Zur besseren Hausfrau von A bis Z – Heute: Der gut gedeckte Tisch und Regeln für Telefongespräche

So langsam wuppen wir den Haushalt wie von allein, oder? Wir nähern uns dem Ende unseres kleinen Hausfrauen-Seminars und sind nun schon beim Buchstaben T angelangt.

In Sachen Telefonie hat sich zwar einiges getan in den letzten 50 Jahren. Aber einige Sachen ändern sich nicht!

Telefongespräche sind aus dem modernen Leben nicht mehr wegzudenken. Aber wie so oft im Leben, kann das Gute ins Schlechte ausarten, wenn nicht der passende Zeitpunkt für ein Telefongespräch gewählt wird. Dann wird das Klingeln als Störenfried empfunden; vor allem wenn Säuglinge oder kleine Kinder zum Haushalt gehören, die auch tagsüber schlafen. Zur Höflichkeit gehört es, dass Anrufender und auch der Angerufen ihren Namen nennen. „Hallo“ ist kein Name! Unhöflich ist es, wenn durch falsches Wählen eine falsche Verbindung zustande kam, den Hörer mit hörbarem Knall zurückzulegen. Eine Entschuldigung ist hier am Platz, denn der Fehler liegt ja beim Anrufenden, der falsch gewählt hat. „Fasse dich kurz“, ist nicht nur bei öffentlichen Telefonzellen angebracht, sondern auch dann, wenn man einen Zweieranschluss hat.

Mittlerweile könnt ihr die eine oder andere Party ausrichten. Aber wie sieht es mit dem Essen im Familienkreis aus? Oder dem romantischen Abendessen zu zweit? Ich für meinen Teil weiß nun, was beim Xbox-Abend des Helden jede Woche fehlt. Eine Schande, schon anderthalb Jahre verheiratet und noch immer habe ich keinen Kartoffelsalat gereicht! Das muss sich ändern. Also, sucht schon mal die Kompott-Teller heraus (und fragt euch lieber nicht, wie junge Männer miteinander essen, vermutlich sind da wieder wir Hausfrauen zuständig; die jungen Mädchen jedenfalls halten gern Plauderstündchen):

