glaube, in der Top Ten der Sätze, die ich am häufigsten sage, ist „Ich hab das mal gegooglet“ ziemlich weit vorn. Noch vor „Boah, jetzt ’n Stündchen schlafen und dann ins Bett“ nach der Mittagspause und knapp hinter „Erst mal ’n Kaffee.“ Ich google nämlich so ziemlich alles.

Ich google, welche Allergie man nur morgens hat (Hausstaub), ob man auf dem Game Boy seinen Tetris-Highscore speichern kann (nein, zumindest nicht auf meinem) und wie die Sicht in der ersten Reihe des Londoner Queen’s Theatre ist (nicht so super, daher saßen wir dann auch in Reihe 12). Ich google, wie man unförmige Geschenke einpackt (die Lösung findet ihr im Adventskalender), ob man den oder das Tribut zollt (den) und regelmäßig wieder die Öffnungszeiten unseres lokalen Schreibwarengeschäfts.

Wusstet ihr, dass man sich – sofern man ein Google-Konto hat und beim Suchen auch damit angemeldet ist – ansehen kann, wonach man gesucht hat? Unter www.google.de/searchhistory kann ich sehen, dass ich insgesamt (Stand heute) 3884 Google-Anfragen gestellt habe, dass ich freitags am häufigsten google und auf welche Suchergebnisse ich am häufigsten klicke. Das sind übrigens in meinem Fall die Postleitzahlen-Suche, die Kontakt-Seite meines Zahnarztes (ich sollte mir mal die Telefonnummer speichern) und erstaunlicherweise auch die meines Frisörs (von dem habe ich mir übrigens kürzlich tatsächlich die Nummer aufgeschrieben).

Man kann sich seine letzten Bildersuchen (mein Top-Tipp übrigens dieser hier) genauso ansehen wie seine letzten bei Google Maps angezeigten Routen,  und man sieht sämtliche (sämtliche! Ever!) Suchbegriffe sowie die Links, auf die man daraufhin geklickt hat. Ich muss zugeben, diese Datenmenge hat mich ganz schön umgehauen, obwohl ich natürlich weiß, dass Google alles speichert, was man ihm nur gibt. Eigentlich ist es wirklich amüsant, noch mal nachzublättern, was man in den letzten Wochen so alles gegooglet hat. Von „ausgesetztes Kaninchen einfangen“ über „DM Foto Entwicklung Dauer“ bis hin zu „Wasser im Ohr“ (ich erwähnte, dass ich alles google?) kann ich quasi nachlesen, was mich so beschäftigt hat. Erstaunlich.

Übrigens kann man seine Google-History löschen und auch verhindern, dass Google neue Suchen speichert. Im Zuge der Datensicherheit habe ich das gleich mal gemacht. Aber das heißt natürlich nicht, dass die Daten nicht trotzdem gespeichert werden. t3n erklärt, wie’s geht und sagt dazu:

Mit den hier aufgezeigten Schritten verhindert ihr, dass Google die Daten aus allen Diensten im Google-Kosmos, zum Beispiel YouTube und Google+, mit eurem Webprotokoll kombiniert und für interne Zwecke verwendet. Leider funktioniert das nur eingeschränkt. Tatsächlich sammelt Google auch dann weiter Daten über euch, wenn das Webprotokoll, wie oben gezeigt, angehalten wurde. Erst nach 18 Monaten anonymisiert Google die zusammengetragenen Daten teilweise und einige Features, wie die personalisierten Suchergebnisse, fallen weg. Lässt man das Webprotokoll hingegen eingeschaltet, speichert und verarbeitet Google eure Daten in nicht anonymisierter Form theoretisch unbegrenzt lange.

Also: Kann man mal machen, denn außer Amüsement in diesem Artikel habe ich die Google-Suchhistory bislang überhaupt nicht genutzt und bin auch erst bei der Recherche für diesen Post darüber gestolpert. (Ja. Ich habe beim Schreiben dieses Artikels „Google History“ gegooglet, um euch meine Such-Beispiele geben zu können.)

Ebenfalls in den Einstellungen zu finden: Die interessenbezogenen Google-Anzeigen. Diese versuchen, anhand deiner Surfgewohnheiten deine Interessen herauszufiltern, um dir personalisierte Werbung anzuzeigen. Funktioniert das? Erstaunlich gut. Ich interessiere mich demnach – durchaus korrekt – beispielsweise für Blogging-Ressourcen und -Dienste, Backwaren, Kameraobjektive, Internet-Phänomene und „Haushalt und Inneneinrichtung“. Von 41 vorgeschlagenen Interessen fand ich nur genau drei, denen ich nicht unbedingt zustimmen würde: Wintersport, Hunde und Abendgarderobe. Auch die interessenbezogenen Anzeigen habe ich daher nun erst einmal deaktiviert.

Wenn ihr also gerade sowieso schon in den Google-Einstellungen seid: Es lohnt sich, einfach mal alles durchzuklicken. Jetzt kriege ich zum Beispiel hoffentlich keine nervigen Benachrichtigungen mehr zu Google+, was ich überhaupt nicht nutze („Kennst du den Helden? Kennst du deinen Vater?“ Ja, die kenne ich alle, aber ich muss sie nicht auf Google+ hinzufügen!).

Und? Was sind eure Top-Suchanfragen? 😉

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20 Antworten zu “„Ich hab das mal gegooglet“: Was Google über dich weiß

  1. Ich sag nur: insgesamt 5510 Suchen. Ich google alles!
    Ich google im August doppelt so viel wie im Juli und September und im Juli und September doppelt so viel wie in allen restlichen Monaten. Meist morgens um 10, Di bis Do.

    Wirklich spannend*, in welcher Breite und Tiefe das alles festgehalten wird.

    Und jetzt gucke ich erst mal, was ich am 2. September so gemacht habe. Da hab ich nämlich 70 Suchanfragen gestellt. o.O

    (*erschreckend)

  2. Der Link zur History ist kaputt… bzw. ist da deine Blogadresse mit verwurschtelt… find das Ergebnis aber auch wirklich heftig…

    Ich google an fast allen Tagen gleich viel. Montags tendenziell etwas mehr. Samstags deutlich weniger. Um 12 Uhr am häufigsten. Recht viel auch zwischen 0 und 8 Uhr. Kaum ab 18 Uhr.

    17161 Suchen. *hust*

    • Hmm, da hast du völlig Recht mit dem Link, aber ich habe keinen Schimmer, weshalb das so ist?! Ich habe den richtigen Link eingetragen, und im Backend steht auch der richtige Link, aber sobald ich den Artikel veröffentliche, steht da der komische… Ich bin verwirrt!

      17.000 Suchen sind echt viel! 😀 Wobei ich ja sicher bin, dass bei meinen dreitausendnochwas Suchanfragen nicht alle dabei sind. Man ist ja auch nicht immer eingeloggt.

  3. Moah, bei mir ist das voll langweilig.
    Einen Google-Account habe ich erst, seitdem ich blogge, also knapp 3 Jahre. Und scheinbar ist die Historie dort ausgeschaltet, ist nämlich nix sichtbar. Bei meinem Google-Account fürs Handy (da hab ich extra nen separaten angelegt) wird die Historie gespeichert. 201 Suchanfragen seit letzten September – seitdem hab ich das Handy und den Account erst. Teilweise tagelang keine Suchen. Das meiste sind maps-Suchen. Keine Bildersuchen (??). Und die meisten Suchern um 4 Uhr morgens (hääääääh???). Samstags mit Abstand die meisten Suchen. Und diesen Juni auch (passt auch, da war ich 2mal in Deutschland auf WE-Trip).
    Liebe Grüße,
    Goldengelchen
    P.S.: Danke fürs googlen, demnach hab ich wohl auch Hausstaub-Allergie – aber nicht jeden Tag, nur manchmal…

    • Laaaangweilig! Aber vorbildlich, was den Datenschutz betrifft. 😉 Über die 4 Uhr morgens-Suchen würde ich mir an deiner Stelle mal Gedanken machen. Vielleicht bist du ein Schlaf-Googler? Hihihi, eine super Vorstellung… 😀