Tische, gut gedeckt, für verschiedene Gelegenheiten.
Zum Frühstück: Das gemeinsame Frühstück ist ein guter Anfang für den ganzen Tag. Geschirr, Tischdecke und Blumenschmuck aufeinander abstimmen. Zu einem gemusterten Geschirr sieht die einfarbige Decke am besten aus. Der Blumenschmuck, nur aus wenigen Blüten bestehend, steht in niedriger Vase. Den Frühstücksteller in die Mittel jedes Tischplatzes stellen, rechts davon, etwas mehr nach oben gerückt, steht die Tasse, mit dem Henkel nach rechts. Der Kaffeelöffel liegt rechts auf dem Rand der Untertasse; das Mesesr mit der Schneide zum Teller gewandt, rechts neben dem Teller. Die Serviette, für jedes Familienmitglied in einen andersfarbigen Serviettenring gesteckt oder zusammengelegt in Serviettentasche mit gestickten Anfangsbuchstaben, kommt auf oder neben den Teller. Brot und Brötchen finden ihren Platz in Brotkörbchen oder -schale. Butter, Honig und Marmelade vervollständigen das tägliche Frühstück, zu dem es Kaffee oder Tee mit Zucker, Milch und Sahne gibt. Das beliebte Sonntagsei steht bei jedem Gedeck im Eierbecher, daneben der Salzstreuer. Der Eierlöffel liegt, mit dem Mund nach oben, über den Frühstücksteller, Griff nach rechts weisend. – Wird zum Frühstück Aufschnitt oder Käse gereicht, muss eine Gabel für jedes Gedeck aufgelegt werden; sie findet ihren Platz links vom Teller, Zinken nach oben gerichtet.
Zum Mittagessen: Auch bei den täglichen Mahlzeiten im engsten Familienkreis muss der Tisch so gedeckt werden, dass er einladend wirkt. Alles, was während der Mahlzeit benötigt wird, ist bereits auf den Tisch zu stellen. Salz- und Pfefferstreuer, auch die Vorlegebestecke, sind griffbereit. Zu empfehlen ist die Anschaffung eines Serienservices, zu dem jedes Stück einzeln erhältlich ist, damit zerbrochene und angeschlagene Teile gleich ersetzt werden können. – Beim Einkauf von Bestecken darauf achten, dass sie rostfrei sind. – Für jedes Familienmitglied die Serviette in Ring oder Serviettentasche links neben das Gedeck legen. Auf der gleichen Seite liegt auch die Gabel mit den Zinken nach oben. Rechts neben dem Teller finden Messer und Löffel ihren Platz, das Messer mit der Schneide zum Teller gewandt. Zur Schonung des Tischtuches sind Messerbänkchen aus Plexiglas sehr zu empfehlen. Sie stehen rechts vom Teller und nehmen Gabel sowie Messer auf. Der Suppenlöffel findet dann zusammen mit dem Kompottlöffel seinen Platz über dem Teller, Griff nach rechts gerichtet. Während Salat- und Kompottteller links oberhalb des Esstellers stehen, wird das Trinkglas auf die rechte Seite gestellt. – Blumen erhöhen auf jeden Fall die Stimmung, sie sind in niedrigen Vasen oder in Schalen gefällig anzuordnen, niemals in hohen Gläsern, damit das Gegenüber nicht verdeckt wird.
Zum Abendessen zu zweit: Mit viel Liebe und besonderer Sorgfalt deckt die Gastgeberin oder Hausfrau diesen Tisch. Ein Spitzenmilieu, über eine zartfarbene Decke gebreitet, verleiht dem Tisch einen festlichen Charakter. Die Bewirtung wird so zusammengestellt, dass ein Aufstehen während der Mahlzeit nicht nötig ist. Als Auftakt gibt es eine leckere Vorspeise, die, in Förmchen oder kleinen Schalen angerichtet, auf dem Abendbrotteller steht. Das gebrauchte Geschirr ist dann rasch weggenommen. Aufschnitt, Salat, Gürkchen, Butter appetitlich zu Kugeln geformt, Käse, Salzmandeln stehen bereit, ebenso Weiß- und Schwarzbrot. Und dazu natürlich ein guter Tropfen! Auch der Blumenschmuck darf nicht fehlen. Bringt jedoch der Gast oder der Ehemann Blumen mit, werden diese auf den Tisch gestellt.
Teenager unter sich: Farbenfroh, jedoch schlicht und einfach, soll der Tisch für die jungen Mädchen gedeckt sein. Hier kommt die den englischen Tischsitten entlehnte Mode der Sets den Wünschen der Jugend sehr entgegen. Geschickte junge Mädchen arbeiten diese Deckchen aus farbigem Leinen selbst und verzieren sie mit weißer oder bunter Borte oder ein wenig Stickerei. Auf jeden Platz wird solch ein Set gelegt und das Gedeck in üblicher Weise daraufgestellt. Besonders hübsch wirkt es, wenn die Servietten zu den farbigen Deckchen untereinander ausgetauscht werden, also zu rotem Set die grüne Serviette und umgekehrt. Jeder runde, ovale oder viereckige Tisch ist für das Plauderstündchen der jungen Mädchen geeignet, vorausgesetzt, dass er nicht zu groß ist. Teenager sitzen gern dicht beieinander, wenn sie ihre Erlebnisse austauschen.
Zum Dauerskat: Passionierte Skatspieler wollen untereinander sein und keine Zuschauer beim „Grand aus der Hand“ haben. Deshalb sind beim Skatabend ausnahmsweise Damen nicht erwünscht. Selbst die Hausfrau tritt kaum in Erscheinung, aber sie sorgt für das leibliche Wohl der Skatbrüder. Der Spieltisch ist gerichtet, er wird mit einer einfachen Decke belegt, auf der das Spieltuch aus Plastik ausgebreitet wird. Neben dem Spieltisch steht der Servierwagen mit den Getränken – außer Bier gibt es einen guten Schnaps – und den Gläsern. Eifriges Spiel macht aber nicht nur Durst, sondern auch Hunger. Die fürsorgliche Hausfrau stellt also Rechaud mit Würstchenschüssel bereit. Die Würstchen mit Brot und Senf, mit der Hand gegessen, verlangen nur Teller, kein Besteck. Natürlich fehlen Papierservietten und Aschenbecher nicht. Der Hausherr braucht nur noch den Nachschub an Bierflaschen aus dem Kühlschrank zu holen.

Der folgende Abschnitt wurde nur integriert, weil ich mich über den Begriff so amüsiert habe, und hat keinerlei weiterbildende Funktion außer vielleicht dieser, dass wir ein neues Wort lernen, das unbedingt wieder häufiger verwendet werden sollte:

Toaster, siehe Brotröster.

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Wie es beim Sohnemann auszusehen hat, wissen wir ja schon aus der letzten Woche. Aber natürlich sollen auch die Mütter von jungen Damen informiert sein. Hoffentlich ist die Tochter Rechtshänderin:

Tochterzimmer: Endlich ist es so weit, dass das Töchterchen sein eigenes Zimmer bekommen wird, in dem es schlafen, arbeiten und seine Freizeit gestalten kann. Da ist als erstes an das Bett oder, besser gesagt, die Liegestatt zu denken. In einem kombinierten Raum sieht ein veritables Bett nicht so gut aus wie eine hübsche Bettcouch, die tagsüber als Sitzgelegenheit dient und nachts ein vollwertiger Bettersatz ist. Das Bettzeug kommt in den Bettkasten, der Rohrgeflecht oder Luftlöcher aufweisen muss, damit die Betten auch „Luft bekommen“. Ist genügend Raum vorhanden, kann auch ein Klappbett aufgestellt werden, es ist dann am Abend mit einem Griff herunterzuklappen und fix und fertig zum Hineinlegen. Als Sitzgelegenheiten müssten dann aber, außer einem Stuhl am Arbeitsplatz, wenigstens noch zwei bequeme Sessel aufgestellt werden für das Plauderstündchen mit den Freundinnen. Ein Couchtisch ist in beiden Fällen erforderlich. Der Arbeitsplatz – zierlicher Schreibtisch – muss von links oder von vorn das Tageslicht bekommen; kommt das Licht von rechts, wirft die schreibende Hand Schatten. Ob neben der Deckenbeleuchtung eine Stehlampe oder eine Tischleuchte am Abend das erforderliche Licht spenden soll, ist Geschmackssache. Ein kombinierter Schrank für Kleidung und Wäsche (die eine Schranktür innen mit einem großen Spiegel versehen, damit sich die junge Dame in ganzer Größe betrachten kann) vervollständigt die Einrichtung. Teppich oder kleine Brücke, je nach Bodenbelag, sowie hübsche Stores, Übergardinen und Kissen, alles zu Tapeten und Möbelfarbe gut abgestimmt, vervollständigen das kleine Reich der jungen Dame. Die Eltern tun gut daran, wenn sie bei der Einrichtung des Tochterzimmers schon weiter denken und so gewissermaßen den Grundstock für den späteren eigenen Hausstand der Tochter legen.

So, ab sofort dürften die häuslichen Mahlzeiten harmonischer ablaufen. Blumen heben schließlich die Stimmung! Hausaufgabe: Ins Geschäft gehen und nach einem Brotröster fragen. Anschließend zurückkommen und in den Kommentaren von den Reaktionen der Verkäufer berichten! Nächste Woche geht es um Uhren, Unfallverhütung und die tägliche Wohnungspflege.

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5 Antworten zu “Zur besseren Hausfrau von A bis Z – Heute: Der gut gedeckte Tisch und Regeln für Telefongespräche

  1. Au mann, es wird nicht einfacher von Woche zu Woche… Ich habe weder Serviettenringe, noch kleine Messerbänkchen… Deshalb ist das Essen immer so unharmonisch 😉
    Und: auf meinen (Mädchen-)Schreibtisch fällt der Schatten meiner Hand, weil der Tisch falsch rum steht oder das Fenster auf der falschen Seite ist. Ich suche nun nach einer Lösung. Vielleicht ist das bei erwachsenen Mädchenschreibtischen ja anders? Vielleicht ist da ein Schatten erlaubt?
    Ich wünsch dir einen schönen Sonntag!
    Liebe Grüße!
    Frauke

  2. Jetzt weiß ich endlich, warum meine Oma zehn verschiedene Geschirrservices besitzt … für jede Tischdecke eins … Wenn ich das heute noch machen würde, bräuchte ich ein Zimmer mehr. In München unbezahlbar.
    Ich finde es übrigens gut, dass der Hausherr beim Skatspiel das Bier selbst holt.

  3. Brotröster und Liegestatt wird jetzt hir eingeführt 😀

  4. Was hier ja schändlicherweise vernachlässigt wurde: beim Frühstück ist der Kaffeelöffel natürlich parallel zum Tassenhenkel auszurichten! Wie sieht denn das sonst aus? 😀 Ansonsten werde ich wohl komplett neues Geschirr besorgen müssen, hier passt nämlich nicht viel zusammen^^

    Liebe Grüße, Jessica

  5. Pingback: Zur besseren Hausfrau von A bis Z – Dein Hausfrauendiplom mit Verlosung! | bunt, gestreift und hüpfig

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