      Ich hab die Allergie übrigens auch nicht jeden Tag gleich stark. Aber es deutet wirklich auf Hausstaub hin. (Hatte ich ja schon mal und dann bin ich dagegen desensibilisiert worden, hat wohl nicht dauerhaft geholfen, Mist) Ich hab allerdings die Begründung vergessen! 😉

    • Da fällt mir übrigens ein, mein Smartphone nutzt auch einen separaten Google-Account (noch über meinen Mädchennamen, da hab ich nach der Hochzeit einen neuen angelegt)! Oooh, ein Quell amüsanter Suchanfragen, ich bin mir sicher… Muss mich gleich mal einloggen! 😉

      (Und das macht natürlich meine Anzahl von dreitausendirgendwas Suchanfragen oben zunichte!)

  4. Ich bin mir nicht sicher, ob ich mal meinen Verlauf im Google Konto gelöscht habe, denn z.Zt. sind dort „nur“ 1230 Suchen gespeichert. Allerdings muß ich zugeben ich nutze Google auch nicht nur für die Suche, sondern als Rechtschreibhilfe (gebe die ersten Buchstaben ein und sehe dann die Schreibweise als Vorschlag, recherchiere MapRouten oder versuche meinem Gedächnis auf die Sprünge zu helfen, wenn ich anfange nach einem Stichwort zu suchen um mich zu erinnern, was ich gestern gesucht habe (klingt verquer und wäre mit dem Link http://www.google.de/searchhistory, den ich nicht kannte, ja auch überflüssig). Google kennt mich besser als ich mich selbst vermute ich mal. Wenn ich mal mein Gedächnis verlieren sollte, nutze ich Google für ein Reset ;-).

    LG
    Michael

    • Für die Rechtschreibung gehe ich immer direkt auf duden.de. Ääähm und manchmal google ich Duden, um von da auf duden.de zu klicken. 😉

      Und ja, ich google auch superoft die gleichen Sachen, um dann auf die gleichen Links zu klicken. Wir sind einfach so faul geworden, was das Merken von Dingen betrifft… 😉

  5. Die schwimmenden Schweine sind der Brüller 😀

  6. Wow ich bin platt, das wußte ich gar nicht oder wollte es nicht wissen!
    Ich bin dir aber sehr dankbar, dass du uns davon berichtest hast und werde mir das ganze mal genauer anschauen.
    Vielen dank für diesen Posts!
    Liebe Grüße Christin

  7. Ich google auch fast alles (außer mich selbst, ich kenn‘ mich ja). Sollte ich also mal mein Gedächtnis verlieren, dann erinnert sich Prof. Dr. „Allwissend“ (aka Goggle) für mich. Ist doch nett von Herrn Google. 😉

    Liebe Grüße
    Nicole

  8. Ich habe da anscheinend auch mal einen klugen Moment gehabt, bei mir steht nämlich auch nix. Obwohl ich auch einiges google. Häufig Symptome, obwohl das das allerdämlichste auf der Welt ist, weil man danach sowieso stirbt.
    Lass deine History doch mal an, es amüsiert mich sehr, was du googlest. Ich bitte dann um monatliche Best-Of’s. 🙂

  9. Ich google alles….auch mich….meine Suchanfragen sind glücklicherweise nicht gespeichert (also nicht für mich sichtbar), aber ich google richtig viel bei der Arbeit. Auch regelmäßig die Öffnungszeiten und Telefonnummer vom Hausarzt^^ Ich finde es auch immer spannend zu sehen über welche Suchanfragen manche auf meinen Blog stoßen, da ist einer der häufigsten Suchbegriffe der Kapitän von der Kreuzfahrt *g*

    Liebe Grüße, Jessica

  10. Ach, ich musste so schmunzeln beim Lesen. Leider bin ich beim Suchen nie bei Google eingeloggt, aber da würden sicherlich die komischsten Sachen stehen. (Der Unterschied zwischen Puderzucker und Zucker – ist dasselbe nur feiner gemahlen usw.) Ich finde das gar nicht so schlimm, aber ich habe mich auch bereits damit abgefunden, dass Google (und Facebook und wer sonst noch) eh schon so viel weiß, dass ich gar keine Lust mehr habe, allen Einstellungen hinterherzurennen. 😀

Schreib mir was! Dann freu ich mich!

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